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Es scheint, als müssten die USA ihren Ruf als Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten verteidigen. Cannondale wurde soeben im Heimatland gezwungen, 1300 Rennvelos zurück zu rufen. Der Grund: Eine fehlende Speichenschutzscheibe zwischen Kassette und Hinterrad.
Gerade zu einer Zeit, in der sich Rückrufe in der Fahrradbranche zu etablieren beginnen, torpedieren die US-Behörden den Sinn und die Glaubwürdigkeit dieser Sicherheitsmassnahme. Wie das US-Branchenmagazin «Bicycle Retailer» schreibt, muss Cannondale 1300 Rennvelos zurückrufen, weil sie den staatlichen Sicherheitsvorschriften für Fahrräder nicht genügen. Der Mangel ist so klein wie unbedeutend: Weil bei den Bikes in der Montage die Kunststoff-Scheibe zwischen Kassette und Hinterradspeichen vergessen wurde, gilt der Nutzen dieser Velos als Risiko. Die Behörden fürchten, dass es zu Stürzen kommen kann, wenn sich die Kette zwischen Zahnkränzen und Speichen verkemmt und so das Rad blockiert.
Abgesehen davon, dass die Speichenschutzscheiben potthässlich sind und meistens auch nicht lange schützen, weil sie rasch zerbrechen und abfallen, erscheinen die Bedenken lächerlich. In der Regel stürzt kein Velofahrer, wenn das Hinterrad blockiert, und erst recht nicht, wenn sich die Kette in den Speichen verfängt. Bis das Rad in diesem Fall wirklich zum Stillstand kommt, braucht es meistens einige Momente, in denen der Fahrer bereits durch die mahlenden Geräusche gewarnt wird.
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Die Europäischen Behörden zeigen in diesem Fall mehr Augenmass. Nach Angaben von Cannondale Europe gilt die Rückrufaktion nur in den USA.
Rückrufe wegen technischen Mängeln sind sinnvoll und sollten sich auch in der Bikebranche durchsetzen, wie das auch in der übrigen Fahrzeugindustrie üblich ist. Mit einem Rückruf dieser Art leisten sich die Behörden aber einen Bärendienst. Sie lassen Hersteller, Händler und Velofahrer nicht nur am Sinn solcher Aktionen zweifeln, sondern auch an der Fachkompetenz der Sicherheitswächter selbst. |