Julie Bresset hat im vergangenen Jahr den Durchbruch zur Weltspitze geschafft und die Gesamtweltcup-Wertung gewonnen – obschon sie eigentlich noch in der U23-Wertung hätte fahren können. In diesem Jahr stand die junge Französin vier Mal auf dem Weltcup-Podest, einmal als Siegerin. Vor diesem Hintergrund war bei der Tempoforcierung im ersten Renndrittel klar, dass ihre Flucht eine Vorentscheidung sein wird. Sabine Spitz und Georgia Gould versuchten sich vergebens in der Verfolgung und konzentrierten sich dann auf ihren Kampf um die verbleibenden Medaillen. Eine Minute Vorsprung kann Bresset bis ins Ziel zwischen sich und ihre Verfolgerinnen legen. Zwischen der erstplatzierten Bresset und der Verfolgerin Spitz liegt nicht bloss eine Minute Zeitabstand sondern auch ein Altersunterschied von 17 Jahren.
Während Bresset ihrem Favoritenstatus gerecht werden kann, scheitern die anderen Spitzenfahrerinnen. Gar nicht nach London gereist ist die ehemalige Weltmeisterin Maja Wloszcowksa, die sich im Training in Livigno den Fuss gebrochen hat. Früh im Rennen gibt dann auch Gunn-Rita Dahle auf, die einen Sturz verursacht, danach einen Hinterrad-Defekt erleidet und aussichtslos zurückfällt. Und auch Catharine Pendrel kann nur ganz am Anfang an der Spitze mittun und beendet als Topfavoritin das Rennen auf dem enttäuschenden Rang 9.
Mit Esther Süss und Katrin Leumann hat die Schweiz zwei Athletinnen mit Überraschungs-Potenzial ins Rennen geschickt. Beide sind sie anfänglich in den Top-Ten vertreten, doch Leumann kann das hohe Anfangstempo nicht durchziehen, stürzt zwei Mal und büsst Plätze ein. Zu allem fährt sie einen Reifendefekt ein und kann den geplanten Diplomrang nicht erreichen.
Dafür dreht die Aargauerin Süss, wie bei ihr schon oft gesehen, im Laufe des Rennens auf und schafft es schliesslich bis auf den ausgezeichneten fünften Platz. Die ehemalige Marathon-Spezialisten hat sich in den letzten Jahren verstärkt auf die Disziplin Cross-Country konzentriert und erreicht im Alter von 38 Jahren mit ihrem fünften Platz ihren vorläufigen Karrierenhöhepunkt.
Zusammenschnitt des Rennverlaufs:
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c27cb7c1-b66f-4c31-9bac-088b563c242eRennbericht
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=9847ca6d-92ff-4ffe-95c6-447fa1bf0f63Interview mit Esther Süss und Katrin Leumann
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=7c89109d-4690-4d40-964b-5b3304b03c48
| Rangliste Olympische Spiele 2012, London, Damen: |
| 1. Julie Bresset (FRA) |
1.30.52 |
+0.00 |
| 2. Sabine Spitz (GER) |
1.31.54 |
+1.02 |
| 3. Georgia Gould (USA) |
1.32.00 |
+1.08 |
| 4. Irina Kalentieva (RUS) |
1.32.33 |
+1.41 |
| 5. Esther Süss (SUI) |
1.32.46 |
+1.54 |
| 6. Alexandra Engen (SWE) |
1.33.08 |
+2.16 |
| 7. Aleksandra Dawidowicz (POL) |
1.33.20 |
+2.28 |
| 8. Annie Last (GBR) |
1.33.47 |
+2.55 |
| 9. Catharine Pendrel (CAN) |
1.34.28 |
+3.36 |
| 10. Tanja Zakelj (SLO) |
1.34.41 |
+3.49 |
| 19. Katrin Leumann (SUI) |
1.38.23 |
+7.31 |
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