Viele tausend Zuschauer säumen in der Innenstadt von Saalfelden den 560 Meter langen Kurs, der zweimal gefahren wird pro Lauf. Ralph Näf sichert sich routiniert den Einzug ins Finale der besten Vier. Dort erwischt er keinen guten Start. «Ich hatte da nicht den Punch», erklärt er später. Doch was zuvor niemand gelungen ist, Ralph Näf schafft es: Als es in die erste Kurve der zweiten Runde geht, überlistet er mit überragender Fahrtechnik die vor ihm fahrenden Christian Pfäffle und Daniel Federspiel. Er rückt näher an den bis dahin klar führenden Slowenen Mihal Halzer heran und als es auf die lange Zielgerade geht, spielt Ralph Näf sein ganzes Können aus. «Es ist unglaublich. Vor fünf Jahren habe ich schon gesagt, wenn es mal eine Sprint-WM gibt, will ich sie gewinnen. Die letzten beiden Jahre habe ich es nicht mehr geglaubt, aber jetzt ist ein Traum wahr geworden», jubelt Ralph Näf.
Die Atmosphäre in den Gassen von Saalfelden ist grossartig und Überholvorgänge werden lautstark bejubelt. Im Finale der Frauen gibt es davon einige zu sehen und verantwortlich dafür sind Jolanda Neff und Alexandra Engen. Die Olympia-Sechste gewinnt die Startphase, doch Jolanda Neff geht mit fabelhafter Kurventechnik eingangs zweiter Runde an Engen vorbei. Die Schwedin kontert und zieht über den Anstieg hinüber wieder an der U23-Weltmeisterin vorbei. Doch Jolanda Neff lässt sich nicht beirren. In der nächsten Kurve ist sie wieder vorne. Dann geht es auf die Zielgerade. Dort gehen der fünf Jahre jüngeren Jolanda Neff dann die Kräfte aus. «Ich war total kaputt, aber ich habe alles gegeben. Jetzt noch mal Silber, nachdem dem U23-Titel, das ist hammergeil», jubelt die 19-Jährige.
Juniorin Ramona Forchini passiert auf der Zielgerade im Grunde dasselbe. Sie kann das Tempo nicht mehr halten und wird von der U23-Weltmeisterin von 2009, Aleksandra Dawidowicz noch überholt. Zuvor hatte Forchini in allen ihren Finalläufen überzeugt. «Es ist schade, aber ich bin zufrieden. Es ist eine Wiedergutmachung für das Pech im Cross-Country-Rennen», sagt Forchini, die dort am Start durch einen Sturz aufgehalten wurde.
Kathrin Stirnemann wird Fünfte. Sie hat im Halbfinale Pech, als sie am Start etwas abgedrängt wird und nur an vierter Stelle auf den Kurs geht. Das kleine Finale kann sie für sich entscheiden.
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