Der zehnte Nationalpark-Bike-Marathon galt bereits am Renntag als ausserordentlichste Austragung in seiner Geschichte. Ein Kälteeinbruch mit Schnee zwang die Organisatoren zum Entscheid, die Jubiläums-Austragung frühzeitig abzubrechen. Nun ziehen die Organisatoren Bilanz. Es bleibt ein finanzieller Verlust, die spontane, selbstlose und unkomplizierte Hilfe aller Beteiligten haben die Veranstaltung aber zu einem unvergesslichen Erlebnis mit gutem Ausgang macht.
1715 gestartete Teilnehmer sowie rund 500 Helfer dürften sich noch gut an den 27. August 2011 erinnern: Der Vormittag am zehnten Nationalpark Bike-Marathon wartete mit herausfordernden Wetterbedingungen auf. Als Folge der dann einsetzenden Gewitter und Schneefälle in den höheren Lagen sperrte die Rennleitung in einem ersten Schritt am Mittag den Chaschaunapass. Nachdem sich das Wetter während dem Rennen zusätzlich und unerwartet heftig verschlechterte, wurde in einem zweiten Schritt ein kompletter Rennabbruch veranlasst. Wenn auch seit Jahren als Option vorgesehen, kam es in der bisherigen Bike-Marathon Geschichte noch nie zu diesem schlimmsten Szenario. Die äusseren Umstände liessen im Hinblick auf die Gesundheit der Teilnehmer aber keinen anderen Entscheid zu.
Unaufgefordert, selbstlos und beispielhaft Das Ausserordentliche spielte sich jedoch nicht am Himmel, sondern auf und an der Rennstrecke ab: Mit beispielhafter Solidarität eilten Begleitpersonen, Einheimische, Gäste, Hoteliers, Hirten und Voluntaris den müden und frierenden Fahrern zu Hilfe. Hier wurden Decken verteilt, dort Tee gekocht, hier Socken verschenkt, dort ein Hauseingang oder Stuben geöffnet oder gar eine Badewanne gefüllt. Jeder half selbstlos mit, wo er nur konnte. Unzählige Rückmeldungen und Komplimente der Teilnehmer bezeugen die grosse Tat, die eine ganze Region innerhalb kürzester Zeit vollbracht hat. Diese Komplimente möchte das Organisationskomitee gerne weitergeben und fühlt sich jeder einzelnen Person, die sich an diesem Tag in irgendeiner Form um das Wohl der Fahrer kümmerte, zu grossem Dank verpflichtet. Jeder einzelne Voluntari, alle beteiligten Gemeinden, die Transportunternehmen und Leistungsträger der Region, zahlreiche Einheimische und Gäste; alle diese vielen stillen Helfer haben die Jubiläumsausgabe des grössten Mountainbike-Rennens in Graubünden zu einem wirklich unvergesslichen Grossanlas gemacht und entsprechend grössten Respekt verdient.
Mehrere zehntausend Franken Verlust Ab dem Zeitpunkt des Abbruchs waren am Renntag Sonderkurse von PostAuto und Silvestri Bus gemeinsam mit Lastwagen um den Rücktransport von Mensch und Material von Livigno bemüht, während die Rhätische Bahn im Engadin die Teilnehmer an den Zielort nach Scuol transportierte. Permanent galt die komplette Aufmerksamkeit der Gesundheit sowie dem sicheren und schnellen Rücktransport der über 1000 Bikerinnen und Biker. Diese und weitere Sonderleistungen für die Teilnehmer stehen in der Abschlussrechnung einem geringen Ertrag gegenüber. Trotz Sponsoren und Kantonsbeiträgen sah das Budget für dieses Jahr ohnehin einen geringen Verlust vor, weil für die Jubiläumsaustragung mehrere Extraleistungen geboten wurden. Zusammen mit den durch den Abbruch verursachten Aufwänden führt dies aber zu einem Verlust von mehreren Zehntausend Franken für den Veranstalter.
Vorbereitungen für 2012 gestartet Trotz diesem finanziellen Verlust ist das Organisationskomitee vom Erfolg des Konzepts «Nationalpark Bike-Marathon» überzeugt. Der selben Meinung ist auch der Hauptsponsor «Coop», mit welchem der Vertrag um weitere drei Jahre verlängert werden konnte. Der Nationalpark-Bike-Maraton findet im Jahr 2012 am 25. August statt. Exakte Wetterprognosen sind für diesen Tag noch keine vorhanden...
Queller: Pressemitteilung, www.bike-marathon.com
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Paul