Für Lukas Flückiger, der vor zwei Wochen an der Mountainbike-WM in Saalfelden Silber gewonnen hatte, war der unglückliche Lauf der Dinge anfänglich nur schwer zu verdauen. Er hatte das Rennen über weite Strecken dominiert und sich konstant an der Spitze aufgehalten. «Ich hatte das Gefühl, dass ich stärker bin als Mourey», sagte der Leimiswiler nach dem Rennen. Die anfängliche Wut über das Manöver seines Kontrahenten, welches von der Jury allerdings nicht als unfair taxiert worden war, verflog relativ schnell. «Es war am Ende ein hektisches Rennen. Wir fuhren beide am Anschlag. Da können solche Aktionen passieren. Das gehört zu einem Rennen dazu», zeigte sich Flückiger versöhnlich und als sportlicher Verlierer. In die gleiche Richtung ging die Argumentation von Mourey, der nichts von einem «Foul» wissen wollte.
Wie sein Bruder Lukas fuhr auch Mathias Flückiger ein sehr starkes Rennen. Von Position 38 aus gestartete rollte der 23-jährige Ochlenberger das Feld von hinten auf und verpasste den Sprung aufs Podest am Ende nur um sechs Sekunden. Die furiose Aufholjagd des WM-Bronzemedaillen-Gewinners von Saalfelden kostete zu viel Kraft, welche ihm im Kampf um Platz drei gegen den Italiener Enrico Franzoi schliesslich fehlte. Simon Zahner komplettierte die starke Vorstellung der Schweizer in Baden mit Platz fünf. Drei Einheimische Fahrer in den Top-5 eines international besetzten Rennens: Eine starke Bilanz zum Radquer-Saisonauftakt.
Für den grossen Star der Querszene, Sven Nys, endete der Nachmittag auf der Baldegg mit einer herben Enttäuschung. Der 36-Jährige Belgier, der in seiner Karriere weit über 200 Rennen gewonnen hat, fand keine rechte Erklärung für seinen Einbruch. «Ich wollte hier unbedingt gewinnen. Aber ich war nach den beiden langen Strassenrennen, die ich letzte Woche bestritten habe, offensichtlich noch zu müde. Ich dachte, dass mir drei, vier Tage Erholung genügen.» Nys hatte mit der Entscheidung nichts zu tun, konnte seinem Besuch in der Schweiz aber dennoch etwas Positives abgewinnen: «Ich habe hier einen wirklich tollen Anlass erleben dürfen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich im kommenden Jahr wieder ans Süpercross zurückkehren kann.»
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