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2. Ride-Kongress: «Die Zukunft ist blau»

Die Fachtagung zum Schweizer Mountainbike Tourismus kann sich in der zweiten Austragung qualitativ markant steigern. Weniger Vorträge und mehr interaktive Workshops verändern die Gestalt des Anlasses. Kernpunkte der Diskussion sind die Professionalisierung der Lobbyarbeit, die Frage nach dem passenden Verband für Mountainbiker und wie schwer ein Trail zu fahren sein soll.

Plenum

Im Kongresszentrum Marsöl in Chur treffen sich am 2. und 3. Oktober rund 200 Teilnehmer zum zweiten Ride Mountainbike Kongress

Intensiver Wissenstransfer
Der zweite Ride Mountainbike Kongress besticht durch hochkarätige Referenten, die den rund 200 Teilnehmern aus ganz Europa und Übersee neue Inputs liefern. Die Redner stellen wichtige Fragen oder legen präzise offen, wo der Schweizer Mountainbike-Tourismus Entwicklungs- und Konfliktpotential hat. Waren bei der ersten Austragung noch mehrere Beiträge dabei, die Werbesendungen glichen, engagierten sich beim Ride Kongress 2014 die Referenten um einen echten Wissens- und Erfahrungsgewinn beim Publikum.

Und dieser Wissenstransfer ist wichtig: Gemäss Erkenntnissen von Züri Trails herrscht bei vielen Mountainbikern – und auch bei Fachleuten - Unwissen, welche Organisation in der Schweiz für welche Aufgabe bei der Förderung des Mountainbikens zuständig ist. Der Kongress leistet hier wertvolle Schützenhilfe: Es stehen Lobbyisten, Verbandsvorsteher oder Behördenvertreter am Rednerpult und zahlreiche Entscheidungsträger aus dem Tourismus sitzen im Publikum.

Expertise aus Übersee und Lobbyarbeit
Am ersten Event-Tag sorgen vormittags acht Referate für einen intensiven Know How-Transfer. Die Experten zeigen Benchmarks oder Statistiken und erstellen Thesen und Prognosen. Tom Prochazka vermittelt seine Expertise als Bikeparkmanager in Whistler und diktiert den Teilnehmer detailliert ins Pflichtenheft, wie eine Bike-Destination aufzustellen ist. Mark Torsius von der IMBA Europe und Mathias Marschner von der DIMB stellen die Lobbyarbeit in den Vordergrund, um den Bikesport voranzubringen. Marschner fordert eine Professionalisierung der Lobbyarbeit für den Mountainbikesport, «es hängt zu viel an zu wenig Köpfen, die Lobbyarbeit muss den Hobbyraum verlassen».

Breitensport besser einbinden
Frank Wadenpohl von Züri Trails präsentiert die Ergebnisse der schweizweiten Umfrage betreffend der Anforderungen an eine nationale Mountainbike-Organisation. Als Fazit zeigt sich, dass Biker mehr Einflussnahme auf Gesetzgebung und mehr Lobbying wünschen und dass der Breitensport auf nationaler Ebene zu wenig vertreten ist. Wadenpohl fragt offen, ob es eine neue nationale Organisation oder eine Neuausrichtung der bestehenden Organisationen braucht.

Neue Signale
Bruno Hirschi von Schweiz Mobil eröffnet, dass seine Stiftung nach sechs Saisons mit einem Netz von 3 nationalen, 15 regionalen und 172 lokalen Mountainbike-Routen eine Qualitätsoffensive anstrebt. Die Signalisation soll besser werden, es wird eine einheitliche Ausschilderung der Trails und Pisten mit dem bfu erarbeitet, auf Grundlage der Signale in Graubünden.

Peter Stirnimann von der Fachstelle für Langsamverkehr Kanton Graubünden sieht das Kongressthema «Supersize Mountainbike» kritisch: Er bezweifelt die Nachhaltigkeit von schwarz signalisierten Trails, und bei mehr Bikern würde auch das Potenzial für Konflikte zunehmen. Er sieht Verbote für Biker in extrem genutzten Gebieten als unausweichlich. Um Infrastruktur gemeinsam mit Wandern zu nutzen, ist für Stirnimann Signalisation, Kommunikation, Kanalisierung und Schulung von Bikern und Guides wichtig.

Christoph Müller von der bfu drückt dem Kongress mit der Aussage «Die Zukunft ist blau» seinen Stempel auf. Für ein Wachstum des Bikesports müssen gemäss dem Unfallexperten die Trails im Schwierigkeitsgrad blau angesiedelt sein. «Es ist unverzichtbar, dass Trails fehlerverzeihend angelegt sind», so Müller und er pocht damit auf ein Fazit des ersten Ride Kongresses, der hervorbrachte, dass viele Trails in der Schweiz zu technisch sind.

 

workshop1

Journalistin Anna Weiss erarbeitet im Workshop mit den Kongress-Besuchern Einsichten rund um Bike-Angebote für Frauen

Workshops vertiefen Vorträge
Die Journalistin Anna Weiss vom Magazin World of MTB stand als Expertin für Frauenfragen im Bike-Bereich am Rednerpult. Sie präsentierte Resultate einer Online-Umfrage bei rund 1300 bikenden Frauen. Wie alle anderen Referenten und Kongressteilnehmer wechselt Weiss vom Tagungszentrum nachmittags in ein naheliegendes Schulhaus, um in Klassenzimmern im intimeren Rahmen die Thesen, Resultate und offenen Fragen der Referate zu diskutieren.

Im Workshop von Weiss gibt es konkrete Resultate (Bevorzugt die Frau im Bike-Kurs einen weiblichen oder männlichen Guide?) und einen Erfahrungsaustausch, wie Angebote für Frauen zu gestalten sind. Im Workshop mit den Experten Bruno Hirschi, Peter Stirnimann, Christoph Müller und Pete Stutz wird die Frage über die Schwierigkeit von Trails diskutiert und die Referate werden um Sichtweisen ergänzt. So sagt Streckenbauer Claudio Caluori: «Die Zukunft ist blau - aber nicht exklusiv. Wir können schwere Strecken auch so bauen, dass sie fehlerverzeihend sind.»

 

workshop2

Welchen Verband braucht der Mountainbike-Sport? Die Experten Mathias Marschner, Samuel Hubschmid, Frank Wadenpohl und Markus Pfisterer (v.l.n.r.) tauschen Sichtweisen aus.  

Swiss Cycling fördert Breitensport Mountainbike
Im Workshop mit Frank Wadenpohl, Mathias Marschner, Samuel Hubschmid und Markus Pfisterer eröffnet sich gemäss Moderator Claude Balsiger die «Höhle der Löwen». Die Frage nach dem passenden Verband für Mountainbiker wird engagiert diskutiert. Pfisterer als Geschäftsführer von Swiss Cycling überrascht mit der Info, dass sein Verband auf November eine Stelle für den Breitensport Mountainbike schafft.

Zwei von sechs
In weiteren Workshops diskutieren die Referenten Tom Prochazka, Mark Torsius und Oliver Rosch mit den Teilnehmern. Die teils Statistik-lastigen Vorträge werden verständlicher und die Themen greifbarer. Das Publikum erhält die Chance, Fragen zu stellen und sich einzubringen. Die Atmosphäre im Schulzimmer bringt Einsichten und fördert Statements, die im Plenum im Kongresssaal nicht möglich gewesen wären. Die Teilnehmer können nur zwei der insgesamt sechs Workshops besuchen. Zurück im Kongresszentrum liefern die Moderatoren die verpassten Ergebnisse dem Publikum in einer Zusammenfassung nach.

Wachstum ohne Grenzen?
Am zweiten Kongresstag nimmt als Auftakt Thomas Giger Platz auf dem heissen Stuhl. Der Ride-Herausgeber führt das Thema «Supersize» an der Nase herum - denn er plädiert dafür, den Sport nicht zwingend grösser, sondern besser zu machen. Dazu gehöre insbesondere die Steigerung der Wertschöpfung. Das Beispiel Whistler ist für Giger ein Exempel, wie man es in der Schweiz nicht machen kann, da die natürlichen Gegebenheiten in den Alpen ganz anders seien als in Kanada. Für Giger gibt es eine klare Schwelle, an der mehr Biker in der Natur auch mehr Schäden hinterlassen. Er äussert aber die Hoffnung, das in Zukunft durch besseren Unterhalt die Trails trotz mehr Nutzung besser werden.

Mit Vertretern aus Tourismusregionen im Tirol, den Dolomiten und Tschechien erhalten die Teilnehmer im Verlauf des zweiten Kongresstages Einblicke in Mountainbike-Projekte im Ausland. Dave O'Riordan schildert, wie man im Grass Root-Verfahren eine Community aufbaut. Andrej Zigon geht der Frage nach, wie man die Destination mit einem nachhaltigen Branding ausstattet und welche Probleme auf dem Weg zur bekannten Marke auftauchen. Darco Cazin schliesst die Referentenrunde ab. Der Bündner Bike-Tourismusexperte präsentiert mit «MTB Agent» eine Gratis-App, die es Bikern ermöglicht, zu Destinationen detailliert und bedienungsfreundlich Feedback zu geben. Die von Bikern eingesetzte App ergibt Daten, die das Destinationsmanagement in den Kategorien Trails, Szene, Transporte, Services und Hotels auswerten kann.

 

OK

Das OK hat ganze Arbeit geleistet: Leonie Liesch, Michael Christ, Claude Balsiger, Darco Cazin, Thomas Giger, Roland Anderegg (v.l.n.r.)

Informeller Austausch
In den Pausen, beim Abendprogramm und auf der abschliessenden Biketour gab die Fachtagung wiederum viel Raum für einen informellen Austausch unter den Teilnehmern. Der Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den Teilnehmern war auch hier zentral – wie beispielsweise bei der Networking-Runde für Trail-Bauer oder dem Austausch zwischen Destinationsmanagement-Vertretern und der Hotellerie.

Mit rund 200 Teilnehmern aus allen Landesteilen der Schweiz, aus Deutschland, Österreich, Holland, Italien, Belgien, Slowenien, Tschechien und den USA blicken die Veranstalter des 2. Ride Kongress auf eine erfolgreiche Austragung zurück, die sich massgeblich weiterentwickelt hat. Die dritte Etappe steht bereits fest: Am 15. - 16. Oktober 2015 steigt der 3. Ride Mountainbike Kongress Chur.

www.ridekongress.ch

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