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Ösi Camenzind: Geständnis und Rücktritt
Nachdem die positive Dopingkontrolle vom 22. Juli am Montag bekannt geworden war, wurde Oscar Camenzind bereits aus dem Olympia-Kader für Athen gestrichen und vom Team Phonak per sofort frei gestellt. Nun zieht der Ex-Weltmeister der Strassenprofis die einzig verbliebene Konsequenz: Am Dienstag Morgen hat er an einer Pressekonferenz in Luzern den Gebrauch verbotener Mittel gestanden und seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Zudem entschuldigt sich «Ösi» auf seiner Website in einem Statement bei seinen Fans, dem Phonak-Team und allen Nachwuchsfahrern, die er als Vorbild enttäuscht habe.



Der vakant gewordene Platz im Olympischen Strassenteam hat Swiss Olympic inzwischen laut Blick Online dem amtierenden Schweizer Strassenmeister Gregory Rast zugesprochen. Das Boulevardblatt hat für Camenzind auch flugs einen neuen Spitznamen auf Lager: Aus «Ösi National» wird «Doping-Ösi». Der EPO-bedingte Ausfall Camenzinds dürfte das Schweizer Olympia-Team hart treffen, denn der Allrounder aus Gersau war in harten Eintagesrennen immer für einen Spitzenplatz gut. Auch bei den Weltmeisterschaften im kanadischen Hamilton vom vergangenen Jahr war für «Ösi» eine Medaille in Griffweite, ehe er in der Zielkurve zu Fall kam.



Hier das Statement von Oscar Camenzind im Wortlaut:



Mein Statement


«Als ich nach dem Drüsenfieber in der Saison 2002 mit gleichem Aufwand wieder trainierte, merkte ich, dass ich nicht mehr an das frühere Leistungspotential anknüpfen konnte. Weitere Tiefs, vor allem der Sturz in der Flandern-Rundfahrt, warfen mich erneut zurück. Ich kam ins Grübeln, manchmal dachte ich damals auch ans Aufhören. Ich rappelte mich trotzdem wieder auf, ich wollte mir, den Fans und auch dem Team beweisen, dass ich immer noch zu herausragenden Leistungen fähig bin und nicht umsonst zum Teamleader gemacht wurde. Ich bin sehr ehrgeizig, auch wenn das gegen aussen nicht unbedingt immer sichtbar war.



Auch die erste Saisonhälfte 2004 ist wiederum nicht zu meiner Zufriedenheit ausgefallen. Jetzt hatte ich die Hoffnung in Athen und die Rennen im Herbst gesetzt und habe dazu die dümmste aller Methoden gewählt, um auf gute Resultate zu kommen.



Obwohl es eigentlich keine Entschuldigung gibt, möchte ich mich für mein Tun bei meinem Team, bei den jungen Fahrern, die mich als Vorbild genommen haben, und bei all meinen Fans entschuldigen.»



Oscar Camenzind

www.phonak-cycling.ch/Page.aspx
www.blickonline.ch
www.oscar-camenzind.ch

Meldung vom 10. August 2004 (Autor: red )
 

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