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EU: Dumping-Strafzölle gegen Taiwan-Bikes vor Ende

Bis Ende November hatte der Verband der europäischen Fahrradproduzenten COLIBI Zeit, um bei der Europäischen Kommission die Verlängerung der Dumping-Strafzölle gegen taiwanesische Bikeproduzenten zu beantragen. COLIBI-Präsident René Takens hat diese Frist nun ungenutzt verstreichen lassen. Damit werden auf taiwanesischen Bikes ab Ende Februar 2004 keine Strafzölle mehr erhoben. Dafür müssen sich die US-Sportartikelhersteller warm anziehen: Als Vergeltung für US-Strafzölle gegen europäischen Stahl will die EU ? mit dem Segen der Welthandelsorganisation WTO ? neu Strafzölle gegen Konsumartikel aus den Vereinigten Staaten erheben.



Aufatmen in Taiwan?

Die Aufhebung der Dumping-Strafzölle gegen Taiwan ist nur konsequent: Schliesslich haben die Taiwanesen sich längst von Schmuddelimage und Massenfertigung verabschiedet und sich der Produktion höherwertiger Bikes verschrieben. Die grossen Stückzahlen werden heute längst in China gefertigt, wo auch alle grossen Taiwan-Hersteller Fabriken hochgezogen haben. René Takens, Präsident des Verbandes der europäischen Fahrradproduzenten COLIBI, hatte immer klargemacht, dass man den Antrag auf eine Verlängerung der Strafzölle allenfalls am letztmöglichen Termin einreichen wolle ? wenn überhaupt. Nun ist der Termin am Mittwoch, dem 26. November verstrichen, ohne dass ein entsprechender Antrag bei der EU-Kommission gestellt worden wäre. Damit bleiben die taiwanesischen Produzenten ab Ende Februar 2004 von Strafzöllen verschont. Nicht von der Aufhebung profitiert übrigens China: Hier sind die Strafzölle noch mindestens bis 2005 in Kraft.



? und Sorgen für die US-Sportartikelbranche

Aufatmen also in Taiwan, dafür müssen sich die amerikanischen Sportartikel-Hersteller laut einer Meldung der Branchenzeitschrift «Bike Europe» auf Strafzölle in der EU (und auch in der Schweiz) gefasst machen. Denn mit dem Erlass von Strafzöllen auf europäischem Stahl zum Schutz der heimischen Produktion hat die Bush-Administration die Spielregeln der Welthandelsorganisation WTO klar verletzt. Diese hat nun die EU-Staaten, aber auch die Schweiz als Geschädigte ermächtigt, ihrerseits Strafzölle von 30 bis 100 Prozent (!) auf amerikanische Produkte zu erheben. Unter anderem sollen davon Sportartikel betroffen sein ? ennet des Teichs wird mans nicht gerne hören. Verhindern kann die Strafzölle nun nur noch George W. Bush ? doch das ist so kurz vor den Wahlen kaum zu erwarten, gelten die Bundesstaaten mit den grossen Stahlfabriken doch als entscheidend im Kampf um den Platz im Weissen Haus.


Meldung vom 01. Dezember 2003 (Autor: red )
 

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