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WM: Schweizer U23-Dreifachsieg mit Flückiger/Litscher/Gallati
Die Schweizer U23-Fahrer dominieren das Weltmeisterschaftsrennen in Mont-Sainte-Anne. Mit einem Dreifachsieg mit Mathias Flückiger (1.), Thomas Litscher (2.) und Patrik Gallati (3.) demonstrieren sie ihre Übermacht. Mit Martin Fanger und Pascal Meyer sind zwei weitere Schweizer in den Top-10.

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Mathias Flückiger erwischt keinen guten Start, ist aber binnen der drei Kilometer langen Startrunde in der Spitzengruppe angekommen. Dort ergreift er im Verlauf der ersten von sechs Runden die Initiative. In der Verfolgung liegen ihm Thomas Litscher, der Italiener Gerhard Kerschbaumer und der Franzose Alexis Vuillermoz, während Patrik Gallati zu diesem Zeitpunkt hinter dem Polen Marek Konwa auf Rang sechs liegt und eine Minute Rückstand auf die Spitze aufweist. In der zweiten Runde erleidet Flückiger dramtischerweise einen Vorderrad-Defekt. Nach dem Tausch des Laufrads nimmt er an vierter Stelle mit etwa 15 Sekunden Rückstand das Rennen wieder auf. «In diesem Moment dachte ich, vielleicht ist heute nicht dein Tag, aber ich bin zum Glück schnell wieder zurück gekommen», kommentiert Flückiger später diese heiklen Situation.

Es dauert tatsächlich nicht lange, da ist er bereits wieder an der Spitze zu finden und fährt den Konkurrenten davon. Während Gallati zwischenzeitlich schnellere Rundenzeiten fährt als Flückiger an der Spitze und immer näher an die Verfolger herankommt, verpufft ein Angriff von Alexis Vuillermoz. Gallati kann in der vierten Runde aufschliessen, während Kerschbaumer dem Tempo nicht mehr stand halten kann. Schliesslich muss in der gleichen Runde auch Vuillermoz die Überlegenheit der Schweizer anerkennen und fällt zurück. «Patrik war schon vorbei und ich dachte, jetzt geht es um eine Medaille und habe angegriffen. Ich habe die ganze Zeit gelitten, hatte Rückenschmerzen, aber ich war auf Podestkurs und wollte die Medaille unbedingt», erklärte Litscher, der 2009 schon Dritter der U23-WM war.

Gallati kommt an Vuillermoz vorbei und schliesst zu Litscher auf. Der Glarner greift auch seinen Landsmann an und fährt einen Vorsprung heraus. Er kann das Tempo aber nicht bis zum Schluss durchstehen und muss Litscher wenige Kilometer vor Ende dem Ziel wieder passieren lassen. «Ich bin meistens beim Start nicht ganz vorne», erklärt Gallati später, «aber es war auch schon schlechter. Ich war mir sicher, dass ich noch weiter nach vorne kommen würde. Aber wenn mir jemand Mitte der Saison gesagt hätte, du holst eine WM-Medaille, dann hätte ich es nicht geglaubt. Das ist super für mich, weil ich noch auf Teamsuche bin und damit wohl ein Zeichen gesetzt habe.»

Mathias Flückiger bekennt indes, dass er sich seiner Sache im Rennen nie sicher ist. Nicht nur wegen des Defekts, sondern weil der Vorsprung kaum einmal über 30 Sekunden anwächst. «Ich sage immer, es ist ein anderes Rennen wenn nur die U23-Kategorie fährt», sagt der U23-Weltcupsieger. «Es war ein tolles Rennen für mich und ich denke mein Fully hat mir in diesem Rennen sehr geholfen und ich bin froh, dass ich es geschafft habe, nachdem es letzte Woche beim Weltcupfinale nicht so gut lief», sagt Flückiger. Am Vortag war er im Training noch gestürzt und hatte sich dabei das Knie angeschlagen. «Am Abend hat es ziemlich geschmerzt und es war geschwollen, aber heute habe ich zum Glück nichts mehr gespürt.»

Martin Fanger aus Stans und Pascal Meyer aus Russikon komplettieren auf den Plätzen sieben und zehn die starke Schweizer Bilanz. «Ich bin hochzufrieden, nachdem ich wegen meiner Gehirnerschütterung zwei Tage Bettruhe hatte und es bis gestern offen war, ob ich fahren kann. Ich bin ein wenig im Sicherheitsmodus gefahren», sagt Fanger, der am Dienstag einen harten Trainingssturz hinnehmen musste. Pascal Meyer ist mit seinem Top-Ten-Resultat zufrieden, findet aber, dass er vielleicht ein höheres Tempo hätte anschlagen sollen. «Am Schluss konnte ich noch einmal zulegen, vielleicht hätte ich früher angreifen sollen, aber alle haben gewarnt», so Meyer.

Rangliste Weltmeisterschaften 2010, Cross Country U23:
1. Mathias Flückiger (SUI) 1.45.15 +0.00
2. Thomas Litscher (SUI) 1.45.45 +0.30
3. Patrik Gallati (SUI) 1.46.19 +1.04
4. Alexis Vuillermoz (FRA) 1.47.04 +1.49
5. Gerhard Kerschbaumer (ITA) 1.48.43 +3.28
6. Marek Konwa (POL) 1.48.52 +3.37
7. Martin Fanger (SUI) 1.49.08 +3.53
8. Ruben Scheire (GER) 1.49.40 +4.25
9. Henk Jaap Moorlag (NED) 1.49.52 +4.37
10. Pascal Meyer (SUI) 1.50.14 +4.59

www.ride.ch/wm


Meldung vom 03. September 2010 (Autor: tg )
 

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