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Phantastische Saisonbilanz des Stöckli-Biketeams

Mit dem Rennen «Roc d`Azur» im südfranzösischen Fréjus ist am zweiten Oktoberwochenende auch für die letzten Stöckli-Teamfahrer die bisher erfolgreichste Saison in der Mannschaftsgeschichte zu Ende gegangen. Thomas Zahnd konnte mit dem dritten Platz im Marathon-Rennen vom Freitag ein letztes Glanzlicht setzen.

Die Leistungsbilanz der «Stöcklis» ist bemerkenswert: Thomas Stoll (erstmals) und Urs Huber (zum zweiten Mal in Folge) sicherten sich mit zahlreichen Etappensiegen und Streckenrekorden den Gesamtsieg in der sieben Prüfungen umfassenden MTB-Langstreckenrennserie iXS swiss bike classic auf der Lang- beziehungsweise Kurzdistanz. Thomas Zahnd holte sich die Gesamtwertung der iXS Euro Bike Extremes. Mit Renata Bucher, Thomas Stoll (beide Silber), Daniela Louis und Thomas Zahnd (beide Bronze) konnten an Schweizer Meisterschaften nicht weniger als vier Medaillen gefeiert werden. Dazu kam Stolls famoser zweiter Platz an den Marathon-Europameisterschaften in Chies d`Alpago. Lediglich an den stimmungslosen Marathon-Welttitelkämpfen in Bourg d`Oisans reichte es nicht in die Medaillenränge. Dennoch ist Stöckli-Teammanager Thomas Steger überzeugt, «dass die diesjährigen Erfolge im kommenden Jahr nur schwer zu übertreffen sind.» Voraussichtlich werden alle Leistungsträger auch im kommenden Jahr für die renommierte Luzerner Bike- und Skischmiede fahren. Die beiden Frauen Daniela Louis und Renata Bucher werden ihren Fokus allerdings vermehrt auch auf Cross Country-Rennen über die olympische Distanz richten - mit Fernziel Olympische Spiele 2008 in Peking.

Tolle Stimmung
«Die Stimmung am Roc d`Azur war gigantisch und das riesige Teilnehmerfeld ebenfalls», schwärmt Thomas Zahnd, auch noch Tage nach dem letzten Showdown der internationalen Bike-Szene. Zusammen mit dem früheren Giro-Sieger Gilberto Simoni, WM-Silbermedaillengewinner Christoph Sauser, dem früheren zweifachen «Dolomiti»-Sieger Marzio Deho und dem ehemaligen Marathon-Europameister Thomas Dietsch konnte sich Zahnd in einer Spitzengruppe etablieren und sicherte sich im Rennen vom Freitag hinter Deho und Dietsch den dritten Rang. «Ein phantastischer Abschluss einer gelungenen Saison», bilanziert Zahnd, der im kommenden Jahr seinen 50-Prozent-Job als Velomechaniker bei Stöckli quittiert, um als Professional für das Luzerner Unternehmen unterwegs zu sein. Der Uetendorfer muss nicht lange überlegen, um Verbesserungspotenzial für 2007 auszumachen. «Die beiden Langstreckenrennen Cape Epic und Transalp Challenge endeten nicht nach Wunsch. Nächstes Jahr möchten wir gewinnen», sagt der 25-jährige, der beide Anlässe jeweils mit Sandro Spaeth bestritten und als 4. beziehungsweise 2. im Schlussklassement beendet hatte. Mit den Resultaten in den Eintagesrennen (Sieg in der iXS Euro Bike Extremes, 3. iXS swiss bike classic, Ma-SM-Bronzemedaille) ist Zahnd zufrieden, möchte sich aber auch da im kommenden Jahr noch steigern.

Bisher erfolgreichste Saison
Auch Thomas Stoll hat die bisher erfolgreichste Saison in seiner jungen Bikekarriere hinter sich - zugleich das erste Jahr als Berufsfahrer. Deren wichtigste Höhepunkte sind der Gesamtsieg der iXS swiss bike classic (mit 2 Etappensiegen zum Auftakt am Monte Generoso Bikemarathon und mit neuem Streckenrekord am Nationalpark-Bikemarathon) sowie die Silbermedaillengewinne an den Europa- und Schweizermeisterschaften. Als Tiefpunkt bezeichnet der Osterfinger das Abschneiden an der WM, die er als 17. weit hinter seinen persönlichen Ambitionen beendete. Stoll möchte sein Potenzial in Zukunft auch an internationalen Titelkämpfen zur Geltung bringen - ob allerdings weiterhin im Stöckli-Team liess der 24-jährige noch offen. Die definitive Entscheidung fällt zu Beginn von Woche 42.

Bemerkenswerter Kampfgeist
Seine Zukunft bei Stöckli bereits besiegelt hat dagegen Urs Huber, der 2007 vom B- ins A-Team der erfolgreichsten Schweizer Marathon-Equipe aufsteigen wird. Kein Wunder: Hubers Erfolge in der laufenden Saison, vor allem aber seine Art mit Rückschlägen umzugehen, sind bemerkenswert. Der nunmehr zweimalige Gesamtsieger der iXS swiss bike classic blickt auf einen wechselvollen Saisonverlauf zurück mit klarem Höhepunkt Swiss Bike Masters. Dort verbesserte er den Streckenrekord auf der 75-km-Kurzdistanz um sechs Minuten. Eine Woche später folgte der grösste Tiefpunkt: Am Weltcup-Finale in Val Thorens brach sich der Joner das Schlüsselbein bei einem Sturz. Anstatt jedoch zu resignieren, stieg er nach der Operation gleich wieder aufs Bike und konnte nur zwei Wochen später bereits wieder als zweiter vom Podest der Grand Raid winken. Eine sagenhafte Willensleistung, denn das Wetter im Wallis war miserabel.

Gesundheitliche Probleme
Mit gemischten Gefühlen auf die ablaufende Saison zurück blickt Thomas Spichtig, als dritter des Ma-Weltcups im Vorjahr der grosse Hoffnungsträger im Team. Zu Beginn konnte der Schaffhauser wohl mit den Stärksten mithalten, baute dann aber immer mehr ab und musste mit der Diagnose «Pfeiffersches Drüsenfieber» die Saison bereits im September beenden, um seinem Körper Ruhe für die Genesung zu gönnen. Spichtig wird dennoch weiterhin für Stöckli fahren, «denn wir lassen unsere Fahrer nicht einfach wie heisse Kartoffeln fallen, wenn sie ihre Leistung aus gesundheitlichen Gründen nicht bringen können», erklärt Teammanager Steger.

Neues Ziel - neues Glück
Ebenfalls hinter ihren Leistungen blieb heuer Daniela Louis. Das hat aber weniger mit ihrem Potenzial sondern eher mit ihren laufend geänderten Saisonzielen zu tun. Die Vorjahressiegerin startete mit einem Triumph in die Ma-Weltcup-Saison und startete wie Teamkollege Stoll auch fulminant in die iXS swiss bike classic mit dem Sieg zum Auftakt am Monte Generoso-Bikemarathon in Mendrisio. Doch dann häuften sich die Ausfälle, die Louis meistens und Unwohlsein zurückführte, und auch die Siege wurden rarer. Worauf die Toggenburgerin vermehrt Cross Country-Rennen über die olympische Distanz bestritt - und prompt dritte der Schweizermeisterschaft wurde. Das Ticket an die WM in Neuseeland rückte ein neues langfristiges Ziel in den Mittelpunkt: Die Olympischen Spiele 2008 in Peking. «Seit geraumer Zeit gewinnen die starken Cross Country-Fahrer auch die wichtigen Marathon-Rennen. Ich glaube deshalb, dass der Schlüssel zum internationalen Erfolg über die Cross-Country-Schiene zu erreichen ist», erklärt Louis. Dennoch wird sie 2007 auch wieder in den Marathon-Rennserien um Spitzenklassierungen mitkämpfen, denn der Radweltverband habe es endlich fertig gebracht, einen schlauen Rennkalender mit wenigen Terminüberschneidungen zu gestalten. Stöckli unterstützt Louis weiterhin in ihren sportlichen Bestrebungen.

Schweizer Meisterschaft als Höhepunkt
Renata Buchers Höhepunkt war heuer der Silbermedaillengewinn an den Cross Country-Schweizermeisterschaften sowie erste Top-Platzierungen in Langstreckenrennen. Wie Louis möchte auch die Luzernerin in Zukunft vermehrt an CC-Rennen über die klassische Distanz teilnehmen und hat die Weltspiele in Peking als Ziel ins Auge gefasst. Bucher wird ebenfalls weiterhin für Stöckli fahren.


Pressemitteilung Stöckli, Martin Platter

www.stoeckli.ch


Meldung vom 12. Oktober 2006 (Autor: red )
 

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