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SBB schmeisst Velofahrer aus dem Zug

Eklat im Konflikt um den Veloselbstverlad bei der SBB: Wie der Tagesanzeiger berichtet, wurden am vergangenen Sonntag rund 30 Velofahrer unter Androhung von Polizeigewalt aus einem Intercity verwiesen.

Zum Zwischenfall kam es am Sonntagmorgen in einem Intercity von Basel nach Interlaken. Gemäss Zeugenaussagen war der Zug wegen des schönen Wetters mit Ausflügern überfüllt, rund 100 Personen hätten keinen Sitzplatz gefunden. Rund 50 Velofahrer reisten ebenfalls mit; weil der Zug nur über zehn Velohaken verfügte, musste die Mehrheit von ihnen ihr Fahrzeug in den Gängen parkieren. Kurz vor Bern wurden sie mit einer Lautsprecherdurchsage ultimativ aufgefordert, den Zug beim nächsten Halt zu verlassen. Als nicht alle Velofahrer der Aufforderung folgen wollten, erschien die Bahnpolizei. Mit zwanzig Minuten Verspätung fuhr der Zug von Bern weiter nach Interlaken – ohne die Velofahrer.

Gemäss Zeitungsbericht begründet die SBB das Verhalten mit Sicherheitsüberlegungen und weist darauf hin, dass in einem Zug lediglich so viele Velos mitgenommen werden dürfen, wie Haken dafür vorhanden sind.

Auch wenn die SBB nachvollziehbare Sicherheitsbedenken äussert, lässt sich das Vorgehen von Bern nur schlecht rechtfertigen. Statt am Anfang der Reise mussten die Velofahrer irgendwo zwischen Start und Ziel ihre Fahrt unterbrechen. Die Reise mit dem Velo im Zug wird damit zur Lotterie, abhängig vom willkürlichen Entscheid des Zugspersonals. Für Kunden, die anders als Kinderwagenbesitzer oder Reisende mit schwerem Gepäck ihren zusätzlichen Platzbedarf mit eine Extrabillet berappen müssen, werden die Serviceversprechungen der Bahn damit zur Farce.


Meldung vom 28. Juli 2009 (Autor: red )
 

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