Ralph Näfs Erinnerungen an Fort William könnten nicht besser sein: Im Jahr 2005 gewann er hier sein erstes Weltcuprennen und im September des vergangenen Jahres gewann er auf dem schnellen Rundkurs in Schottland die Silbermedaille. Kann er am kommenden Samstag beim fünften Weltcuprennen dieser Saison ein solches Topresultat wiederholen, würde er noch mehr Spannung in die Olympiaselektion bringen.
Der Weltcup-Tross der Cross Country-Athleten geht am kommenden Samstag in Schottland in die zweite Saisonhälfte. Vier von neun Rennen sind bereits gefahren, der fünfte Lauf in Fort William wird nun in verschiedener Hinsicht Vorentscheidungen herbeiführen. So ist im Kampf um den Gesamtweltcup der Kreis möglicher Gewinner auf ein Minimum geschrumpft. In der Eliteklasse sind es einzig Julien Absalon und Christoph Sauser, die ernsthaft für den Titel in Frage kommen, Cédric Ravanel, Jean-Christophe Peraud oder auch Nino Schurter liegen schon deutlich zurück. Nur noch geringe Chancen hat auch der mitfavorisiterte José Hermida, der auf Platz acht nicht einmal die Hälfte der Punktezahl von Absalon vorweisen kann.
Stander macht Schurter die U23-Führung streitig
Kann Christoph Sauser in Fort William den Franzosen Julien Absalon ein weiteres mal distanzieren, würde er gefährlich nahe zu diesem aufschliessen und auf dem Weg zur Rückeroberung des Titel einen wichtigen Schritt tun. Aus Schweizer Sicht umgekehrte Vorzeichen herrschen in der U23-Wertung: Nino Schurter liegt knapp vor Burry Stander, der mit seinem zweiten Platz in Andorra nahe zum Schweizer aufgeschlossen hat und diesem nun seine Führung streitig machen will. Stander liegt nur gerade 15 Punkte hinter Schurter. Auf dem dritten Gesamtrang der U23-Fahrer liegt mit Mathias Flückiger ein weiterer Schweizer.
Schneitter nahe an der U23-Gesamtweltcup-Führung
Bei den Damen haben sich Marie-Helene Premont und Marga Fullana deutlich abgesetzt und dürften den Titel unter sich ausmachen. Interessant ist die Situation bei den U23-Damen, wo die Chinesin Ren Chengyuan führt, unterdessen aber nur noch mit 87 Punkten vor Nathalie Schneitter. In Madrid und Andorra hat Schneitter die Chinesin zwei Mal geschlagen. Erstaunlicherweise verzichtet Schneitter nun aber auf den Weltcup-Lauf in Fort William um sich auf die Weltmeisterschaften und die Olympischen Spiele gezielt vorzubereiten. Ihre Konkurrentin Ren Chengyuan ist vor Ort und dürfte sich damit eine optimale Basis für den Sieg im Gesamtweltcup legen. Wird Chengyuan die kommenden Weltcup-Rennen in den Punkterängen beenden, dürfte Schneitters Chance auf den Titel gegen Null tendieren.
Fort William liegt auf dem Weg nach Peking
Interessant ist das Rennen in Fort William auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele, es ist das letzte Weltcuprennen innerhalb der Qualifikationsrunde. Um sich für die Spiele zu empfehlen bleiben anschliessend nur noch die Weltmeisterschaften. Mit Christoph Sauser, Florian Vogel, Nino Schurter, Ralph Näf, Martin Gujan und Lukas Flückiger haben unterdessen sechs Schweizer Athleten für die Norm für drei Startplätze erfüllt. Während Sauser mit seinen konstanten Spitzenleistungen gesetzt sein dürfte, herrscht zwischen Vogel, Schurter und Näf ein enger Kampf um die verbleibenden zwei Startplätze. Schurter und Vogel standen in diesem Jahr bereits auf dem Weltcup-Podest während Näf mit WM-Silber ein mindestens ebenbürtiges Resultat vorweisen kann. In Fort William fuhr Näf im vergangenen Jahr an den Weltmeisterschaften auf den zweiten Platz, zwei Jahre zuvor gewann er hier sein erstes Weltcuprennen. Kann er hier ein solches Topresultat wiederholen, würde er sich im Olympiakampf in eine komfortablere Situation bringen. Doch Florian Vogel stand hier auch schon auf dem Podest, letztes Jahr mit der WM-Bronzemedaille umgehängt. Und auch Nino Schurter weiss, dass der Weg nach Peking nur über eine Spitzenplatzierung in Fort William geht. Nach wenig überzeugenden Leistungen von Schurter, Vogel und Näf bei den Weltcuprennen in Madrid und Andorra werden in Schottland wohl alle drei wieder ganz vorne in der Rangliste anzutreffen sein.
Keine Deutschen Mountainbiker in Peking?
Interessant ist der Blick nach Deutschland. Für Athleten wie Moritz Milatz oder Wolfram Kurschat ist das Rennen die letzte Chance für die Olympiaqualifikation. Dafür müssen sie sich unter den ersten fünf klassieren – ein eher unrealistisches Szenario. Die Norm erfüllt hat einzig Manuel Fumic, der sich seine Olympiachancen aber möglicherweise selber verbaut hat. Zusammen mit seinem Bruder Lado weigern sie sich, die «Whereabout»-Formulare der nationalen Dopingagentur auszufüllen weil dies eine Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte sei. Es ist nicht anzunehmen, dass der Deutsche Olympische Verband einen Sportler nach Peking mitnimmt, der sich der gängigen Praxis der Dopingbekämpfung widersetzt. Wird Manuel Fumic nicht berücksichtigt, würde kein einziger Deutscher Mountainbiker an den Olympischen Spielen teilnehmen. Und auch bei den Damen wird nur einer der beiden Startplätze besetzt: Sabine Spitz hat sich problem- und diskussionslos qualifiziert, Nina Wrobel, Adelheid Morath und Ivonne Kraft werden die Spiele wohl vor dem Fernsehgerät verfolgen.
Zeitplan Mountainbike Weltcup 2008, Fort William
Freitag, 6. Juni: Four Cross, Damen & Herren, 20.30 Uhr (Mitteleuropäische Zeit)
Samstag, 7. Juni: Cross Country, Damen, 12.00 Uhr (Mitteleuropäische Zeit)
Samstag, 7. Juni: Cross Country, Herren, 15.30 Uhr (Mitteleuropäische Zeit)
Sonntag, 8. Juni: Downhill, Damen & Herren, 15.00 Uhr (Mitteleuropäische Zeit)
Resultate-Service per SMS
Ride ist beim Weltcup in Vallnord vor Ort und berichtet unmittelbar nach dem Zieleinlauf von den Rennen.
Noch schneller ist der SMS-Resultateservice: Sobald die ersten fünf Fahrer im Ziel sind, wird der Resultateservice ausgelöst und per SMS verschickt.
Infos unter www.ride.ch/sms
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www.ride.ch/worldcup
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Stellungnahme und Anmerkung der racingteam gmbh zum letzten Abschnitt:
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- Lado und Manuel Fumic haben Ihre Whrereabout-Informationen zu jeder Zeit geleistet. Die zum Selbstläufer gewordene Behauptung, man habe nicht die geforderte Information geleistet und weigere sich, ist falsch.
- Lado und Manuel Fumic weigern sich nicht, Ihre Aufenthalts-Informationen zur Verfügung zu stellen.
- Es gibt gar keine Whererabout-Formulare in Deutschland, wie von Ihnen beschrieben, die man Ausfüllen könnte.
- Fumics haben sich niemals «der gängigen Praxis der Dopingbekämpfung widersetzt»
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Siehe dazu auch:
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