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So hat sich Ralph Näf den Start in die Weltcupsaison 2008 nicht vorgestellt: In Houffalize fällt er nach einem Platten zurück, in Offenburg muss er krankheitsbedingt aufgeben und in Madrid kann er mit einer hohen Startnummer nicht zur Spitzengruppe aufschliessen. Gegenüber Ride nimmt Näf zu seiner Situation Stellung und blickt zuversichtlich auf die kommenden Rennen.
Du bist in dieser Saison unter den Erwartungen geblieben. Was ist genau los mit Ralph Näf?
Ich wollte für Houffalize bereit sind, doch dann wurden unsere Rennbikes gestohlen, darunter auch mein Fully. Dieses Bike war für mich sehr wichtig, und auf einer Strecke wie jene in Houffalize ist ein vollgefedertes Bike ein grosser Vorteil. Ich musste dann mit dem Hardtail fahren und im Rennen sah es ganz gut aus. Kurz vor dem Ziel hatte ich einen platten Reifen und ich wurde nach hinten geworfen.
Meine Form wäre gut gewesen. Nach Houffalize wurde ich jedoch krank und lag fast die ganze Woche vor Offenburg im Bett. Ich wollte es aber in Offenburg dann trotzdem probieren, aber es ging einfach nicht. Ich musste in der ersten Runde aufgeben weil ich wegden der Erkältung keine Luft gekriegt habe.
Vor Madrid habe ich mich gut erholt und ich habe auch wieder gut trainiert. Eigentlich wollte ich mehr hier, aber mit der hohen Startnummer ist das fast nicht möglich. Am Anfang waren wir gleich eingeklemmt und dann habe ich vier Runden auf Angriff gefahren um an die Spitzengruppe heranzukommen. In der Fläche ist mir das jeweils jeweils auch gelungen, ich fiel dann aber immer wieder zurück und schliesslich fehlte mir die Kraft um vorne mitzuhalten. Das Gefühl wäre gut gewesen und ich bin sehr zuversichtlich für die Europameisterschaften.
Du hast die Olympia-Norm im Gegensatz zu Christoph Sauser, Nino Schurter, Florian Vogel und Martin Gujan noch nicht erfüllt. Wirst du langsam nervös?
Es ist noch Anfang Saison und erst ein Monat vorbei. Die Selektionen für die Olympischen Spiele werden Ende Juni nach den Weltmeisterschaften vorgenommen. Ich mach mir zwar meine Gedanken, aber meine schlechten Resultate hatten ihre Gründe. Ich muss jetzt schauen, dass ich das Pech abschütteln kann. Ich war in den letzten Jahren immer wieder schnell, ich hatte immer wieder Tiefs und bin noch jedes Mal zurückgekommen. Ich kenne meine jetzige Situation von früher, sie macht mich nicht besonders nervös.
Man muss aber auch sehen, dass wir sehr viele ganz starke Schweizer haben und da werden mehrere Fahrer zu Hause bleiben müssen, die es eigentlich verdient hätten. Diese Situation ist uns bewusst, macht uns Schweizer aber noch stärker.
Wie geht deine Saison jetzt weiter?
Jetzt haben wir vier Wochen Zeit bis zum Weltcup in Andorra und da habe ich die nächste Chance. Die Saison ist noch nicht gelaufen und ein Höhepunkt werden dann sicher die Weltmeisterschaften in Italien sein.
Du hast die Diebstähle erwähnt, auch in Madrid wurde dein Team wieder Opfer einer Diebesbande, dieses Mal allerdings ohne Beute. Hat das einen Einfluss auf euch Fahrer?
Für mich ist es besonders schwierig weil ich sehr viel Zeit in meine Bikes investiere. Mit dem Velo in Houffalize habe ich den ganzen Winter trainiert und habe es in den Details immer noch ein bisschen verbessert. Ich habe eine spezielle Beziehung zu meinen Bikes, auch weil ich in der Entwicklung mit dabei war. Als es dann gestohlen wurde, hat mich das schon getroffen. Ich war auch traurig weil ich gesehen habe, wie viel Arbeit für nichts den Bach ab ging. Nach Houffalize konnte ich dann all meine Detaileinstellungen nicht mehr vornehmen weil ich krank war. Ich muss jetzt diese vier Wochen nutzen und alles vergessen, was Anfang Saison war.
www.ralphnaef.ch
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