|
Mit einem Husarenritt hat Jochen Käß seinem gestrigen Erfolg bei der «Trans-Germany» einen weiteren Tagessieg hinzugefügt. Er hat schon bei Kilometer 30 attackiert und die letzten der 120 Kilometer und 2446 Höhenmeter solo bewältigt. Auf Rang zwei und drei folgten Christian Schneidawind und Karl Platt, die zu Beginn des Rennens mit Käß ausgerissen waren.
Zur Gesamtführung reichte es für Käß am Ende trotz seiner starken Leistung auf der Königsetappe dennoch nicht ganz. Zwar nahm der 28-Jährige dem Träger des Gelben Trikots Thomas Dietsch mehr als 5:30 Minuten ab, doch der Französische Meister von Team Bulls rettete als Sechster (4:20:33,1) am Ende noch 23,2 Sekunden seines vorher fast sechsminütigen Vorsprungs ins Ziel.
„Ich habe zwischendurch gedacht, das reicht nicht mehr für mich“, meinte Dietsch. „Nachdem der Vorsprung immer größer geworden ist, habe ich alles gegeben. Leider hat in der Gruppe keiner mitgearbeitet. Nur mein Kollege Stefan Sahm hat sich noch für mich ins Zeug gelegt und einen super Job gemacht.“
Früher Antritt ist rennentscheidend
Der war auch bitter nötig gewesen, denn schon nach dem ersten Viertel des Rennens hatte Käß einen Antritt gesetzt, dem einzig Karl Platt und Christian Schneidawind folgen konnten. „Es war sehr kräfteraubend, denn ich habe fast die komplette Führungsarbeit gemacht“, äußerte dann auch der Deutsche Meister, der froh war, die heutige Etappe für sich entschieden zu haben. „Man hat natürlich den Sieg im Hinterkopf. Ich war guter Dinge und habe mich gewundert, dass Thomas (Dietsch) und Alban (Lakata) nicht nachgekommen sind.“
Dank seiner herausragenden Leistung ist Käß nun der schärfste Titel-Konkurrent von Dietsch: „Es läuft immer besser. Ich bin ein guter Rundfahrer. Ich hoffe, es geht so weiter.“ Außerdem hat das Multivan Merida Biking Team mit Hannes Genze (1:37 Minuten Rückstand) und dem Schweizer Andreas Kugler (2:01) auf Platz drei und vier des Rankings weitere Eisen im Feuer. Seine Chancen auf den Sieg bei seiner Trans Germany-Premiere musste hingegen Alban Lakata nach zwei erneuten Defekten begraben. Der Weltcup-Führende, der heute 15ter wurde, liegt als Achter des Klassements bereits 17 Minuten zurück.
Süss fährt zu viertem Tagessieg bei den Damen
Einmal mehr hat Esther Süss die Etappe gewonnen. Die Weltcup-Führende aus der Schweiz vom Wheeler Pro Team benötigte insgesamt 4:48:22,1 Stunden für den Ritt über das heutige Sägezahnprofil.
„Es war brutal schwer, aber ich habe glücklicherweise eine schnelle Gruppe erwischt. Allerdings musste ich ganz schön beißen, um da dran zu bleiben“, so die Trägerin des Roten Trikots. Am Ende brachte ihr das Durchhaltevermögen weitere 8:40 Minuten im Ranking auf die zweitplatzierte Britin Sally Bigham vom Topeak-Ergon Racing Team (4:57:02,6). Dritte wurde Kerstin Brachtendorf von Fiat-Rotwild (5:06:22), die im Zielsprint Milena Landtwing (SUI) von Cube und Elisabeth Brandau von Haibike hinter sich ließ.
Quelle: Pressemitteilung
Rangliste Trans Germany, 4 Etappe.
1. Jochen Käß (GER), 4.15.00
2. Christian Scheidawind (GER), +4.03
3. Karl Platt (GER), +4.46
4. Hannes Genze (GER), +5.03
4. Andreas Kugler (SUI), +5.03
Gesamtwertung nach vierter Etappe:
1. Thomas Dietsch (FRA), 13.19.10
2. Jochen Käß (GER), +0.23
3. Hannes Genze (GER), +1.37
4. Andreas Kugler (SUI), +2.01
5. Christian Scheidawind (GER), +7.44
www.bike-transgermany.de
|