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Die neue Fahrradmesse Bike Expo in München zieht nach dem gestrigen Schlusstag eine positive Bilanz, auch wenn die ursprünglichen Ziele bei Weitem verfehlt wurden. Für die Schweizer Bikebranche blieb der Anlass aber auch so ohne Bedeutung.
Am Schluss präsentierte die Bike Expo München stolz die Zahl von 5000 Besuchern für die ersten zwei Fachpublikumstage und rund 20'000 Eintritte übers Wochenende, als die Messe auch für die Öffentlichkeit zugänglich war. Diese Zahlen relativieren sich aber stark, wenn man sie genauer betrachtet.
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Termin bremste Neuheitenpräsentation aus
Unter den Fachbesuchern befanden sich zahlreiche neugierige Brancheninsider, die sich in erster Linie einen eigenen Eindruck von der neuen Messe verschaffen wollten. Das Geschäft stand dabei oft nicht im Vordergrund, nicht zuletzt auch, weil die 211 Aussteller die Breite der Fahrradwelt nicht repräsentierten. Dominierend waren in den anderthalb Hallen und dem Freigelände der Handelsverband ZEG mit seinen Zulieferern. Daneben präsentierten sich einige Nischenanbieter, Firmen aus der Umgebung von München und einige aufstrebende Unternehmen mit grossem Willen, überall präsent zu sein. Von den führenden innovativen Bike- und Komponentenmarken waren nur ganz wenige vertreten. Und auch die anwesenden Marken zeigten mehrheitlich noch nicht die versprochenen 2010er Neuheiten: Zu früh im Jahr war der Messetermin in der zweitletzten Juliwoche, zu knapp die Vorbereitungszeit von nur sechs Monaten seit der ersten Ankündigung der Bike Expo. Einige deutsche Fachhändler, welche an der Bikeexpo das Programm ihrer Lieferanten vorgestellt erhielten, äusserten sich trotzdem positiv zur neuen Messe. Gelobt wurde vor allem die grosszügige Infrastruktur und die entspannte Atmosphäre ohne Zeitdruck.
Ursprüngliche Ziele verfehlt
Die Besucherzahl von 20'000 Eintritten an den Publikumstagen relativiert sich ebenfalls, wenn man bedenkt, dass die Messe in der Millionenstadt München über die Bühne ging und der Eintritt kostenlos war. Zum Vergleich: Die diesjährigen Bikedays konnten im selben Zeitrahmen 17'000 zahlende Besucher nach Solothurn locken. Trotz enormem Werbeaufwand und einem attraktiven Rahmenprogramm mit zahlreichen Bikeshows und Wettkämpfen verfehlte die Bike Expo damit das ursprünglich genannte Ziel von rund 50'000 Besuchern genau so deutlich wie die erhoffte Grösse von drei bis vier Hallen.
Keine Relevanz für die Schweiz
Für interessierte Schweizer konnte die Bike Expo nur wenig bieten. Abgesehen von den wenigen Neuheiten und der geringen Ausstellerzahl waren nur wenige Bike- und Zubehörfirmen anwesend, die überhaupt auf dem Schweizer Markt präsent sind und auch eine Rolle spielen. Von Nutzen war die Bike Expo lediglich für Schweizer Fachbesucher, die den dichten Terminkalender während der Eurobike etwas entlasten wollten.
Verbesserungen in Aussicht
Die Veranstalter wollen sich von dem harzigen Start aber nicht aus dem Tritt bringen lassen. Der Wille ist weiterhin ungebrochen, die Bike Expo als Alternative Branchenshow zu etablieren, und die Messe München ist bereit, weiter in den Anlass zu investieren. Wie es im Schlussbericht zur diesjährigen Messe heisst, will man das Messekonzept in Absprache mit der Branche optimieren. Zur Diskussion soll dabei auch der als Hauptkritikpunkt genannte frühe Termin stehen. |