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40 Kilometer vor dem Ziel der zweiten Etappe der Fernfahrt Paris ? Nizza passierte es: Andrej Kiwilew kam zusammen mit seinem polnischen Teamkollegen Marek Rutkiewicz und dem deutschen Volker Ordowski zu Fall und blieb bewusstlos liegen. Die erlittenen Verletzungen an Kopf und Brust waren so schwer, dass Kiwilew in ein künstliches Koma versetzt wurde. Dennoch starb der 29-jährige Kasache in der Intensivstation des Spitals St-Etienne an den Folgen eines Hirnödems. Fraglich bleibt, ob ein Helm das Leben von Kiwilew hätte retten können.
Der Tod von Kiwilew im Spital von St-Etienne dürfte die Diskussion um eine Helmpflicht bei den Radprofis neu entfachen. Diese war schon einmal Mitte der 90er Jahre hochgeschwappt, nachdem der Italiener Fabio Casartelli in der Tour 1995 und der Spanier Manuel Sanroma in der Katalonien-Rundfahrt 1996 bei Stürzen ums Leben gekommen waren. Das am Mittwoch nachmittag veröffentlichte medizinische Bulletin wirft die Frage auf, ob ein Helm das Leben des 29-jährigen Kasachen hätte retten können. Entgegen ersten Berichten waren die Gesichtsverletzungen nicht so gravierend. Die Hirnverletzungen, die letztlich zu Kiwilews Tod führten, gingen auf einen Schädelbruch auf Höhe des Haaransatzes zurück - einem Bereich, der von Helmen gut geschützt ist. Im Unterschied zu den Radprofis gilt bei den Amateuren eine von der UCI verordnete Helmpflicht. Selbst Jean-Marie Leblanc, Direktor der Société de Tour de France, zeigte sich nach dem tragischen Tod Kiwilews aber einem Helmobligatorium gegenüber sehr aufgeschlossen. Er bezeichnete eine neuerliche Diskussion dieser Massnahme als notwendig.
Den Höhepunkt seiner Profikarriere erlebte der Kasache Andrej Kiwilew, Radprofi seit 1998, in der Saison 2001: In der ersten Woche der Tour de France gehörte er einer Spitzengruppe an, die volle 25 Minuten Vorsprung aufs Feld mit allen Favoriten ins Ziel rettete. In den folgenden zwei Wochen zeigte sich, dass Kiwilew der einzige der Nobodies war, die in Pyrenäen und Alpen ihren Vorsprung zu verwalten vermochten. Das Resultat: Ein sensationeller vierter Rang im Schlussklassement, was dem Kasachen vor Beginn der Rundfahrt niemand zugetraut hätte.
Schnell reagiert hat Lance Armstrong, der 1995 als Teamkollege besonders vom Tod Casartellis betroffen war. Schon am Tag der Todesmeldung sind seine lesenswerten Gedanken zum Geschehen online nachzulesen - zusammen mit einem Nachruf für den Sportsmann Andrej Kiwilew.
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Meldung vom
12. März 2003
(Autor:
red )
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