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NZZ lanciert Frühlings-Schelte an Velofahrer
Sie kommen im Frühling so pünktlich wie die Maiglocken: Die effekthaschenden Berichte in der Presse zur Welt des Velofahrens. Von der alljährlichen Impotenz-Kampagne über Berichte zum alpinen Schreckgespengst des Mountainbikers bis zur Glosse über den zweirädrigen Stadt-Guerillakampf. Den Anfang in der Saison 2010 hat am vergangenen Sonntag die NZZ gemacht.

Der Autor David Signer beklagt sich in seinem ganzseitigen Essay über die rüden Sitten der Stadtvelofahrer, die sich nicht als Verkehrsteilnehmer sondern als eine Art Zweirad-Guevaras sehen. Velofahrer seien nicht auf dem Arbeitsweg sondern auf einer Mission. Das Phänomen beschränke sich nicht bloss auf ein paar unkontrollierbare Linksautonome sondern auf alle Gesellschaftsschichten.
Dass sich Velofahrer nicht um die Verkehrsregeln kümmern, ist eine längst bekannte Tatsache - seit vielen Jahren kommen sie deshalb nicht aus den Schlagzeilen. Die NZZ hat die alljährliche Schelte lanciert, weitere werden folgen. Zum Start der Wandersaison kriegen mit Sicherheit auch die Mountainbiker ihr mediales Fett ab.

David Signer lanciert damit den alljährlichen Medienhype ums Velofahren, auch wenn die Temperaturen noch nicht auf Frühlingsansätze deuten lassen. Jedes Jahr zwischen März und April stürzen sich die Medien auf alles, was mit Velofahren zu tun hat - meist mit Aufwärmen längst bekannter Geschichten. Signers Artikel könnte in unveränderter Form auch in den Vorjahren abgedruckt worden sein und könnte auch in den nächsten Jahren in gleicher Form wieder berücksichtigt werden. Dass dieser Copy-Paste-Journalismus längst den Velosport erreicht hat, zeigt eine denkwürdig dumme Glosse von Sibylle Berg, erstveröffentlicht ebenfalls von der NZZ. Ein Jahr später kam der dümmliche Artikel schliesslich auch in der Süddeutschen Zeitung aufs Papier. Dieses Szenario dürfte auch Signer Veloglosse erfahren.

www.ride.ch/site/index.php/sueddeutsche-zeitung-mit-peinlicher-bike-glosse.html

Auf dem hohen Drahtesel, erschienen in NZZ am Sonntag am 14. März 2010

Meldung vom 15. März 2010 (Autor: tg )
 

Kommentare 

 
# wenzel 2010-03-15 15:45
Also - übertrieben formuliert ist der artikel allemal, auch findet der autor nur schlechte beispiele. Sooo weit daneben liegt er mit seinen Beobachtungen aber leider nicht. dass von 10 bikern derjenige im gedächtnis haften bleibt, der sich falsch verhalten hat, ist leider eine tatsache und die geht ja auch in die andere Richtung auf. Wird ein Biker von 10 Wanderern tangiert, wird am abend auch nur "der doofe Typ" erwähnt der sich über den Biker ausgelassen hat.
Jeder biker und jeder stadtradler trägt nun mal zum Image der ganzen Szene bei. Das dürfen wir nicht vergessen.

Wenzel - Biker, Autofahrer, Vater, Wanderer.
 
 
# Christoph 2010-03-15 16:20
täglich fahre ich mit dem Rad zur Arbeit (bei jedem Wetter) nach Zürich und auch ich muss leider feststellen, dass sich viele resp. fast alle Radfahrer einen Deut um die Vorschriften kümmern. Am schlimmste verhalten sich, zumindest ein grosser Teil davon, die Radkuriere, welche voll nach dem Vorsatz - so schnell und direkt von A nach B - fortbewegen, egal was oder wer ihnen in den Weg kommt.
Schlussendlich liegt es hat an uns Radfahrern zu versuchen das Negative Bild über uns entstanden ist zu korrigieren, indem man sich an die Regeln hält. So wünsche ich allen (auch den Autofahrern) eine gute und unfallfreie Fahrt. Christoph
 
 
# Remo Peter 2010-03-22 08:03
Auf die Süddeutsche bringt Ihr einen Link, aber keinen für den Artikel, um den es hier eigentlich geht. Bitte nachliefern !
 
 
# Thomas Giger 2010-03-22 08:20
Lieber Remo, wenn die NZZ den Artikel online gestellt hätte, würde selbstverständlich ein Link bei der Meldung stehen. Aus diesem Grund liegt der Artikel auch als gescannte Datei vor damit man ihn trotzdem lesen kann.
 
 
# wälde 2010-03-22 12:00
nach neun Jahren als Velokurier in Zürich kam ich zu folgendem Schluss: das Verhalten im Verkehr hat weniger mit der Fortbewegungsart als mit dem Charakter des Verkehrsteilnehmers zu tun.
Ich verurteile unüberlegte, gefährliche und unrechte Fahr-und Laufweisen aller Verkehrsteilnehmer.
Den immer wieder -meist von Autofahrern- vorgebrachten Vorwurf, alle Velofahrer sind rücksichtslos und gesetzlos,lasse ich aber auch nicht gelten. Ich glaube nicht, das wenn Autos keine Kontrollschilder hätten, deren Lenker sich anständiger als die gescholtenen Velofahrer verhalten würden.
An der Neuen Waldegg-Strasse steht ein Verkehrsschild, welches nach Zürich fahrende mit folgenden Worten begrüsst "Sicherheit durch Freundlichkeit".
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine sichere und entspannte Fahrt.
 
 
# Remo Peter 2010-03-22 14:07
Den Scan beachtete ich nicht weil er sozusagen mit dem Link zur "Süddeutschen" betitelt ist. Dem Thumbnail sieht man nur an, dass da ein Text steht.
 
 
# phaty 2010-03-22 19:19
Ach naja ... nicht mal ignorieren ... !
 
 
# Beat 2010-03-22 20:08
Super Artikel, so ist es....
 

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