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Radsport-Ausbildungschef mit Doping-Forderungen

Während an der Tour de France ein Dopingskandal den anderen jagd und der Strassen-Rennsport sich gänzlich unglaubwürdig zu machen scheint, werden die Forderungen nach einem sauberen Spitzensport immer lauter. Gefordert sind dabei unter anderem die Radverbände, wobei auch der Weltverband UCI hier immer wieder arg in der Kritik steht. Swiss Cycling macht sich dagegen seit längerem stark für einen dopingfreien Radsport. Der Ausbildungsverantwortliche Roland Richner ist nun mit einem breiten und interessanten Forderungskatalog an die Öffentlichkeit gelangt.



Forderungskatalog vom Ausbildungsverantwortlichen Swiss Cycling und Fachleiter Radsport beim BASPO Roland Richner



Die Situation im Spitzensport und im Speziellen im Radsport hat katastrophale Auswirkungen auf die Zukunft des Radsportes. Die Perspektiven für junge Nachwuchstalente werden durch das dopingbelastete Umfeld systematisch zunichte gemacht.



Seit dem Fall Festina 1998 hat es der Radsport verpasst, griffige Massnahmen in die Wege zu leiten. Den unermesslichen Schaden am Radsport tragen nicht die Profimannschaften, nicht die Manager, nicht die im Dopingsumpf verwickelten Ärzte und auch nicht die Hersteller und Dealer der verbotenen Substanzen. Der Schaden äussert sich bei den nationalen Verbänden, den Clubs, den Rennveranstaltern, Nachwuchstrainer und den Nachwuchsathleten.



Auf die Fragen der jungen Rennfahrer warum ehemalige Dopingsünder Tourdirektoren, Sportliche Leiter, Radsportmanager oder Vip-Chauffeure an der Tour de Suisse dabei sind, gibt es wohl kaum eine vernünftige Erklärung!

Einzig diese Leute halten den dopingverseuchten Radsport am Leben und verhindern mit allen Mitteln eine Veränderung! Alle Massnahmen der Szene mit internen Tests sind nur Lippenbekenntnisse, die Dopingsünder weigern sich die Quellen preis zu geben! Oder hoffen auf eine Kronzeugenregelung, aber erst dann, wenn ihnen das Wasser bis zum Halse steht.
Warum etwas ändern, wo so viele Leute viel Geld verdienen können? Und wenn schon etwas geändert wird, dann nur so viel dass der Besitzstand geregelt ist! Irgendwie nachvollziehbar!



Die Nachwuchsverantwortlichen kämpfen mit ungleich langen Spiessen: Obwohl sehr gute Ausbildungsinhalte im Bereich Prävention angeboten werden. Kampagnen von Swiss Olympic wie «Cool and Clean» die mit allen Nachwuchsathleten eingehend thematisiert und gelebt werden. Oder Ethik Module in der Trainerbildung sind ein Tropfen auf den heissen Stein.
Diese Arbeit wird durch den Dopingsumpf laufend zunichte gemacht!

Bald sind 10 Jahre seit dem Festina-Skandal vergangen, seit 10 Jahren sind alle Beteiligten, entsetzt, überrascht, und versprechen eine Besserung! Nur, Tatsache ist, die Situation und die Auswirkungen auf den Sport sind gravierender denn je!



Raus aus diesem Schlamassel und dies ohne wenn und aber! Es gibt nur eine einzige Lösung!
Ein hundertprozentiger Neuanfang im Radsport! Weg mit den Leuten die im Sport und im Umfeld von jungen, gesunden Menschen nichts zu suchen haben!



Als Fachleiter Radsport beim BASPO und als Ausbildungsverantwortlicher bei Swiss Cycling stelle ich folgende Forderungen an die Institutionen Swiss Cycling, Swiss Olympic und an die UCI.



  • Der nationale Verband Swiss Cycling schliesst jede Zusammenarbeit mit Dopingsündern
    und mit Personen aus dem Umfeld des Dopings, die nicht zu einer 100% Klärung
    des Falles beigetragen haben, kategorisch aus!

  • Swiss Cycling erteilt weder
    Mandate oder Aufträge jeglicher Art an
    Personen aus dem erwähnten Umfeld.

  • Die Trainer, Betreuer etc. in den nationalen
    Verbänden sind nach
    strengen ethischen Grundsätzen auszuwählen.

  • Swiss Cycling unterstützt
    keine Veranstaltungen im Radsport, an denen Personen mit Dopingvergangenheit
    beteiligt sind

  • Swiss Cycling sperrt Dopingsünder und deren Hintermänner
    lebenslänglich
    im Umfeld des Verbandes (Andere Sportverbände haben dies bereits
    umgesetzt)

  • Swiss Cycling fordert den internationalen Verband UCI auf
    konsequent und mit Null-Toleranz die Dopinggesetzgebung auf ihrer Stufe
    zu verschärfen
    und durchzusetzen. Lebenslange Sperre, für ertappte Athleten und den weiteren
    verantwortlichen Hinterleuten!

  • Swiss Cycling muss zusammen mit Swiss Olympic
    und den anderen Sportverbänden
    ein griffiges Antidopinggesetz beim Parlament beantragen. Ein ähnlicher
    Antrag ist auch an das IOC zu richten.

  • Nationale Sportverbände
    respektive Länder, welche der im WADA
    Code definierten Grundsätze zuwiderhandeln, werden während vier Jahren
    in der jeweiligen Sportart von internationalen Sportanlässen ausgeschlossen.

  • Im
    Weiteren fordert Richner die Dopingsünder auf, einen finanziellen
    Beitrag an die Nachwuchsförderung zu leisten und wenigstens auf diesem Weg
    ein Zeichen der Einsicht und des guten Willens zu demonstrieren.






Roland Richner

Fachleiter Radsport BASPO

Ausbildungsveratwortlicher Swiss Cycling


www.swiss-cycling.ch


Meldung vom 27. Juli 2007 (Autor: red )
 

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