Anzeige
 
       Ausgabe 02/2012 ab 3. Mai am Kiosk

 
RIDE › Race-News › Doping: Cofidis zieht Strassenteam zurück
 
Doping: Cofidis zieht Strassenteam zurück

Schon vor der Saison 2004 boten die Strassenprofis den neusten Skandal: Zwei Fahrer und ein Betreuer des Cofidis-Teams (mit Strassenweltmeister Igor Astarloa und Zeitfahr-Weltmeister David Millar) wurden bei der Einreise nach Frankreich mit verbotenen Substanzen erwischt. In der Folge fand die französische Gendarmerie bei Hausdurchsuchungen mehr verbotene Mittelchen, und inzwischen packt Philippe Gaumont, als Fahrer ein Doping-Wiederholungstäter und die zentrale Figur des Cofidis-Skandals, bereitwillig aus und belastet manche seiner Teamkollegen schwer. Grund genug für den Hauptsponsor Cofidis, um am Tage vor Paris ? Roubaix das Team ganz und auf unbestimmte Zeit hinaus aus dem Rennzirkus zurück zu ziehen. Fortsetzung folgt, wollen wir wetten?



Saubere Oberfläche oder sauberer Sport?

Der Festina-Skandal von 1998 scheint lange vorbei, die Protagonisten von damals wie Richard Virenque, Laurent Dufaux und Alex Zülle verbringen zur Zeit noch den Spätherbst ihrer Karrieren im Sattel, und Willy Voets Erinnerungen an die Skandaltour verstauben in den Bücherregalen. Gelernt scheint das Gros der Rennfahrer aus den damaligen Ereignissen aber offensichtlich bloss zu haben, dass man sich beim Doping nicht erwischen lassen soll. Trotz stark erhöhter Kontrolldichte an den grossen Landesrundfahrten wurde jeweils - wenn überhaupt - ein unbekannter Fahrer eines kleinen Teams erwischt und als rituelles Bauernopfer disqualifiziert. So geschehen im Vorjahr mit einem Kelme-Fahrer an der Tour de France und dem Milaneza-MSS-Fahrer Perez an der Tour de Romandie.



Vorwurf des systematischen Dopings in den Teams

Wenn auch nur die Hälfte dessen stimmt, was Jesus Manzano über die Machenschaften im Kelme-Team und Philippe Gaumont über die «préparation de course» bei Cofidis verraten, bleibt der Welt-Antidopingbehörde WADA und dem Weltradsportverband UCI aber noch sehr viel zu tun, um den Rennsport auszumisten. Denn sowohl Manzano wie Gaumont sprechen unverblümt von systematischem, flächendeckendem Gebrauch verbotener Substanzen auf Geheiss und unter Kontrolle von Teamärzten. Einige dieser Praktiken scheinen nicht viel Rücksicht auf die Gesundheit der Fahrer zu nehmen, wie Manzanos Kollaps bei der Hitze-Tour 2003 vermuten lässt. Bis zu einer nachhaltigen Säuberung des Radsports wird kein Mangel an Skandalen und Enthüllungen bestehen, welche das Image schwer belasten ? und die Suche nach Sponsoren, die sich im Sport engagieren wollen, weiter erschweren.

www.velonews.com/race/int/articles/5853.0.html


Meldung vom 10. April 2004 (Autor: red )
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Passende Google-Links