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EHBE huldigt dem handgebauten Velo
Zum zweiten Mal traf sich die europäische Rahmenbau-Szene am vergangenen Wochenende an der European Handmade Bicycle Expo (EHBE). Die Ausstellung in Schwäbisch Gmünd stellte Aspekte am Velo in den Vordergrund, die an anderen Anlässen oft etwas untergehen.

Exotische Einarm-Parallelogrammfedergabel von Leonardi Racing an einen Titanbike von CrispPerfektion im Detail statt massentaugliche Nutzbarkeit, Emotionen statt STW-Wettrüsten, Individualität am Rahmen statt d Komponenten-Spezifikation: Die Velos an den Ständen der EHBE orientieren sich an anderen Massstäben als in der Branche üblich. Aus ganz Europa und zum Teil sogar aus Nordamerika reisten Rahmenbauer am vergangenen Wochenende an, um ihr Handwerk in Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart zu präsentieren. Knapp 90 Rahmenbauer und Lieferanten von passenden Anbauteilen und Zubehör präsentierten sich an der EHBE, darunter auch einige Schweizer wie der Rahmenbau-Altmeister Stolz, Fixie-Spezialist Bedovelo und der letzte klassische Schweizer Serien-Rahmenhersteller Aarios. Vertreten waren Hersteller von klassischen Stahl- und Titanrahmen genauso wie Anbieter von Hightech-Gestellen aus Alu und Carbon und auch Exoten, die mit Bambusrohren arbeiten. Gezeigt wurde vom Kindervelo über das Weltreise-Rad bis zum vollgefederten Mountainbike praktisch alles, was auf zwei Rädern rollt und mit Muskelkraft angetrieben wird.

Inspirierender Austausch
EHBE2010_1Wie schon bei der ersten Ausstellung vor einem Jahr war der Verkauf nur eine unter mehreren Absichten, mit denen die Aussteller anreisten: Gerade so viel es ihnen Wert, ihre Arbeit einem fachkundigen Publikum vorzustellen und inspirierende Kontakte zu pflegen: «Die Messe war für mich sehr gut. Meine Velos sind auf ein gutes Echo gestossen, sowohl bei Endkunden wie bei Rahmenbauerkollegen. Nebst der Präsentation meiner Arbeit war für mich aber vor allem der Austausch mit anderen Rahmenbauern wichtig. Dieser hat rege stattgefunden und war sehr konstruktiv und freundschaftlich», zieht Patrik Widmer von 47° Nord aus Biel eine zufriedene Schlussbilanz.

Ein kleines, aber feines Publikum schätzte die lockere Stimmung an der Messe: Rund 3000 Besucher fanden während der zweieinhalbtägigen Ausstellung den Weg an die EHBE, gleich viele wie bei der Premiere. Veranstalterin Indra Sarkar vom Rahmenhersteller 2Soul Cycles zeigte sich in der Schlussbilanz überzeugt, dass es mehr gewesen wären, hätte die zurückgekehrte Sonne an Pfingsten nicht so viele Velofans in den eigenen Sattel gelockt.

Für eine kommende Ausgabe soll die EHBE laut Sarkar noch mehr in Richtung Fahrradkultur-Festival weiterentwickelt werden. Das Datum für die nächste Ausstellung soll demnächst festgelegt werden. Eine Video-Dokumentation zur diesjährigen Ausstellung auf der Ausstellungs-Website verkürzt bis dahin die Wartezeit auf die nächste EHBE.

www.e-h-b-e.eu


Bambusrohre, Carbon-Muffen, Holzfelgen: Vibrationsdämpfendes Mountainbike von BME EHBE2010_4

Meldung vom 27. Mai 2010
 

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