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Intercycle startet Webshop für Endkunden

Gabeln von Marzocchi, Räder von DT Swiss, Helme von Rudy Project oder Mode von Troy Lee: Teile von diesen und zahlreichen anderen Marken kann sich jeder Biker ab sofort direkt aus dem Lager des Importeurs bestellen. Die Importfirma Intercycle hat einen Webshop für Endverbraucher aufgeschaltet.



Seit Anfang Juni beliefert Intercycle nicht nur die Velofachhändler in der Schweiz, sondern jeden Biker in der Schweiz und dem Fürstentum Lichtenstein. Im neuen Onlineshop sportszone.ch finden sämtliche Parts und Accessoires aus dem Intercycle-Programm; das mehrere tausend Artikel umfasst. Den Aufwand hält Intercycle tief. Bezahlt werden kann nur per Kreditkarte und es gibt keine Reservationen für Artikel, die nicht an Lager sind. Auch die Software hinter dem Shop ist nicht neu: Intercycle bietet dasselbe Shopsystem bereits seit mehreren Jahren als Bestellplattform für seine Händler an.

 

Viele Teile, keine Bikes

Ganz bewusst finden sich aber keine kompetten Velos im Angebot, obwohl Intercycle in der Schweiz auch Wheeler, Bixs und Yeti vertreibt. Intercycle-Mediensprecher Fritz Lang begründet diesen Entscheid mit Beratung und Service, die beim Bikekauf übers Internet nicht gegeben sind: «Ein Bike muss auf seinen Fahrer angepasst werden. Nur der Händler vor Ort kann diesen Service bieten. Seine Beratungs- und Servicekompetenz kann ein Webshop nicht bieten.»

 

Gegenpol zu  ausländischen Querverkäufern

Die Motivation für den neuen Shop von Intercycle ist strategischer Art. Intercycle will sportszone.ch als Gegenpol zur stetig wachsenden Zahl branchenfremder Onlineshops aus dem Ausland positionieren, die dem Fachhandel schaden. Intercycle sieht seinen Shop auch nicht als Konkurrenz, sondern als Stütze für den Fachhandel. «Hinter unserem Shop steht ein partnerschaftliches Konzept, in das der Fachhandel eingebunden ist», sagt Fritz Lang. Konkret bedeutet das, dass Kunden bei einer Bestellung im Webshop ihren bevorzugten Händler aus einer Liste auswählen müssen, bevor sie die Bestellung abschicken können. Dieser Händler erhält dann von Intercycle eine Provision von einigen Prozenten des Bestellwerts gutgeschrieben. Um wieviel es sich dabei handelt, will Lang nicht bekanntgeben, räumt aber ein, dass es sich nicht um die volle Händlermarge handelt. « Die Differenz zwischen Provision und Händlermarge benötigen wir, um die Kosten des Shops decken zu können», erklärt er. In einem zweiten Schritt soll ab dem Herbst für Fachhändler die Möglichkeit bestehen, den Shop von Sportszone.ch in den eigenen Internetauftritt zu integrieren. Webshop und Provision stehen aber nur den treuen Kunden von Intercycle zur Verfügung. Händler, die pro Jahr für weniger als Fr. 5000.- beim innerschweizer Teilelieferanten bestellen, sind auf der Liste der bevorzugten Händler im Webshop nicht aufgeführt.

 

Fachhandel reagiert gespalten

Beim Fachhandel gehen die Meinungen über den neuen Webshop auseinander. Roland Rapp vom gleichnamigen Velogeschäft in Herzogenbuchsee findet die Idee gut: «Der Shop ist ideal für Kunden, die tagsüber keine Zeit finden, im Geschäft vorbeizukommen. Sie können jederzeit bequem von zu Hause aus bestellen». Eine Konkurrenz sieht er im Onlineportal nicht. «Biker, die Zeit haben, werden weiterhin bei uns vorbeischauen», ist Rapp überzeugt. Skeptischer ist Andreas Bundi vom Bikestop in Winterthur: «Ich bin nicht sicher, ob dieser Schritt gut ist für den Velohändler vor Ort. Wenn wir durch Webshops dieser Art wie im Elektronikhandel nur noch Anlaufstelle für Probleme und langwierige Erklärungen werden, geht die Rechnung bald nicht mehr auf».


Meldung vom 26. Juni 2008 (Autor: red )
 

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