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Petra Henzi: «Karriere noch nicht vollendet»
Von Petra Henzi hiess es wiederholt, sie würde Ende 2009 zurück treten. Doch die Aargauerin war beim Auftakt zum Racer Bikes Cup in Buchs am Start und dementiert. Ride hat mit der Marathon-Weltmeisterin von 2007, die erst mit Ende 20 zum Wettkampfssport kam, über diese Gerüchte und über ihre wirklichen Pläne gesprochen.

Petra, es hiess, du würdest zurücktreten. Jetzt warst du in Buchs am Start. Ist das ein Rücktritt vom Rücktritt?
Nein, nein. Ich habe nie offiziell meinen Rücktritt erklärt, das haben mir aber immer alle in den Mund gelegt. Ich habe es aber bewusst nie ausgesprochen, weil ich einfach noch nicht bereit bin, den Schnitt zu machen. Ich befinde mich zwar in einer Umbruchphase und es wird sich vieles ändern, aber ich will noch nicht ganz aufhören.

Was ändert sich denn bei dir?
Seit kurzem arbeite ich mit 70 Prozent in einem Baugeschäft in Küttigen im Büro. Und ich habe eine neue Beziehung, dadurch ist das Private auch wichtiger geworden. 2010 wird ein Prüfstein sein, ob ich alles vereinbaren kann.

Trotzdem bleibst du dem Wettkampfsport treu?
Nach zehn Jahren ‚tschüss’ sagen, das kann ich noch nicht ganz. Aber es ist sehr viel ungewiss. Ich habe drei Nachmittage frei, aber ich kann nicht mehr so viel trainieren und welche Wettkämpfe ich tatsächlich bestreiten kann, weiss ich auch noch nicht. Nach Peking 2008 war mir bewusst, dass ich neue Wege gehen muss und will. 2009 habe ich mir noch als letztes Jahr gegeben. Die Marathon-WM in Graz war das Ziel, das ich aber nicht ganz realisieren konnte.

Ein Rücktritt aus der Cross-Country-Nationalmannschaft ist es dann aber doch, oder?
Sagen wir mal, ich bin eine Halb-Pensionärin. Cross-Country-Rennen fahre ich vor allem für die Schnelligkeit, die ich bei Marathons auch brauche. Aber ich werde mich auf die Langstrecke konzentrieren und sicher nicht oft an Cross-Country-Rennen anzutreffen sein.

Ist es mehr das Unvollendete durch das Defektpech bei der Marathon-WM, das dich zum Weitermachen veranlasst oder einfach die Freude am Sport?
Beides ein bisschen. Mir macht es nach wie vor viel Freude und ich bin bereit für den Wettkampf. Ich habe noch Spaß am Trainieren und die Rennen reizen mich immer noch. Durch das Pech bei der WM in Graz ist es auch ein wenig unvollendet. Ob ich es wirklich vollenden kann, weiß ich nicht. St. Wendel wird ein schnelles Rennen sein und ich kann mich nicht mehr so gezielt vorbereiten wie auf Graz.

Welche Ziele hast du dir denn gesteckt?
Die Marathon-SM ist eine erste grosse Herausforderung. Sonst kommt eins nach dem anderen. Wenn möglich, will ich die Marathon-WM fahren. Ich bin in einer Umbruchphase und will mir nichts verbauen, weil ich gesagt habe, ich mache das oder das nicht mehr. So kann ich die Richtung selber bestimmen.

Wie gehts denn deinem Rücken? Du hattest damit wiederholt Probleme.
Ich weiss noch nicht, was er macht, wenn die harte Belastung kommt. Das ist auch so ein Fragezeichen. Ich werde mich sicher nicht mehr so durchquälen wie bisher, wenn die Schmerzen zu gross sind.

Könntest du dir auch vorstellen, künftig im Team von Beni Ruf eine Rolle als Betreuerin, Trainerin oder ähnliches vorstellen?
Ja, das ist auch so ein Gedanke, der eine Rolle spielt. Ein Stück weit habe ich das in Buchs schon gemacht. Ich habe mich auch im Trainingslager eingebracht und versuche meine Erfahrungen weiter zu geben. Ob die Jüngeren das annehmen oder nicht, muss man sehen. Ich würde mich prinzipiell gerne einbringen, aber es wird sich erst noch zeigen, wie viel Zeit ich dafür aufbringen kann.

Trotzdem ist es also zu früh ein Resumee aus der Karriere von Petra Henzi zu ziehen?
(Lacht). Ja, es ist zu früh. Ich hoffe, es kommt noch der eine oder andere Erfolg dazu.

Zum Schluss noch die Frage, wie war das Rennen in Buchs?
Ich bin sehr zufrieden mit dem siebten Platz. Klar, die Härte hat gefehlt, es war mein erstes Rennen und es war logisch, dass ich vorne nicht mithalten kann. Ich habe ein Stück weit die Stimmung und die Zuschauer genossen, wie früher nie. Es waren viele Leute da, die mich kennen und mich angefeuert haben. Das war das war auch eine gute Erfahrung.


Meldung vom 30. März 2010 (Autor: eg )
 

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