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| Taipei Cycle Show: Branche im Aufwind |
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Nach dem Tauchen des weltweiten Fahrradmarkts im letzten Jahr herrschte etwas Verunsicherung, wie gut die Stimmung an der grössten asiatischen Fahrradmesse, der Taipeh Cycle Show in Taiwan, sein werde. Die Sorge war unbegründet: Die Branche sieht sich auch global wieder im Aufwind und die Messe selbst konnte einen deutlichen Zuwachs an Ausstellern und Besuchern vermelden.
Anders als in Europa war der globale Fahrradmarkt 2009 rückläufig. Vor allem wegen der gesunkenen Nachfrage in Nordamerika war das vergangene Jahr ein schwieriges für die grossen asiatischen Velohersteller. Taiwans Velofabrikanten beispielsweise exportierten 20 Prozent weniger Fahrzeuge. Weil aber die Taiwanesen aber immer mehr Qualitätsarbeit abliefern konnten, sank der Exportwert lediglich um 13 Prozent. Wichtiger Termin für 2011 Entsprechend gespannt war die Branche im Vorfeld der Taipeh Cycle Show, wie sich das Geschäft weiter entwickeln würde. An dieser Branchenmesse stellen zahlreiche Hersteller und Importeure die letzten Weichen für die nächste Saison. An der diesjährigen Taipei Bike Show während der vergangenen Woche wurde also bereits das Modelljahr 2011 vorbereitet. Zahlreiche Komponentenhersteller wie Sram, FSA oder auch Shimano zeigten an der Taipeh Cycle Show erstmals ihre neusten Produkte, zum Teil allerdings nur ausgewählten Geschäftspartnern in den blickdichten Besprechungsräumen. Grösser als Interbike An der Taipeh Cycle Show zeichnete sich bereits wieder eine Trendwende zum Positiven ab. Ein deutliches Signal dafür war der Erfolg der Messe selbst: Insgesamt präsentierten sich 894 Aussteller an über 3000 Ständen – 17.3 Prozent mehr als 2008. Laut Ying-Ming Yang, dem Präsidenten der taiwanesischen Fahrradexporteure-Vereinigung TBEA hat die Taipeh Cycle Show damit die Interbike in Las Vegas als zweitgrössten Branchenevent nach der Eurobike abgelöst. Die Zahl der internationalen Besucher stieg um 7.6 Prozent auf 4913 Personen. Den grössten Zuwachs verzeichnete die Messe bei Geschäftsleuten aus Asien. Rund jeder fünfte Besucher kam aus Europa. Signale für den Aufschwung Gestützt wird dieses positive Signal von den ersten Zwischenbilanzen der grossen taiwanesischen Hersteller. Der weltgrösste Velofabrikant Giant vermeldete für den Januar 2010 eine Umsatzsteigerung von 11.6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und bei Merida verbesserte sich der Umsatz im selben Zeitraum sogar um 26.2 Prozent. Auch Shimano rechnet laut ersten Prognosen im laufenden Jahr wieder mit einer Erholung des weltweiten Fahrradmarkts. Und diese Firma muss es wissen: Immerhin rüstet sie nach wie vor 90 Prozent aller hergestellten Qualitätsvelos mit Schaltkomponenten aus. Modellplanung immer früher Gleichzeitig hat sich ein Trend verschärft, der sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat. Immer mehr grosse Velomarken nutzen die Taipeh Show nur noch für den Feinschliff ihres nächstjährigen Programms oder sie beginnen bereits, sich Gedanken zum übernächsten Modelljahr zu machen. Grosse Firmen wie Scott, Trek und Specialized haben ihr Programm 2011 bereits im Dezember 2009 festgelegt. Aus diesem Grund hat sich in den letzten Jahren neben der Taipeh Cycle Show Anfangs Dezember die Taichung Bike Week als Hotelmesse in der Fahrradindustrie-Metropole Taichung etabliert. Auf Druck der amerikanischen Bikefirmen soll dieser Termin im kommenden Winter noch früher stattfinden, nämlich bereits Mitte November. Auf wenig Begeisterung stossen diese Ideen bei den europäischen Fahrradherstellern. Stärker als die Amerikaner mit ihrem mörderischen Verdrängungskampf um die besten Produktionstermine und die ersten Auslieferdaten Neuheiten leiden sie darunter, dass sie die neuen Bikes bereits planen sollten, bevor sie richtig wissen, wie sich die aktuelle Palette verkauft. www.taipeicycle.com.tw (Bilder: Taipei Cycle Show) |
Meldung vom 22. März 2010 |











