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| Einschätzung Twoo 2010: Noch nicht nachhaltig erfolgreich |
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Für die dritte Ausgabe hat sich die Twoo auf ihre Stärken konzentriert. Trotz dieser Schärfung des Profils und über 33'000 Besuchern konnte die Basler Velomesse aber noch nicht vollständig überzeugen.
Wer erhofft hatte, dass die Twoo mit der Fokussierung auf die Region Basel und das Velo im Alltag durchstarten wird, wurde enttäuscht. Nur dank den grosszügigen Testparcours und Eventflächen konnte die Veloausstellung wieder die komplette Halle im Basler Messegelände füllen. Im Vergleich zum Vorjahr zogen sich einige Anbieter von sportlichen Velos zurück, ohne dass neue starke Marken aus dem Alltagssegment hinzukamen. Auch bei den lokalen Händlern griff das neue Konzept nicht ganz. Die neu hinzugekommenen Händler, welche teilweise von ihren Lieferanten beim Messe-Auftritt unterstützt wurden, konnten die Abwanderung von bisherigen lokalen Ausstellern nicht kompensieren. Im Grossen und Ganzen blieb der Aussteller-Mix aber derselbe: Geprägt wurde die Twoo von einer breiten Auswahl an E-Bikes, den Schweizer Direktverkäufern wie Thömus, Simpel und Stöckli sowie einigen Nischenanbietern mit Spezialvelos. Dass die Twoo an Ausstellern verlor, lag mit Sicherheit nicht an den Besuchern. Mit rund 33'000 Eintritten verfehlte die Ausstellung nur knapp den Eintrittsrekord vom Vorjahr. Und obwohl es sich dabei mehrheitlich um das durchschnittliche Publikum handelte, das auch die parallel stattfindende Muba besuchte, zeigten sich die Aussteller zufrieden. «Die Mehrheit der Besucher war ernsthaft am Velo interessiert», bringt es Rolf Herzog von Herzog Sport AG aus Binnigen auf den Punkt. Selber fahren sehr beliebt Sehr beliebt waren die Testmöglichkeiten für E-Bikes, den die Förderorganisation Newride organisiert hatte. Die Testfahrzeuge der anwesenden zehn Marken waren praktisch pausenlos im Einsatz, für einzelne spektakuläre Modelle bildeten sich sogar Warteschlagen. Etwas mehr Mut erforderte die Probefahrt auf einem der historischen Hochräder, welche das Sportmuseum Basel anbot. Trotzdem wagten sich regelmässig Besucher an die Herausforderung. Bei den jüngeren Besuchern fanden der Parcours von Swiss Cycling und das Crazy Wheel Kinderland anklang. Als Publikumsmagnete erwiesen sich auch die urbanen Sportdarbietungen von Profis in den Disziplinen BMX Flatland, Bike Polo und Trial. Lieblose Oldtimer-Ausstellung Weniger überzeugen konnte die gross angekündigte Sonderschau zur Geschichte des Fahrrads. Die Ausstellung des Sportmuseums Basel wirkte, als hätte man in einer Hauruck-Aktion einfach alle Velos aus dem Archiv hervorgezerrt. Auf der Messe wurden sie in zwei Reihen so dicht zusammengedrängt aufgereiht, wie man es sonst nur bei Pendlervelos am Bahnhof sieht. Kaum ein Velo war gepumpt, einige alte Rennräder standen sogar auf den nackten Felgen in der Reihe. Eigentlich schade, denn unter den Velos hätte es einige Highlights gegeben, die mehr Beachtung verdient hätten. Auch der historische Doping-Koffer eines Radsportlers aus den 50er-Jahren konnte den lieblosen Eindruck dieser Sonderschau nicht mehr korrigieren. Abschreckende Kosten Letztendlich war diese Sonderschau aber nicht ausschlaggebend für den zwiespältigen Eindruck, den die diesjährige Twoo hinterliess. Dass das Ausstellungsangebot auch im angepeilten Alltags- und Elektrovelo-Segment grosse Lücken hatte, war mehr auf die Preispolitik der Veranstalter zurückzuführen. Kleinere Aussteller mussten für ihren Stand fast gleich viel bezahlen wie für einen vergleichbaren Auftritt an der Eurobike – zu viel für eine Messe dieser Grössenordnung. Viele lokale Händler blieben der Ausstellung fern, weil sie selbst mit Unterstützung ihrer Lieferanten nicht so viel in einen Messeauftritt hätten investieren können. Damit die Twoo auch weiterhin für Besucher attraktiv bleibt, muss sie auch als regionaler Event wieder einen breiteren Marktüberblick bieten. Dazu benötigt sie mehr Aussteller. Um diese zu gewinnen, sollte die Messe Schweiz AG sich mehr mit den Eigenheiten der lokalen und nationalen Velobranche auseinander setzen und ihre Kalkulation überdenken. Zur offiziellen Abschluss-Pressemitteilung der Twoo www.twoo.ch ![]() ![]() ![]() |
Meldung vom 15. Februar 2010 |
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Kommentare
Was die Ausstellung der Oldtimer und des Dopingkoffers angeht, so muss ich sagen: Perlen vor die Säue, ohne Erläuterungen gingen diese Exponate schlicht unter. Schade - und lieblos.