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Kanton Bern will Singletrail-Verbot für Mountainbiker
Mit der Überarbeitung des kantonalen Waldgesetzes will der Kanton Bern die Mountainbiker flächendeckend von den Singletrails verbannen. Kommt das revidierte Gesetz durch, können künftig Mountainbiker auf Singletrails mit bis zu 20'000 Franken gebüsst werden.

Der Gesetzestext, der nun in die Vernehmlassung geht, enthält folgenden Artikel: «Reiten und Radfahren im Wald abseits von Waldstrassen und besonders bezeichneten Wegen und Pisten ist verboten.» Bisher war einzig Radfahren abseits von Wegen verboten. Artikel 46 des Gesetzesvorschlags doppelt nach: «Mit Busse bis zu 20'000 Franken wird bestraft, wer vorsätzlich abseits von Waldstrassen und besonders bezeichneten Wegen und Pointen reitet oder Rad fährt.»

Das Vernehmlassungspapier liefert die Begründung für die Verschärfung: Fahrräder hinterliessen insbesondere bei nasser und feuchter Witterung oftmals bleibende Beeinträchtigungen auf nicht festen Wegen. Zudem nehme das Konfliktpotenzial zwischen Radfahrern und anderen Waldbesuchern laufend zu. Diese beiden Aspekte reichen dem Kanton Bern, um die Mountainbiker per Gesetz von den Singletrails zu verbannen. Als versuchen sich die Verfasser des Papiers zu rechtfertigen, schieben sie nach, dass sich diese Änderungen für die Betroffenen nur punktuell auswirken würde weil ein grosses Netz an Waldstrassen und bezeichneten Pisten bestehe.

Keinen Eingang hat bei den Kantonsbehörden gefunden, dass Mountainbiken unterdessen zu einer der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen der Schweizer gehört und diese gemäss vieler Studien ein Bedürfnis nach Singletrails ausweisen. Worauf die Verfasser die Aussage begründen, dass das Konfliktpotenzial zunehme, bleibt ungeklärt. Kommt der Gesetzestext durch, wäre der Mountainbike-Tourismus im Berner Oberland aber auch im Berner Jura faktisch tot.

Nun regt sich gegen die Änderung des Waldgesetzes Widerstand. Unter Federführung von Trailnet soll die Änderung des Artikels 22 nicht in den finalen Gesetzestext einbezogen werden. Um sich dem Protest gegen dieses Gesetzesänderung anzuschliessen, richtet man sich idealerweise an den Verein Trailnet, der die Mountainbiker in dieser Sache kompetent vertritt. Der Verein hat auf Dienstag, 17. Januar eine grosse Informationskampagne angekündigt, welche auf Ride.ch umfangreich wiedergegeben wird.

www.trailnet.ch


Link zu den offiziellen Dokumente der Gesetzesänderung:
www.be.ch

Das Vernehmlassungsverfahren dauert bis am 2. März, entsprechende Eingaben sind an folgende Adresse zu richten:
Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern
Rechtsabteilung
Münsterplatz 3a
3011 Bern
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt. JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Meldung vom 12. Januar 2012 (Autor: tg )
 

Kommentare 

 
# beat 2012-01-13 16:09
Hirnamputierte Paragrafenreiter dürfen weiter abseits von markierten Pisten reiten...!!

Da wird das Konfliktpotential nur zunehmen!!
 
 
# janik 2012-01-13 17:51
Wo soll dies noch hinführen?
Jäger und Forstwärter haben den Zugang und machen die Wege nach meiner Meinung mit einmal Fahren mehr kaputt als 200 Rennfahrer einens Mountainbikerennens. Alls weiteres fahren Jäger mit ihren Luxus Schlitten auch biss zur ihrem Jagtsitz und sicherlich 4 mahl Wöchentlich, und dass macht die Wege nicht kaputt? Alls Weiteres fahren sie auch nicht mit 20 hinein sondern mit 50. Sory aber für mich ist der Fall klar. ich fahre so weiter wie immer und gehe dem Konflikt aus dem Weg
 
 
# Ruben 2012-01-13 18:11
In den Skiregionen werden massenhaft Bäume und Wälder gerodet um neue Pisten und Liftanlagen zu bauen, das interessiert offenbar nicht sonderlich. Ich hoffe die Wintersaison bricht ein und der Schnee bleibt aus, da werden sich einige nach neuen Einnahmequellen umsehen müssen! Kein Biker den ich kenne wird sich an dieses idiotischen Gesetze halten. Hauptsache der Wanderer bekommt seine Wege!
 
 
# Aendu 2012-01-13 19:15
So kennen wir unseren Kanton Bern: wirtschaftlich und strukturell schwach entwickelt, vom Finanzausgleich stark subventioniert und überreguliert.
Ganz anders: Der Kanton Graubünden setzt auf Trail Toleranz. Mit Charme und Freundlichkeit und etwas Planung (keine Spaziertrails am Sonntagnachmittag befahren) kommen wir Biker mit den Wanderern bestens klar. Zudem ist die Zielgruppe der Mountainbiker ein wichtiger touristischer Faktor geworden
 
 
# Werner 2012-01-16 08:31
Ein weiterer Schwachsinn in unseren Gesetzen und eine absolute Unverhältnissmässigk eit. Wenn man momentan sieht mit welchen Riesenmaschinen im Wald gearbeitet wird, machen meine 2,4" Reifen einen relativ kleinen Schaden. Wenn man sich zudem richtig verhält gegenüber dem Fussvolk und den Reitern gibt es keine Probleme.
Am besten benachrichtig jeder Biker seine Kollegen über diese vorgesehene Gesetzesänderung um eine möglichst breite Front gegen diesen Unsinn aufzubauen. In Süddeutschland sind diese Vorschriften zum Teil schon umgesetzt worden, soweit darf es aber bei uns nicht kommen.
 
 
# Andreas 2012-01-16 18:45
Kann mich Aendu nur anschliessen. Typisch Kanton Bern. Ein Freizeitsport, der von Naturliebhabern ohne Lärm und Abgase ausgeübt wird und immer grössere Verbreitung findet, darf weder im Wald noch anderswo eingeschränkt werden. Viel besser wäre es, die Mountainbiker nicht gegen die Wanderer auszuspielen, sondern Voraussetzungen zu schaffen, mit geeigneten Massnahmen ein Miteinander zu ermöglichen (s. Kanton GR). Die geplante Gesetzesänderung ist mit allen verfügbaren Mitteln zu bekämpfen.
 
 
# Thomas Giger 2012-01-16 19:36
Jetzt hat auch 20min.ch das Thema entdeckt:
20min.ch/.../...
 
 
# Beat 2012-01-16 19:50
darum gehe ich schon lange nicht mehr zum
biken ins berneroberland, dort hatte ich
schon vor zehn Jahren meine erfahrungen
mit trailverboten und wanderer gemacht.
im wallis und im südtirol ist es ja auch schön....
 
 
# Päscu 2012-01-16 20:38
Macht Euch mal nicht ins Hemd..... wo kein Kläger ist ist auch kein Richter. Abgesehen davon, bist Du mit dem Bike schon mal von einer Patrouille auf dem Trail angehalten worden? Ich nicht..... Die haben eh anderes zu tun als Biker zu büssen.
 
 
# Chrigu 2012-01-16 23:00
Wo ist eigentlich Swiss Cycling in dieser Angelegenheit?
 
 
# Vima 2012-01-17 12:11
Im Kanton Wallis, Graubünden, Zürich, Basel Stadt und Land, etc. etc. funktioniert das Nebeneinander von Jäger, Wanderer, Naturschützer und Biker gut.
Dieses geplante Verbot ist welt- und zukunftsfremd. Langsamverkehr Sommer wie Winter liegt schliesslich auch im Tourismustrend und geniert für die einheimische
Bevölkerung einen grossen Teil des Einkommens. Schlussendlich muss ich mich einfach fragen, wo ich in Zukunft mein Geld ausgebe und zwar nicht nur beim
Biken, sondern auch beim Skitourengehen, Klettern, etc.. Ich werde da wohl in Zukunft einfach den Kanton Bern meiden müssen. Den Imageverlust durch solche
Verbote, schadet wieder Mal einer ganzen Region.
 
 
# Daniel 2012-01-17 18:21
Auszug aus dem Gesetzestext:
Art. 46 1 Mit Busse bis zu 20 000 Franken wird bestraft, wer vorsätzlich
a unverändert,
b abseits von Waldstrassen und besonders bezeichneten Wegen und
Pisten reitet oder Rad fährt,
c gegen Vorschriften über nachteilige Nutzungen oder
d gegen die Vorschriften des Regierungsrates über das Feuern im Wald
verstösst.

Also, Radfahrer hat es eh keine auf Singletrails und wir sind doch Biker.... ;-).

Spass beiseite:
Es ist wirklich krankhaft, dass sich da einige Leute (teils scheinbar sogar befangen) auf Kosten der Steuerzahler Gesetze aushecken, welche absolut am Ziel vorbeischiessen.
Einfach nur traurig. Ich hoffe, dass alle nur möglichen Register gezogen werden um diesen Schwachsinn zu stoppen.
Wenn sich ein Wanderer daran stört, dass vielleicht mal eine 2.4" Bikespur für 1-2 Tage sichtbar ist und er sich die Füsse vertreten kann, soll er doch auf der Tartan - oder Finnenbahn wandern gehen.
Zur Bussgeldhöhe ist nur zu sagen: Besser als betrunkener Raser jemand auf dem Fussgängerstreifen überfahren - das kommt günstiger...
Das sagt eigentlich alles über dieses Gesetz.

Namaste
 
 
# Mario Saurer 2012-01-18 21:37
Eigentlich ist es nicht erstaunlich, dass ein Kanton, der sich vehement gegen den Bau von Radwegen wehrt ("das Velo gehört auf die Strasse und basta"), das Biken im Wald verbietet. Nur weiter so, im Offroader-Eldorado!
 
 
# René 2012-01-19 20:28
Dass in Bern die Beamten gut vertreten sind, ist bekannt. Offensichtlich herrscht aber keine Vollbeschäftigung. Lieber Autor dieses Gesetzesartikels, mein Leid ist mit Dir. Der Award der "rostigen Kette" dürfte Dir kaum mehr entgleiten.

René
 
 
# Hermi 2012-01-20 06:54
Ja, das ist wieder mal typisch Kanton "Bärn". Die laufenden Gesetzesübertretunge n in der wunderbaren Reithalle, dem Schandfleck schlechthin in der Stadt Bern, werden nicht geahndet und die Biker sollen mit bis zu CHF 20'000.- gebüsst werden!
Da kommt mir als guter Steuerzahler und Freizeitsportler echt die Galle hoch.
Hoffe nur, dass sich nun die "gewichtige" Lobby dagegen einsetzt!
 
 
# Mario 2012-01-20 09:23
@ Hermi: Lass doch einfach die gute alte Reithalle in Ruhe! Kultur ist wichtig für unsere Stadt, genau so wichtig wie eine gesetzliche Grundlage, um legal zu Biken. Hier wird über das Anti-Biker-Gesetz diskutiert, und nicht über die Einschränkung kultureller Vielfalt!
 
 
# Arne 2012-01-25 00:05
Es gibt mit der Weile zahlreiche wissenschaftliche Studien, die zeigen, das Mountainbiken die Natur nicht mehr belastet als andere Trailnutzung (z.B. Wandern, Reiten). Hierzu z.B. folgende Links:

imba.com/.../...

imba.com/.../...

Aber wie wir ja alle wissen, geht es nicht um den Naturschutz, Unfallgefahr oder sonstiges, sondern um Diskriminierung, denn alles was "neu" ist (also nach Wilhelm Tell ;-) muss einfach böse sein!
 
 
# chris 2012-02-07 15:23
Typisch Bern! sinnlos, schwachsinnig, diskriminierend, niemals durchsetzbar!
Mich wird jedenfalls niemand von den Singletrails verjagen!
 
 
# chris 2012-02-07 16:25
Ich hoffe nur der Kanton Bern bildet nicht Polizisten auf Bikes aus, die einem dann im Wald verfolgen.....
 
 
# Mattias 2012-02-10 19:47
Hatte diese Jahr eigentlich vor, eine Tour von Schwyz bis Montreux zu fahren. Ich hätte vermutlich ca. 500-800 Euro in der Schweiz gelassen. Dann wird es wohl wieder Österreich und Italien werden.
 
 
# Eugen 2012-02-15 20:44
Im Kanton Thurgau haben wir schon seit Jahren ein Waldgesetz, welches das Befahren von Singeltrails verbietet. Es ist bis Heute nicht gelungen die TG Biker für eine gemeinsame Aktion gegen diese Waldgesetz zu mobilisieren. So biken wir in der Ilegalität und haben grosse Probleme Bewilligungen für Rennen zu erhalten.
 
 
# Marcus 2012-02-16 12:22
Man musst schon einmal mit 2-Rädern (allerdings mit Motor), nach Bern fahren, als ein gestesschwacher Politiker meinte, Tempo 80 auf Autobahnen für Motorräder einführen zu müssen. Das hat geholfen, das Gesetz kam nicht durch! Die Aktion kann man auch mit dem MTB wiederholen um ein Zeichen zu setzen!
 
 
# Hans-Peter 2012-02-17 10:54
..mir fehlen die Worte, wie krank sind solche vermeindliche Weltverbesser?
 
 
# Eddi 2012-02-17 23:23
Da werden in der Bikebrosche Fully´s mit 150 bis 180 mm Federweg angeboten und diese wurden ja gerade für Singeltails entwickelt. Soviel ich weis boomt auch diese Brosche in der Schweiz. Dieses Gesetz geht also voll an dieser Interessengesellscha ft vorbei.
Ich kann nur sagen, herzliches Beileid!
 

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