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Nach langjährigen Querelen mit dem Deutschen Radverband werden die Gebrüder Fumic künftig für Kroatien an den Start gehen und haben dafür eine entsprechende Lizenz beantragt. Zum Eclat kam es in der vergangenen Saison als Lado und Manuel Fumic die Meldeverfahren für die Dopingbekämpfung kritisierten und sich dem gängigen Verfahren widersetzten. Der Schritt nach Kroatien erfolge, um «stabile und verlässliche» Verhältnisse vorzufinden. Vom Bund Deutscher Radfahrer fühlen sich die beiden im Stich gelassen.
Lado und Manuel Fumic sehen sich als «Schrittmacher des Deutschen Mountainbikesports» und umso enttäuschter zeigen sie sich dem Deutschen Radverband gegenüber. Im April vergangenen Jahres widersetzten sie sich der gängigen Handhabung, ihren genauen Standort frühzeitig und umfassend den Dopingbehörden mitzuteilen. Während die Aufenthalts-Angaben in den sogenannten «Where-Abouts» bei allen anderen Radsportler problem- und kritiklos erfasst wurden, sahen sich die Gebrüder Fumic darin zu stark in ihren persönlichen Freiheiten verletzt und prozessierten schliesslich gegen den Deutschen Radfahrerbund. Sie unterstellen nun den Verbandsfunktionären, dass Lado Fumic aufgrund dieser Streitigkeiten nicht für Peking nominiert worden ist – unterlassen aber den Hinweis, dass Lado Fumic die Selektionsnormen schon gar nicht erfüllt hat. Manuel Fumic war beim Olympischen Rennen in Peking am Start.
Die Brüder Fumic ziehen nach den Streitigkeiten nun die logischen Konsequenzen und verzichten auf die Zusammenarbeit mit einem Verband, der nach ihren Ansichten die «Zügel nicht mehr in der Hand hat». Beim Kroatischen Verband sind die beiden klar die stärksten und überlegenen Fahrer und dürften auf weitergehende Eingeständnisse ihren Bedürfnissen und Vorstellungen gegenüber stossen. Wohl auch bei der Meldepflicht zu ihrem Standort.
Offizielle Pressemitteilung:
Lado und Manuel Fumic verfolgen klare Ziele und gehen darum neue Wege: Sie haben ihre UCI Lizenz beim kroatischen Verband beantragt.
Stuttgart/Kirchheim/Teck, 04.02.2009. Im Mountainbike-Sport ist der Name Fumic seit über einem Jahrzehnt Garant für Spitzenleistung und hat sich in der Weltrangliste fest etabliert. Gleichzeitig steht er für eine authentische Marke, die hohe individuelle Ideale verkörpert und so aus der breiten Masse des Profi-Radsports herausragt.
Nach 15 Jahren voller Serienerfolge - 12 Deutsche Meistertitel, U23 Weltmeisterschaft, U23 Europameisterschaft, zahlreichen Zweit- und Drittplatzierungen bei internationalen Rennen sowie erfolgreichen Einsätzen bei den Olympischen Spielen in Sydney, Athen und Peking - sagt das führende deutsche Mountainbike-Team um Lado und Manuel Fumic aus Kirchheim/Teck dem Bund Deutscher Radfahrer jetzt Lebewohl und startet zukünftig für den kroatischen Radsportverband. Ihrer schwäbischen Heimat bleiben die Fumics jedoch nach wie vor eng verbunden.
Seit über einem Jahrzehnt ist Mountainbike in Deutschland vom Namen Fumic nicht zu trennen. Lado Fumic, Wegbereiter dieses Sports, Olympia-Teilnehmer für Deutschland sowie 7-facher Deutscher Meister und sein jüngerer Bruder Manuel Fumic, amtierender Deutscher Meister sowie erster Mountainbiker, der als U23-Fahrer den Weltmeister- und Europameistertitel eingefahren hat, stellen sich jetzt einer neuen Herausforderung: Mit dem Start für den kroatischen Radsportverband ziehen sie auch die Konsequenzen aus ihren persönlichen Erfahrungen des letzten Jahres mit dem Bund Deutscher Radfahrer.
"Wir sind Berufssportler und brauchen verlässliche sowie stabile Verhältnisse, um unseren Sport konstant ausüben zu können. Mit Blick auf die nächsten Olympischen Spiele 2012 in London, sehen wir diese Stabilität und Unterstützung beim Bund Deutscher Radfahrer als nicht gegeben. Wir waren stets Schrittmacher im Verband für die Weiterentwicklung des Mountainbike-Sports in Deutschland. Der aktuelle Zustand des Verbands und die Haltung seiner Funktionäre weisen jedoch keine Zukunftsperspektiven auf. Obwohl wir nie etwas mit Leistungsmanipulation zu tun hatten und mehr als hundert Mal getestet wurden – ohne auch nur eine einzige Auffälligkeit bei den Werten gezeigt zu haben – hat uns der eigene Verband im vergangenen Jahr zu Unrecht, fast willkürlich, mit negativen Schlagzeilen belastet. Nur weil wir völlig berechtigt das Meldeverfahren und die Handhabungsformen des Verbands kritisiert haben – dies war sportlich sehr schädigend und persönlich sehr enttäuschend“, so Lado Fumic.
„Lado und Manuel Fumic wurden im letzten Jahr öffentlich durch eine breit gestreute Pressemitteilung des Verbands vorschnell als gesperrt gemeldet, weil sie angeblich gegen Meldeauflagen verstoßen hätten. In allen Gerichtsverfahren – verbandsinternen sowie ordentlichen zivilrechtlichen – wurde das Verhalten der Fumic Brüder als nicht zu beanstanden angesehen“, so Rechtsanwalt Markus Höss, der die Fumic Brüder in sämtlichen Verfahren und Instanzen erfolgreich vertreten hat. Die Fumic Brüder hatten – was zwischenzeitlich innerhalb und außerhalb Deutschlands vielfach mit den gleichen Argumenten entsprechend aufgegriffen wurde -, angeprangert, dass bei der Prüfung möglicher Dopingvergehen nicht jedes einzusetzende Mittel rechtmäßig im Sinne von verhältnismäßig sein kann, wenn sich der Rechtsschützer nicht selbst ins Unrecht setzen will. So stand insbesondere die Abgabe von stundengenauen, verbindlichen Aufenthaltsangaben für 3 Monate im vorraus im Mittelpunkt der geäußerten Kritik. Dies ist bei Sportlern, die witterungsabhängig täglich knapp 200 km bei Trainingsfahrten absolvieren und daneben zur Erzielung ihres Lebensunterhalts einer selbständigen Berufstätigkeit nachgehen müssen, als absurd zu bezeichnen. Der BDR und die NADA haben dies zwar konstatiert, wollten aber dennoch keine Lösungen gemeinsam mit den Sportlern erarbeiten. Eine fairerweise zu erwartende öffentliche Klarstellung sowie eine transparente Kommunikation oder Entschuldigung bei den Fumic Brüdern gab es zu keinem Zeitpunkt.
Diese unnötigen Querelen haben maßgeblich die Vorbereitung auf die Rennen im Jahr 2008 beeinflusst. Offenbar infolge seiner Kritik am Verband wurde Lado Fumic 2008 nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert. Obwohl er und sein Bruder Manuel maßgeblich für den Erhalt von drei Startplätzen in Peking die nötigen Punkte eingefahren hatten, wurde Lado Fumic nicht für Peking vorgeschlagen. Angebote, an den Verbesserungen des Regelwerks mitzuwirken, blieben ergebnislos. Das lässt nur eine Lesart zu: Der Deutsche Radsportverband hat offensichtlich schon seit einiger Zeit nicht mehr die Zügel in der Hand - und ist damit kein verlässlicher Partner für die in ihm organisierten Sportler.
"Für uns ist es wichtig, dass wir bei unserer beruflichen und sportlichen Planung auch gegenüber unseren Partnern, Sponsoren und Fans Planungssicherheit haben. Die Gespräche mit dem kroatischen Verband, dessen Entwicklung wir aufgrund unserer familiären Wurzeln seit Jahren verfolgen, waren sehr positiv“, so Manuel Fumic. „Kroatien befindet sich in einer Aufbruchstimmung, im Sport, im Tourismus und in der wirtschaftlichen Entwicklung. Es macht wirklich Freude zuzusehen, wie hier alles wächst. Wir sehen hier die Möglichkeit, uns neben unserer sportlichen Leistung auch im Verband selbst mit einbringen zu können“, so der amtierende Deutsche Meister. Für das Sportjahr 2009 haben die Fumic Brüder mit ihrem Rennstall fumic.brothers.international daher die Lizenz der UCI für Kroatien beantragt.
www.fumic.de
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