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Kassensturz prüft Kindertransport per Velo
Wie sicher und komfortabel sind Kindersitze und Veloanhänger? Diese Fragen stellte die Konsumentensendung Kassensturz in ihrer gestrigen Sendung. In einem sorgfältig durchgeführten Vergleichstest mussten neun Kindersitze antreten. Weniger professionell wirkte der Crashtest, indem sich die beiden Transportsysteme Kindersitz und Anhänger in simulierten Unfallsituationen bewähren mussten.

Zum Start der Velosaison gehört in jedem Frühjahr auch ein Produktetest des Kassensturz und des eng damit verbundenen Magazins K-Tipp. Gestern war es wieder soweit, die Konsumentensendung des Schweizer Fernsehens SF verglich Produkte, mit denen sich Kinder auf dem Velo mitnehmen lassen. In einem ersten Teil traten sechs Kindersitze mit Rahmenmontage und drei mit Befestigung am Gepäckträger gegeneinander an.

Weniger Komfort auf dem Gepäckträger
Kassensturz testete KindersitzeBewertet wurden Montage, Anschnallgurte für die kleinen Passagiere, Komfort und den Einfluss auf das Fahrverhalten des Velos. Zudem mussten sich alle Modelle in einem Labor-Belastungstest bewähren, den sie ohne Ausnahme tadellos überstanden. In den übrigen Testkriterien fiel nur das preisgünstigste Modell im Test, gekauft im Baumarkt Jumbo durch. Es erhielt als einziger Kindersitz die Bewertung «ungenügend». Vier weitere Kindersitze aus dem Fachhandel und von Grossverteilern erhielten die Note «genügend», vier Modelle wurden als «gut» beurteilt. In einem weiteren Labortest stellte der Kassensturz zudem fest, dass Kindersitze mit Rahmenbefestigung wegen der bessern Vibrationsdämpfung komfortabler sind im Vergleich zu Modellen, die auf den Gepäckträger montiert werden.

Anhänger schlägt Sitz
Während der Kindersitz-Test des Kassensturzes sachlich und praxisnah präsentiert wurde, konnte der zweite Teil des Tests weniger überzeugen. Dabei simulierten die Prüfexperten zwei verschiedene Zusammenstösse von Velos mit Autos und prüften damit, ob ein Kind im Sitz am Velo oder in einem Anhänger besser geschützt ist. Sie kamen dabei zum Schluss, dass das Verletzungsrisiko für Kinder im Anhänger geringer ist.

Fragwürdige Botschaften
So gut dies auch begründet wurde, bleibt ein fahler Beigeschmack: Im ganzen Beitrag wurden die Fernseh-Journalisten nicht müde, wiederholt auf das Risiko schwerer Verletzungen oder sogar Todesgefahr hinzuweisen und dies auch mit spektakulären Bildern der Testunfälle zu untermalen. Erst kurz vor Schluss räumten sie ein, dass solche Unfälle gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU sehr selten vorkommen. Hier wurde für die Fernseh-Dramatik unnötig mit der Angst der Zuschauer gespielt. Da jeweils auch nur ein Kindersitz und ein Anhängermodell im Crash-Test zum Einsatz kamen, und nur zwei provozierte Unfallhergänge geprüft wurden, kann auch hinter die Allgemeingültigkeit der Aussagen ein Fragezeichen gesetzt werden.

Zum Kassensturz-Beitrag auf dem SF-Videoportal

Meldung vom 24. März 2010
 

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