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Interbike Demoday 09: Neue Bikes aus den USA

Traditionell schickt die US-Bikemesse Interbike die Branche in die Wüste – für zwei Tage an die Outdoor Demo, wo bereits alle neuen Bikes ausprobiert werden können und einige Neuheiten ihre Weltpremiere feiern.

Bei 40° in der staubigen Steinwüste von Boulder City biken zu gehen, ist für einen durchschnittlichen Schweizer eine Herausforderung. Für die Chance, einige der neusten Bikes aus den USA ausprobieren zu können, nimmt man es aber doch gerne in Kauf. Neben den grossen internationalen Marken wie Specialized, Trek und Giant präsentierten sich am Test-Event auch zahlreiche kleinere Bikefirmen und solche, die hauptsächlich in den USA aktiv sind – und nach wie vor von dort aus Trends setzen, die später auch nach Europa überschwappen.

Titus El Guapo
Auf dem Heimmarkt ist Titus längst nicht mehr ausschliesslich für seine Titaniumrahmen bekannt und beliebt. Ein Erklärung dafür, warum das so ist, liefert die US-Schmiede mit ihrem Endurobike «El Guapo». Diesem hat Titus für das Jahr 2010 einen komplett neuen Rahmen spendiert, der durch sein ausgeprägtes Hydroforming-Rohrprofil auffällt. Die aufwändige Formarbeit ist aber nicht nur aus optischen Gründen so gewählt – Titus hat die Rohre aus «6000 Series Aluminium» belastungsgerecht dimensioniert und damit vor allem im Steuerkopf Stabilität hinzugewonnen, während Einsparungen an anderen Stellen zu einem gesamthaft geringeren Gewicht führen. Dank einer ISCG-Aufnahme am Tretlager ist der neue Rahmen auf die Verwendung der in den USA bereits sehr beliebten Hammerschmidt-Getriebekurbel ausgelegt. Ein Meisterstück ist der klassische Viergelenker-Hinterbau. Die beiden Sitzstreben sind aus einem einzigen Rohr geformt, wodurch alleine hier rund 160 Gramm gegenüber dem Vorgängermodell eingespart werden konnten. Daran gekoppelt arbeitet ein speziell von Fox auf den Rahmen abgestimmtes RP23 Federbein, das auf den gesamten 155 Millimetern Federweg für sanftes und antriebsneutrales Ansprechen sorgt.

Banshee Paradox
Anders als in Europa sind die «Twentyniners» in den USA schon längst aus der Nische herausgesprungen. Für die meisten Hersteller ist es unterdessen ein Must-Have in der Produktepalette. Einer der Neueinsteiger in den Markt ist Banshee. Und wie man es von der kanadischen Hardcore-Marke gewohnt ist, muss das neue Bike mit den grossen Rädern etwas anders sein – und natürlich vor allem eins: Robust. Der Name des «Paradox» ist von seiner ungewöhnlichen Optik abgeleitet. Das Bike hat einen ungewöhnlich kurzen Radstand – wodurch es wendiger wird als die meisten andern Bikes mit 29“-Laufrädern. Möglich wird Damit das Hinterrad möglichst weit nach vorne kommt, hat Banshee das Sitzrohr geknickt. Damit bleibt die Reifenfreiheit auch bei den extrem kurzen Sitz- und Kettenstreben erhalten. Im Übrigen hat Banshee getreu der eigenen Firmenfilosophie den Rahmen extrem robust gebaut. Vierkant-Hinterbau und ein massiver Steuerkopfbereich bezeugen das. Die dicken Rohre am vorderen Ende sind auch notwendig, um der 120-Millimeter Gabel genügend Stabilität zu bieten. Mit diesen Voraussetzungen verwundert es nicht, dass Banshee das Bike für die Hammerschmitt-Kurbel und mit 200-Millimeter Bremsscheiben vorne und hinten ausgelegt hat. Dank der agilen Geometrie, dem satten Federweg und der beinahe freeride-tauglichen Ausstattung lädt das Bike zum kraftvollen Spielen in den Trails ein.

Spot Gates Full Suspension Prototype
Die US-Firma Spot hat sich als eine der Ersten dem Keilriemenantrieb von Gates angenommen und speziell dafür Rahmen gebaut. Der Vorteil des carbonverstärkten Zahnriemens aus der Motorradfertigung: Ein extrem direkter, geräuschloser und dreckunempfindlicher Antrieb Während zahlreiche Mitbewerber unterdessen nachziehen, geht Spot schon wieder einen Schritt weiter und präsentiert auf den Outdoor Demo Days das erste Fully, das speziell für den kettenlosen Antrieb gebaut wurde. Die Herausforderung liegt darin, dass der Antrieb mit seinen 120 Millimetern Federweg komplett neutral arbeiten muss – Die Spannung des Riemens muss immer gleich bleiben. Um das zu erreichen, baut Spot das Hauptlager des Hinterbaus direkt um das Tretlager herum. p Idee ist zwar nicht neu, kann aber am Spot ihr Potenzial voll ausspielen. Dadurch, dass es sich der Riemenantrieb sowieso nur mit Nabenschaltungen oder als Singlespeeder verwenden lässt, sind unterschiedliche Übersetzungen an der Kurbel kein Problem. Die Federung kann exakt auf die Übersetzung angepasst werden. Der gezeigte Prototyp war mit einer Singlespeed-Nabe aufgebaut. Laut Spot kann das Bike aber auch problemlos mit einer Schaltung von Rohloff gefahren werden.

www.titusti.com
www.bansheebikes.com
www.spotbikes.com

Meldung vom 23. September 2009
 

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