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René Walker neu im Swiss Cycling-Vorstand

Anlässlich der Delegiertenversammlung des Schweizer Radverbands Swiss-Cycling wurde René Walker einstimmig in den Vorstand gewählt. Walker soll in der Verbandsspitze dem Mountainbikesport grösseres Gewicht verleihen. Anlässlich der ausgesprochen sachlich geführten Delegiertenversammlung wurde auch bekannt: Swiss-Cycling hat nach mehreren positiven Jahren im Jahr 2006 einen Verlust zu melden.

Walker wurde zusammen mit Hanspeter Keller als zusätzliches Mitglied in den Verbandsvorstand gewählt. Keller wird die Sportart BMX vertreten, Walker wird die Anliegen und Ansichten der Mountainbiker einbringen. «Es ist mir ein grossen Anliegen, dass im Vorstand alle Radsport-Disziplinen vertreten sind», erklärte Verbandspräsident Melchior Ehrler die Erweiterung des Vorstands. Bisher war es so, dass der Mountainbikesport im Führungsgremium der Radverbands nicht explizit vertreten war.


Zu Reden gaben an der Delegiertenversammlung die Finanzen von Swiss Cycling. Erstmals nach 2002 schreibt der Verband wieder rote Zahlen und weist einen Verlust von 48'000 Franken aus. Nach wie vor fehlt Swiss Cycling ein grosser Sponsor, der die Lage etwas entschärfen könnte. Zusätzlich gingen im Jahr 2006 die Mitgliederbeiträge nochmals leicht zurück.

Der angespannten Situation zum Trotz engagiert sich Swiss Cycling immer stärker im Leistungssport. Fast eine Million Franken floss 2006 in den Spitzensport, in die Nachwuchsarbeit und in die Trainerunterstützung.


Interview mit René Walker, neues Mitglied im Swiss Cycling-Vorstand


Was kann man von Dir als neues Vorstandsmitglied erwarten?

Am Anfang sind sicher keine Wunder zu erwarten. Es geht hier darum, den ganzen Radsport anzugehen und ich werde unsere «Welt» einbringen. Ich war schon an drei Vorstandsitzungen mit dabei und habe festgestellt, dass Mountainbike-Sicht komplett fehlt. Alles ist extrem strassenlastig. Hier sehe ich im ersten Jahr mein Hauptengagement.



Dann ist dies tatsächlich so. Die Mountainbiker hatten nicht bloss das Gefühl, untervertreten zu sein, sie sind es tatsächlich?

Diese Erfahrung habe ich gemacht. Hallenradsport, Quer, Bahn, Strasse - alles ist vertreten und ihre Anliegen werden eingebracht. Die Anliegen der Biker wurden aber bisher von niemandem aufgetischt.



Was ist genau der Unterschied des Vorstands zur Fachkommission auf deine Arbeit bezogen?

Die Fachkommission ist einzig und allein auf ihre Sportart fixiert, der Vorstand steht eher für den gesamten Radsport. Da müssen wir Mountainbiker vielleicht auch noch ein bisschen lernen: Ein Entscheid in unserem Sinne kann in anderen Disziplinen völliger sinnlos sein.



Bleibst du nach der Wahl in den Vorstand in der Fachkommission?

Ja. Jedes Vorstandsmitglied, das eine Sparte vertritt, ist auch in «seiner» Fachkommission als Berater. Der Austausch soll so viel besser werden, bisher waren in den Fachkommissionen kaum Vorstandmitglieder integriert.



Wie siehst du, wie sich der Bikesport in den Möglichkeiten des Verbandes entwickeln muss?

Visionen gibt es viele. Wir müssen zum Beispiel erreichen, dass wir Four Cross-Strecken in der Schweiz haben. Wir müssen die Zusammenarbeit mit den Bergbahnen verstärken um den Speed-Disziplinen bessere Trainingsmöglichkeiten geben zu können. Auch im Cross Country ist vieles zu machen, so ist Mountainbiken auf Singletrails vielerorts noch immer illegal. Dazu muss man versuchen, das Umfeld des Rennsports weiter zu professionalisieren um einen ähnlichen Status wie andere Sportarten zu erreichen.



Du bist das jüngste Vorstandsmitglied, das Swiss Cycling je hatte. Der Altersunterschied zwischen dir und Charly Schlott beträgt etwa 40 Jahre. Bringst du frischen Wind rein?

Ich glaube schon, dass ich frischen Wind bringe. Heute ist vieles so schnelllebig, alles verändert sich dauernd und ich vertrete die Generation, die sich mit dieser Schnelllebigkeit identifiziert. Hier kann ich meine Erfahrung in der Zeitmessung und der Rennorganisation einbringen. Ich kann vielleicht eher neue Impulse einbringen und Strukturen aufbrechen.



Nicht nur im Vorstand, auch bei den Delegierten hat es kaum Personen unter 40 Jahre. Wieso hat es so wenige «Junge» die sich engagieren bzw. was ist denn bei Dir anders?

In den Clubs und an den Rennen gibt es schon viele «Junge», die sich engagieren. Ich war halt jemand, der den Verband in meiner Tätigkeit immer kritisiert hat und nun nutze ich die Gelegenheit, selber etwas bewirken zu können.



Du wirst per 1. April den Job wechseln. Vom Swisspower Cup gehst Du zu Thömus. Wird man dich noch auf den Rennstrecken sehen?

Man wird mich eher öfters auf den Strecken sehen. Da Thömus in allen Sparten aktiv ist, wird man mich auch an Marathon- oder Downhill-Rennen sehen. Zum anderen bleibe ich dem Swisspower Cup während den Rennen erhalten und wirke als Freelancer bei der Rennorganisation mit.


Meldung vom 17. März 2007 (Autor: tg )
 

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