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Spannende Ausgangslage für den Weltcup

Am Sonntag startet der Mountainbike-Weltcup im belgischen Houffalize in die neue Saison. Und damit beginnt für viele Athleten die heisse Phase in der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking. Mit grossen Ambitionen gehen dabei die Schweizer Athleten ins Rennen: Mit Christoph Sauser, Ralph Näf, Florian Vogel und Nino Schurter melden gleich vier Fahrer ihre Siegesambitionen an. Die Schweizerinnen hingegen werden um den Sieg kaum mitreden, dafür haben sich neben Petra Henzi mit Maroussia Rusca und Marielle Saner zwei Fahrerinnen ihre Olympia-Absichten durchblicken lassen.



Wer schlägt Julien Absalon?

Spektakulär dürfte das Herren-Rennen beim Weltcupauftakt in Houffalize ausfallen. Die Leistungsdichte an der Weltspitze ist enorm eng und in dieser Saison gab es noch kein Kräftemessen der besten Spitzenathleten. Im belgischen Houffalize treffen nun alle Olympiafavoriten erstmals in dieser Saison aufeinander. Die zentrale Frage lautet: Wer schlägt Julien Absalon? Der Franzose war in den letzten Jahren klar der stärkste Mountainbiker der Welt, er holte sich in den letzten Jahren Weltmeistertitel wie auch die Siege in der Gesamtweltcup-Wertung. Es ist anzunehmen, dass Absalon im Hinblick auf die Olympischen Spiele nochmals stärker antreten wird. Hinter Absalon macht sich aber eine ganze Armada breit, diesen vom Thron zu stürzen. José Hermida, Fredrik Kessiakoff, Roel Paulissen, Jakob Fuglsang oder die Schweizer Christoph Sauser, Ralph Näf, Florian Vogel oder Nino Schurter werden versuchen, die Dominanz Absalons zu knacken.



Viele Kandidaten für Olympia

Spannend werden die Rennen vor allem mit Sicht auf die Schweizer, wo gleich vier Siegfahrer um die drei Tickets nach Peking kämpfen werden. Näf, Vogel und Sauser haben mit ihren Spitzenplatzierungen bei den Weltmeisterschaften in Schottland bereits eine von zwei Limiten erfüllt. Schurter hingegen steht noch mit leeren Händen da, hätte er doch in Schottland im U23-Rennen statt Silber Gold holen müssen. Thomas Frischknecht hat aus Rücksicht auf die jüngeren Fahrer den Verzicht auf die Spiele bekannt gegeben.

Um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, müssen die Schweizer Herren zwei Mal unter den besten zehn oder einmal unter den besten drei eines Weltcuprennen liegen. Es ist zu erwarten, dass sowohl Sauser wie auch Näf, Vogel und Schurter diese Limite problemlos erfüllen werden. Danach liegt es in der Hand von Swiss Olympic, einer der Topfahrer zu Hause zu lassen.

Im Schatten der vier Favoriten sind aber noch weitere Schweizer Athleten in Lauerstellung auf einen Olympiaplatz. Lukas Flückiger schrammte in Schottland um nur drei Sekunden an der Limite vorbei. Mit einer guten ersten Saisonhälfte könnten aber auch noch Fahrer wie Jürg Graf, Mathias Flückiger, Martin Gujan oder Beat Breu ein Wörtchen ums Peking-Ticket mitreden.



Kommt Gunn-Rita Dahle zurück?

Bei den Damen konzentrieren sich die Blicke auf Gunn-Rita Dahle. Die Norwegerin gilt als die beste Mountainbikerin aller Zeiten, musste aber letztes Jahr die Saison wegen einer Viruserkrankung bereits im Juni abbrechen. Das war für sie ein harter Rückschlag, physisch wie auch psychisch. So nimmt Dahle selber denn auch jeden Druck von sich und will nichts davon wissen, schon wieder in die Favoritenrolle zu schlüpfen. Auch ob sie in Peking ihren Olympiatitel verteidigen könne, lässt sie ganz bewusst offen.



Kalentieva oder die Chinesinnen?

In die Rolle der Favoritin ist unterdessen die Russin Irina Kalentieva geschlüpft. Die Weltmeisterin hat die bisherigen Rennen der Saison souverän gewonnen, sie dürfte denn auch in Houffalize auf dem Podest stehen. Es werden vor allem die Chinesinnen sein, die Kalentieva den Sieg streitig machen wollen. Traditionell starten die Chinesinnen extrem stark in die Saison, mit Chengyan Ren stellen sie denn auch die Vorjahressiegerin des Saisonauftakts in Houffalize.



Welche Schweizerinnen fahren nach Peking?

Nicht um den Sieg mitreden werden die Schweizerinnen, die weiterhin mit Petra Henzi als klare Leistungsträgerin des Teams antreten. Der Marathon-Weltmeisterin ist für einen Platz unter den besten zehn problemlos zuzutrauen, de Podestplätze vergab sie bisher regelmässig mit zu verhaltenen Startphasen. Interessant wird das Abschneiden von Maroussia Rusca sein. Die Westschweizerin ist fulminant in die Saison gestartet, hat einen Lauf des Swisspower Cup gewonnen, einen anderen beendete sie knapp hinter Irina Kalentieva auf Platz zwei. Auf den Start am Swisspower Cup in Muttenz am vergangenen Wochenende hat sie verzichtet um sich nochmals gezielt auf den Weltcupauftakt vorbereiten zu können. Rusca hat ihre (letzte) Chance erkannt, sich für Olympische Sommerspiele qualifizieren zu können.

Ebenfalls mit den Olympischen Spielen vor Augen hat Marielle Saner auf diese Saison von der Downhill- in die Cross Country-Sparte gewechselt. Und ist dabei gleich ganz vorne eingestiegen. Den Swisspower Cup in Muttenz beendete sie als dritte auf dem Podest und hat dabei gestandene Cross Country-Spezialistinnen deutlich geschlagen.

Um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, müssen die Schweizerinnen zwei Mal unter den besten zwölf oder einmal unter den besten fünf eines Weltcuprennen liegen.



Beim Weltcup-Auftakt in Houffalize von kommendem Sonntag (20. April) starten die Damen um 10.30 Uhr, die Herren um 14.00 Uhr. Ride ist vor Ort und berichtet unmittelbar nach dem Zieleinlauf von den Rennen. Noch schneller ist der SMS-Resultateservice: Sobald die ersten fünf Fahrer im Ziel sind, wird der Resultateservice ausgelöst und per SMS verschickt. Infos unter www.ride.ch/sms






Meldung vom 17. April 2008 (Autor: red )
 

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