Anzeige
 
       Ausgabe 02/2012 ab 3. Mai am Kiosk

 
RIDE › Race-News › Dopingjagd wie bei James Bond
 
Dopingjagd wie bei James Bond

Die italienische Justiz hat ihre Dopingermittlungen gegen die Teilnehmer des letzten Giro d'Italia weiter ausgeweitet. Wie die römische Zeitung «La Repubblica» am Mittwoch berichtete, trug Staatsanwältin Paola Cameran mit Hilfe von versteckten Videokameras in den Hotelzimmern der Radprofis «schockierende» Beweismittel zusammen.

Neben der bereits seit Monaten ermittelnden Staatsanwaltschaft Florenz leitete nun auch die Staatsanwaltschaft Padua Ermittlungsverfahren gegen Ivan Gotti und 59 weitere namentlich noch nicht genannte Radprofis ein. Den Profis würden Verletzung des Dopinggesetzes, Sportbetrug und illegale Einfuhr von in Italien nicht zugelassenen Arzneimitteln vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen den Profis Haftstrafen von bis zu drei Jahren.

Beim Giro 2001 sollen die Profis von dem Sportmediziner Enrico Lazzaro das Blutdopingmittel Epo und andere leistungssteigernde Mittel wie Insulin, Coffein und Anabolika verabreicht bekommen haben. Die «La Repubblica» zitierte aus den 400 Stunden umfassenden Videoaufzeichnungen der Staatsanwaltschaft Gespräche der Radprofis untereinander und zwischen Radprofis und Dr. Lazzaro in dessen Behandlungszimmer. Auf Lazzaros Frage, was er denn für einen Radprofi tun könne, antwortete der «Geben sie mir ein bisschen Epo.» Eine weitere Videosequenz zeige, wie Dr. Lazzaro einem Radprofi davon abriet, Insulin zu nehmen, weil er beim Zeitfahren am nächsten Tag ansonsten einen Leistungseinbruch riskieren würde.

Auch untereinander sprachen die Radprofis auf ihren Zimmern offen über Doping. Vor einer Bergetappe sagte ein Radprofi zu einem Kollegen, das man dafür ein Kortisonpräparat nehmen solle. Aus den Videoaufzeichnungen ginge ausserdem hervor, dass auch Teamchefs über die Dopingverabreichungen informiert waren.





Meldung vom 06. März 2002 (Autor: red )
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Passende Google-Links