An diesem Wochenende starten die Cross-Country-Mountainbiker in der Toskana in die neue Saison. Im Kurzinterview äusserst sich dabei Ralph Näf zur anstehenden Saison, zu nicht offenen Rechnungen und zu seiner Zusammenarbeit mit Ingenieuren.
Ralph Näf, am kommenden Wochenende beginnt in der Toskana die Cross-Country-Saison. Was darf man von dir erwarten? Eigentlich das Gleiche wie im letzten Jahr. Der Maremma-Cup ist für mich ein guter Einstieg in die Rennsaison und stellt ein effizientes Training unter Wettkampf-Bedingungen dar. Natürlich will ich gewinnen – wie immer, wenn ich am Start stehe. Die Rennen in Massa Marittima sind aber auch etwas Besonderes, weil ich mich hier einfach wohl fühle. Die ganze Familie wird da sein, das sind beste Trainingsbedingungen.
Wo liegt der Fokus für die restliche Saison? Ich will im Weltcup konstante Spitzenleistungen zeigen und dabei regelmässig auf dem Podest stehen. Eine Top3-Platzierung im Gesamtweltcup ist darauf die logische Konsequenz. Der wichtigste Wettkampf ist aber das Weltmeisterschafts-Rennen in Kanada.
Auf die Weltmeisterschaften musstest du letztes Jahr als Mitfavorit verletzungsbedingt verzichten, ein Jahr zuvor hat man dich nicht fürs Olympia-Rennen selektioniert. Ist das nicht frustierend? Nein, im Gegenteil. Das motiviert mich umso mehr. Ich will Zuschauern und Konkurrenten zeigen, dass man mit mir hätte rechnen müssen und dass ich ganz vorne mitgefahren wäre. Ein verletztes Raubtier ist gefährlicher als je zuvor. Über die Olympischen Spiele in London zerbreche ich mir noch nicht den Kopf. Natürlich sind diese ein zentrales Fernziel, aber ich denke kurzfristiger und will jede Saison an der Spitze fahren. Das gilt vorerst für das Jahr 2010, aber dann natürlich auch für das Olympiajahr 2012.
Du bist nun seit vielen Jahren im «Multivan Merida Biking Team». Bleibt das so? Mein Vertrag läuft Ende dieser Saison aus, und für meine Zukunft lasse ich alles bewusst einmal offen. Die Saison 2010 wird also extrem wichtig, um mir eine gute Verhandlungsbasis zu erarbeiten. Bei Multivan-Merida stimmt alles und es bräuchte schon ein extrem gutes Angebot oder aussergewöhnliche Umstände, um mich zu einem Teamwechsel zu bewegen.
Läuft auch der Vertrag von José Hermida aus? Ja. Und wenn wir das Team wechseln, dann nur im Doppelback. Wir sind ein gut funktionierendes Duo, das ist mitunter ein Geheimnis unseres Erfolgs. José und ich sind zusammen viel mehr Wert als wenn wir einzeln unterwegs wären, auch was die Vermarktung betrifft. Wer mich in einer Mannschaft will, muss auch José nehmen – und umgekehrt.
Man hört, Merida entwickle zusammen mit dir ein neues Rennfully. Stimmt, ich werde wohl an den Weltmeisterschaften in Kanada erstmals einen Prototyp im Renneinsatz fahren. Ich bin in der Konzeptphase mit dabei und gebe meine Erwartungen und Anforderungen mit ein. Das sind vor allem technische Aspekte rund um die Rahmengeometrie und die allgemeine Ausrichtung und Positionierung des Bikes. Sind die ersten Prototypen fertig gestellt, bin ich als Testfahrer im Einsatz, um den Ingenieuren die nötigen Rückmeldungen für Verbesserungen zu geben.
In welche Richtung wird denn das Bike gehen? Der Fokus im Cross-Country-Sport wird künftig noch viel stärker auf vollgefederten Bikes liegen und beim Gewicht ist man bei Weitem noch nicht am Limit. Neue Materialen werden Bikes zu weniger Gewicht und grösserer Steifigkeit verhelfen, Detailverbesserungen in der Rahmengeometrie werden die Federung sensibler und effizienter machen. Dieser Anspruch besteht auch für das in Entwicklung stehende Race-Fully von Merida.
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Meldung vom
25. Februar 2010
(Autor:
tg )
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