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TDS mit wegweisender Elektrovelo-Eigenentwicklung
Der Schweizer Velohersteller Tour de Suisse stellte diese Woche seine dritte Generation Elektrovelos den Partnerhändlern vor. Das neue Fahrzeug hat es in sich: Der eigens entwickelte und in der Schweiz gebaute Motor glänzt mit einigen technischen Neuerungen, die noch kein anderes Elektrovelo bieten kann.

Bild_TDS_Impuls_RS_webNach zwei eher mässig erfolgreichen Versuchen mit anderen Antriebskonzepten will TDS nun mit dem komplett neu entwickelten Impuls durchstarten. «Als wir uns vor zwei Jahren zum Wiedereinstieg in den Elektrovelo-Markt entschlossen haben, war klar, dass wir nicht einfach ein Me-Too Produkt anbieten wollen», erklärt Tour de Suisse-Geschäftsführer Reto Meyer «In diesem boomenden Geschäft können wir uns mit dem der neuen Modellreihe ganz klar positionieren und von den Mitbewerbern abheben. Dies sehen wir als sehr grosse Chance zur Weiterentwicklung unserer Firma». Die Impuls-Serie umfasst drei Grundmodelle, die sich bereits optisch aus der Masse abheben. Die grosse Innovation steckt aber im Mittelmotor «Acron», den TDS zusammen mit dem Schweizer Startup-Unternehmen Electragil entwickelt hat.

Tretlagermotor für alle Fälle
Der Acron-Motor harmoniert auch mit der City-Variante Impuls CMAls erster Tretlager-Antrieb für Elektrovelos auf dem Markt lässt sich Acron mit zwei Kettenblättern an der Kurbel fahren. Dadurch sind bis zu 20 Gänge mit einer Kettenschaltung möglich, was den Einsatzbereich des Fahrzeugs wesentlich erweitert. Möglich wird das durch eine sehr präzise Kraftmessung, die mit 230'000 Impulse pro Pedalumdrehung die Tretenergie misst und entsprechend die Motorleistung anpasst. Die zum Patent angemeldete Elektronik erkennt auch die Kraftunterschiede zwischen den beiden Beinen des Fahrers und gleicht diese durch die Motorleistung aus. Zusätzlich erlaubt sie, dass der Motor praktisch verzögerunslos zuschaltet und von einer bis 110 Pedalumdrehungen pro Minute gleichmässige Unterstützung bietet. Dank einer Entkoppelung von Motor und Tretlagerwelle schiebt der Motor auch nicht nach und läuft im ausgeschalteten Zustand so reibungsarm wie ein herkömmliches Velo ohne Hilfsantrieb.

Weltpremiere Energybus
Teil des EnergyBus-Standards: Ein genormter Stecker ermöglicht die Kommunikation zwischen Ladegerät und Akku In sich hat es auch das Akkupaket: Als erste serienmässig verbaute Batterie in einem LEV (Light Electric Vehicule) entspricht sie den Anforderungen des Industrie-Standards EnergyBus, der von den Elektrofahrzeug-Spezialisten des Fördervereins ExtraEnergy initiert wurde. Diese internationalen Normen ermöglichen eine herstellerunabhängige Funktion der verschiedenen elektronischen Komponenten und der Ladegeräte. Damit kann künftig beispielsweise ein Akku unabhängig von seiner Bauweise, Kapazität und Spannung mit einem beliebigen Ladegerät nach demselben Standard geladen werden. Für öffentliche Ladestationen und Verleihsysteme ist diese eine wichtige Voraussetzung. Zudem entspricht der Akku als erster serienmässig verbauter Stromspeicher dem BATSO-Gütesiegel, das die Sicherheit von LEV-Batterien auch unter extremen Bedingungen gewährleistet.

Ehrgeizige Entwicklung

Bild_TDS_Impuls_TR_webDie fünf Entwickler von Electragil haben den neuen Motor in einer Rekordzeit von weniger als zwei Jahren zur Serienreife gebracht. «Der Acron-Antrieb entspricht der aktuellsten Technik und ist bereits für weitere neue Funktionen ausgelegt», sagt Electragil-Gründer Gerry Schneider. «Weil wir komplett unabhängig arbeiteten, konnten wir den Motor ohne Rücksicht auf kaufmännische Aspekte und Marketing-Überlegungen entwickeln. Das war notwendig, um unser Ziel des besten Pedelec-Antriebs auf dem Markt erfüllen zu können». Dass Electragil die eigenen Ansprüche umfassend ins Produkt eingebracht hat, zeigt sich auch an anderen Merkmalen von Acron: Um den Antrieb ins normierte Tandem-Tretlager einbauen zu können, braucht es nur drei Schraub- und eine Steckerverbindung. Als Krönchen verspricht Electragil zusätzlich, dass alle Komponenten vollständig wasserdicht gebaut sind und lebenslang ohne zusätzliche Wartung funktionieren. Die Serienfertigung beginnt laut Schneider in den kommenden Wochen im Firmenhauptsitz wenige Kilometer ausserhalb von Winterthur. Die ersten Motoren erhält Partner TDS zum Jahreswechsel geliefert, und ab Februar 2011 sollen die damit ausgerüsteten Fahrräder im Fachhandel erhältich sein. Fürs erste Jahr wird Electragil exklusiv TDS beliefern, ab 2012 soll der Motor auch für ausländische Fahrradhersteller zur Verfügung stehen. In der Schweiz wird Tour de Suisse diesen danach exklusiv verbauen.

Feuerprobe bestanden
Impuls-EnthllungSeine Premiere feierte das Impuls diese Woche an einer TDS Roadshow mit vier Stationen in der Deutschschweiz. Fachhändler konnten dabei den neuen Antrieb bereits ausgiebig testen, was laut Reto Meyer ausgiebig genutzt wurde. «Weit über zweihundert Personen aus über hundert Geschäften nutzen die Gelegenheit. Die durchwegs begeisterten Rückmeldungen bestätigen, dass wir mit unserer eigenständigen Entwicklung den Pfeil ins Schwarze gesetzt haben», freut sich der TDS-Chef.

Variantenreicher Start
Impuls-ImpressionTour de Suisse bietet für die drei Grundmodelle praktisch alle Farb- und Ausstattungsoptionen an, die auch im übrigen A la Carte Programm des Kreuzlinger Fahrradherstellers erhältich sind. Der eigens dafür entwickelte Rahmen lässt sich mit einer vollständigen Alltagsausrüstung bestücken und ist sogar mit dem wartungsarmen Zahnriebenantrieb von Gates kompatibel – ebenfalls eine Premiere im Elektrovelo-Segment. Zur Wahl stehen drei Antriebsvarianten mit 250 oder 500 Watt Leistung, die bis zu 25, 35 oder 45 km/h die Tretkraft unterstützen. Gespiesen werden die 250W-Motoren von einem mitgelieferten Akku mit 240 Wh Kapazität. Das Impuls ist aber vorbereitet, dass ein zweiter, optional erhälticher Akku mit derselben Grösse zusätzlich eingesetzt werden kann. Die empfohlenen Kaufpreise für das neue Elektrovelo beginnen laut Reto Meyer bei 4299 Franken, abhängig von Ausstattung und Optionen.

www.tds-rad.ch
www.electragil.ch
www.energybus.info
www.batso.org

Meldung vom 15. August 2010
 

Kommentare 

 
# Philipp 2011-05-13 10:50
Genial, sehr überzeugend, ich habe schon den Artikel im Velojournal gelesen. Erinnert an die F-Serie vom derzeitigen Marktleader, nur überall besser (kein schwerer, getriebeloser Motor, Freilauf, Steuerung, Akku, ...)! Ich bin auf die 500W Version gespannt. Der könnte in allen Punkten der neue Kassensturzsieger werden... Wo kann man den in der nähe von Wädenswil probefahren?
 

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