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Simplon 2005: Vorarlberger sind fest auf Kurs
Das vorarlberger Familienunternehmen «Simplon» bleibt auch 2005 der bisher verfolgten Strategie treu: Qualitativ hochstehende Fahrräder nach Kundenwunsch zu fertigen und ganzjährig innert weniger Tage nach Eingang der Bestellung ausliefern zu können. Diesen Sommer werden die Räumlichkeiten in Hard b. Bregenz von 5000 auf 8000 Quadratmeter Betriebsfläche erweitert, was die Ambitionen der Hämmerles verrät: Sie wollen den Umsatz innert fünf Jahren verdoppeln.

Das soll nicht über Stückzahlen, sondern über einen nochmals höheren, durchschnittlichen Verkaufspreis klappen. Schon 2003 gelang es «Simplon», in jeder Fahrradkategorie einen Durchschnitts- Verkaufspreis zu erzielen, der den Preis des Einsteigermodells um das Doppelte übertraf. Einige der Neuheiten im Sortiment für 2005 haben das Zeug dazu, im oberen Preissegment abzuräumen, so der neue Viergelenker «Lexx», den es ab Dezember auch als «Stomp» mit Karbon-Hauptrahmen geben wird. Oder das leichte und bildschöne Carbon-Hardtail «Gravity».

I. Bike-Neuheiten für 2005
In der österreichischen Bike-Rennszene ist «Simplon» eine feste Bank, und die neusten Modelle werden diese Stellung weiter untermauern. Dafür sorgen eigenständige Lösungen wie das markant querovalisierte Oberrohr mit den Seitenrippen, das nahtlos in einen wuchtigen Monostay übergeht und vom Sitzrohr penetriert wird. «SCS» hat Simplon diese ursprünglich für den «Pride»-Rennradrahmen ausgetüftelte Konstruktion getauft, was für «Simplon = Comfort + Stiffness» steht. Das Ziel: Maximale Torsionssteifigkeit soll mit einer gewissen Flexibilität in vertikaler Richtung kombiniert werden. Diese SCS-Technologie wird sowohl bei den Carbonmodellen «Gravity» und «Stomp» wie beim Alu-Hardtail «Mythos» verwendet.

Generell kommen bei den Bikes für Marathon und Cross Country in der kommenden Saison grosszügig dimensionierte Reifen zum Einsatz (Schwalbe's «Racing Ralph» in 2.25 Zoll), und der Schaltzug für hinten verläuft vom Hebel bis zum Schaltwerk in einer durchgehenden Aussenhülle, um die Schaltpräzision auch bei garstigen Bedingungen zu erhöhen.

«Lexx» ? Simplon's Bliggfang für Marathon-Fans
Bei den Modellen «Lexx» und «Stomp» verbauen die Vorarlberger erstmals einen Hinterbau, der nach dem Viergelenker-Prinzip arbeitet und bis zu 115 Millimeter Federweg bietet. Mit dem Monocoque-Hauptrahmen aus Hochmodul-Kohlefasern spielt das ab Dezember erhältliche «Stomp» gar in der Liga der leichtesten Vollgefederten mit: Ohne Federbein bringt der Rahmen gerade einmal 1880 Gramm auf die Waage ? und das, obwohl der Hinterbau durchgehend auf hochwertigen Kugellagern dreht. Auch das günstigere «Lexx» ist ein Leichtgewicht, dessen Rahmen dank hochwertiger Zirkonium-Alulegierung bloss 300 Gramm mehr als derjenige des Kohlefaser-Cousins auf die Waage bringt ? dafür aber bereits ab Oktober lieferbar wird.

Auf dem Trail erweist sich das «Lexx» als zwar sportlicher, aber nicht spartanischer Begleiter: Die Sitzposition ist ein gelungender Kompromiss, dank dem Überschlagsgefühle in der Abfahrt ausbleiben und man dennoch ausreichend Druck aufs Vorderrad bringt. Der durchdacht konstruierte Hinterbau kann zudem mit relativ geringem Druck in der SPV-Kammer des Manitou-Federbeins gefahren werden, was dem Fahrkomfort zu Gute kommt.

«Gravity» - edles Leichtgewicht mit Allround-Eigenschaften
Das eigentliche Highlight in den Augen der Racer ist 2005 das «Gravity»: Für diesen komplett neu entwickelten Rahmen hat Simplon tief in die Trickkiste gegriffen ? und von Wissen profitiert, das man bei der Entwicklung des «Pride»-Rennrad-Rahmens gewonnen hat. Das Resultat ist ein ungemein verwindungssteifer, dennoch komfortabel zu fahrender Kohlefaser-Rahmen, der mit 1200 Gramm zudem sehr leicht ist - besonders wenn man bedenkt, dass der Rahmen neben einer Disc-Aufnahme auch Cantilever-Sockel am Hinterbau bietet.

Bergauf und bei Sprints überzeugt das Bike mit enormem Vortrieb und lädt stets zu Sprints ein, was sicher auch am Gewicht von deutlich unter zehn Kilogramm liegt. Dennoch kann man es bergab fast schon unanständig stehen lassen, ohne jemals das Gefühl zu bekommen, auf einem fragilen Superleicht-Bike unterwegs zu sein: Hier macht sich bezahlt, dass das Bike dank des Rahmens so leicht ist ? und nicht wegen Anbauteilen, die einem mit fehlender Steifigkeit und/oder Geländetauglichkeit den Spass an der Abfahrt nachhaltig vermiesen. Zudem nimmt man auf dem vorarlberger Kohlefaserschlitten eine durchaus sportliche, aber nicht rennmässig gestreckte Haltung ein. Es hat mir jedenfalls noch nie so viel Spass gemacht, auf einem superleichten Hardtail bergab zu kesseln, wie mit dem «Gravity» - nomen est omen. Dieses legale Doping in Kohlefaser-Form gibt?s ab Ende Oktober ? im Bikeshop, nicht in der Apotheke.

«Gizzmo» - leichter Freerider oder Hardcore-Enduro?
In Zeiten, wo manche Magazine für jedes Zoll zusätzlichen Federweg eine neue Bike-Kategorie kreieren, scheint die Einordnung des «Gizzmo» erschwert: Denn dieser Eingelenker bietet hinten 135 oder 150 Millimeter Federweg und genügend Platz für dicke 2.5 Zoll-Reifen, was neben Anbauteilen wie der «Louise FR» von Magura auf die Kategorie «Freeride» verweist. Mit einem Gewicht von knapp 13 Kilogramm, einer gemässigten Sitzposition und der vollen Gangauswahl ist das «Gizzmo» aber auch auf langen, harten Tagestouren gut aufgehoben. Kurzum: Für alle, die Ausfahrten auf dem Bike eher mit Erlebnis und Genuss als mit Rennerfolgen und Konkurrenz assoziieren, ist das «Gizzmo» ein Begleiter mit einem ungemein breiten Einsatzbereich ? so etwas wie das Schweizer Sackmesser unter den Simplon-Bikes.

II. Der Rennrad-Jahrgang 2005
Ein Jahr nach dem «Pride»-Carbonrahmen präsentiert Simplon die dazu passende Gabel ? und damit eine echte Weltpremiere. Denn die gesamte «S8»-Gabel besteht vom Schaft bis zu den Ausfallenden aus in monocoque-bauweise verarbeiteten Kohlefasern ? Metall-Inlays an den Ausfallenden sucht man vergeblich. Das Resultat soll bei einer Schaftlänge von 300 Millimetern gerade einmal 320 Gramm wiegen und nochmals verbesserte Steifigkeit mit viel Komfort kombinieren. Zudem lanciert «Simplon» mit dem «Lumen» einen komplett neuen Rennrad-Rahmen, der einen Alurahmen nach SCS-Technologie mit einem Vollcarbon-Hinterbau kombiniert - «Notoflex»-Kettenstreben inklusive. Der komplette Rahmen wiegt nur 300 Gramm mehr als das «Pride», dürfte aber erheblich erschwinglicher sein.

III. News für den Trekking-Markt
Weil die Innovationsschübe der vergangenen Jahre auch an den Trekkingbikes nicht spurlos vorüber gegangen sind, hat sich Simplon eigene Gedanken gemacht. Das Resultat: Kaltgeschmiedete Multifunktions-Ausfallenden. Diese fachwerkartig ausgesparten Teile bieten sichere Montagepunkte für Gepäckträger, Schutzbleche, Hebie-Seitenständer und Scheibenbremsen, wobei die Bremszange schön geschützt zwischen Sitz- und Kettenstreben montiert wird. Die Zeiten von Adapter- und Bastellösungen mit Rohrschellen gehören damit der Vergangenheit an.

Meldung vom 15. Juli 2004 (Autor: red )
 

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