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Brüder Fumic legen sich mit dem Gesetz an

Manuel und Lado Fumic sorgen in Deutschland abseits der Rennstrecke für Schlagzeilen. Seit Herbst letzten Jahres verweigern sie der nationalen Dopingagentur die obligatorische Mitteilung ihres Aufenthaltsortes. Das Sportgericht des «Bunds Deutscher Radfahrer» hat gegen die beiden nun eine dreimonatige Sperre auferlegt, was faktisch ein Ausschluss von den Olympischen Spielen bedeuten würde.



Die Brüder Fumic wollen sich gegen diesen Entscheid wehren und haben Rekurs eingelegt. «Dieses Berufsverbot werden wir nicht akzeptieren. Wir haben nicht gedopt», sagte Lado Fumic gegenüber der ARD. Seit längerer Zeit beklagen sich die beiden, mit der Bekanntgabe ihres Aufenthaltsorts ihrer Persönlichkeitsrechte beraubt zu werden. Dass die beiden damit ihre Olympiateilnahme aufs Spiel setzen, war indes von Anfang an klar. Das Vergehen der Verweigerung der Bekanntgabe des Aufenthaltsorts wird einem positiven Dopingbefund gleichgesetzt. «Wir haben nicht betrogen, wir haben nur ein NADA-Formular nicht ausgefüllt, stattdessen in anderer Form unsere feststehenden Termine dem Verband mitgeteilt, bei dem wir die Lizenz beantragt haben. Wir sind dazu bereit, das unter Umständen bis zum Ende auszufechten», sagte Lado Fumic gegenüber der ARD.



Ist Fumic ein Robin Hood der Mountainbiker? Ganz im Gegenteil. Mit ihrem provokativen Vorgehen setzen sie nicht nur ihre eigene Karriere aufs Spiel, sie bringen auch den gesamten Mountainbikesport in Verruf. Statt mit sportlichen Leistungen sind die Biker dank den Brüdern Fumic mit Dopingthemen in den Schlagzeilen. Für Laien ist damit klar: Im Mountainbikesport herrschen die gleichen Dopingpraktiken wie Strassensport.  Eine fatale Konsequenz ihres rebellischen Verhaltens, dem sich die beiden wohl nicht bewusst sind.



Die Einführung der Bekanntgabe des Aufenthaltsorts ist eine Bestimmung im Kampf gegen Doping. Dank des Aufenthaltsortes können die Dopingkontrolleure die Athleten besser beziehungsweise überhaupt auffinden. Eine an sich einleuchtende Massnahme, die zwar die Initimsphäre eines jeden Sportlers massiv beeinträchtigt, letztlich aber durch die exzessiven Dopingpraktiken der Sportler selbst verursacht wurde. Und die Regel gilt ist insofern gerecht, als dass sie für alle gleich gilt. Wer den Radsport zu seinem Beruf wählt, ist sich dessen bewusst und es ist weiterhin kein Menschenrecht, Mountainbikerennprofi sein zu dürfen.



Dank ihrem Rekurs dürfen Fumics beim Weltcupauftakt in Houffalize wohl starten. Es ist zu hoffen, dass die deutsche Sportjustiz im Sinne einer konsequenten Dopingbekämpfung dem Vorgehen der beiden einen Riegel schiebt und die Sperre aufrecht hält.



Die Regelung der Bekanntgabe des Aufenthaltsorts ist bereits dem Dänen Michael Rasmussen zum Verhängnis geworden. Der Leader der letztjährigen Tour de France gab an, im Vorfeld der Tour in Mexico trainiert zu haben. Gesehen wurde er aber in den Dolomiten. Der vermeintliche Grund seiner Lüge: Er wollte Dopingkontrolleuren aus dem Weg gehen. Deshalb wurde Rasmussen aus der Tour de France ausgeschlossen und seine glorreiche Radfahrer-Karriere nahm ein abruptes Ende. Den Brüdern Fumic droht mit ihrem unüberlegten Vorgehen nun das gleich Szenario.






Meldung vom 17. April 2008 (Autor: red )
 

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