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Wer zur #*! ist Samuel Zbinden?
Die meisten Zuschauer hielten bei den Schweizer Downhill-Meisterschaften am Monte Tamaro vom vergangenen Sonntag bereits Thomas Ryser für den Sieger. Als Damien Mermoud Rysers Zeit nochmals um einige Zehntel unterbieten konnte, schien sich in Abwesenheit von Claudio Caluori der andere regelmässige Weltcup-Starter aus der Schweiz den Titel zu sichern. Schien, denn als Samuel Zbinden die Ziellinie überquerte, war alles anders. Grund genug, sich zu fragen: Wer ist dieser Samuel Zbinden?


Zbindens Bikekarriere begann 1996 gänzlich unspektakulär: Vor dem Karate-Training fuhr er jeweils mit Kollegen auf dem Bike herum ? bis sich die Gewichte verschoben und das Biken die Oberhand gewann. Nicht faul, gründete Zbinden mit seinen Freunden gleich die «Bike-Gang Lengnau». Das Ziel: Neben gemeinsamen Ausfahrten sollten auch Bike-Rennen im Aargau bestritten werden. So wurde auch der in Sachen Rennen engagierte Bikeshop «Jumpin Crazy» auf den jungen Lengnauer aufmerksam: Sie luden ihn zu einigen Dual-Trainings mit Kippstangen ein. Vor vier Jahren fand Zbinden dann Aufnahme im Rennteam dieses Shops. In der Folge begann er, sich voll auf die Disziplinen Downhill und Dual zu konzentrieren. Als Trainingsgelände dienten ihm neben dem Bikepark von Todtnau die BMX-Strecke von Dättnau sowie selbstgeschaufelte Trails.


In der Saison 1999 eröffnete das Pech anderer Fahrer Zbinden die Chance, internationale Erfahrung ohne Leistungsdruck zu sammeln: Auf Einladung von Swiss Cycling konnte der Vierte der Junioren-Schweizermeisterschaften an der EM in Spanien und an der WM in Schweden starten. Die Ränge 36 (EM in La Molina/E) und 48 (WM in Are/S) versprachen zwar noch keinen Durchbruch, aber der sollte später folgen. Im Jahr 2000 sicherte sich Zbinden den nationalen Titel bei den Junioren, zudem gewann er die Gesamtwertung der Junioren im Schwinn-DH-Cup. Das gestiegene Selbstvertrauen zeigte sich auch bei den internationalen Meisterschaften, für die Samuel mittlerweile aus eigener Kraft selektioniert war. Mit den Rängen 19 (EM in Vars/F) und 27 (WM in Sierra Nevada/E) waren die Medaillenränge zwar noch weit weg, aber die Steigerung unverkennbar.


In seinem letzten Juniorenjahr konnte Zbinden zwar seinen Titel als Schweizer Meister nicht verteidigen, dafür fuhr er an der EM 2001 in Livigno/I ganz vorne mit und wurde Fünfter. Auch der elfte Rang an der Weltmeisterschaft bedeutete eine nochmalige Steigerung. Wie aber würde Zbinden der Übertritt in die Elitekategorie gelingen? Mit seinem Exploit am Monte Tamaro hat er darauf eine eindrückliche Antwort gegeben: Ein weiterer Junger hat den Anschluss an die Spitze geschafft, umso mehr, als er auch im Dual mit Rang 6 ein achtbares Resultat erzielte. Wäre er nicht schon im Viertelfinale am späteren Meister Roger Rinderknecht gescheitert, wer weiss?. Als nächste grosse Herausforderungen warten zuerst das Finale des Maxxis Cups in Zweisimmen (23. ? 25. August) und dann die WM in Kaprun. Die Zbinden-Erfolgsstory wird wohl noch um einige Kapitel ergänzt werden, wenn nicht in diesem Jahr, dann in der nahen Zukunft.



Einige Fragen an den frisch gebackenen Schweizer Meister


MOVE: «Wie schätzt Du die Bedeutung Deines Meistertitels ein?»

Samuel Zbinden: «Weil 2002 meine erste Saison bei der Elite ist, kommt mir der Meistertitel vor wie ein schöner Traum. Dies ist mit Sicherheit der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere, auch wenn Claudio leider verletzt war und so seinen Titel nicht verteidigen konnte.»


MOVE: «Neben Claudio zeigte sich auch Greg Minaar wortwörtlich beeindruckt von der WM-Strecke von 2003. Was ist Deine Meinung zur Strecke?»

Samuel Zbinden: «Klar, die Strecke ist schon ziemlich krass. Vor allem im oberen Teil ist das Gelände extrem steil, so dass man kaum verzögern kann, erst recht nicht bei Nässe. Zudem liegen überall spitze Felsblöcke herum, was im Falle von Stürzen schlicht gefährlich ist. So hat sich Ramon Hunziker im Training an genau derselben Stelle den Oberarm gebrochen, an der auch ich gestürzt bin. Während ich mit einigen blauen Flecken weiterfahren konnte, musste Ramon mit dem Helikopter geborgen werden.»


MOVE: «Also bleibt bis zur WM in einem Jahr noch viel zu tun?»

Samuel Zbinden: «Auf jeden Fall, die Strecke muss vor allem im oberen Teil modifiziert werden: Sturzräume müssen von Felsblöcken befreit, die Trasse muss generell breiter werden. Bis zur WM bleibt aber noch genug Zeit, und an der SM wurde der Start nach einer Intervention der Fahrer nach unten verschoben, womit die gerade bei Nässe gefährlichsten Passagen draussen waren.»


Ausser vom Bikeshop Jumpin Crazy in Döttingen wird Samuel Zbinden von Fox, Roox und SRAM unterstützt.


Mehr Informationen und massig Bilder von stylishen Sprungeinlagen gibt?s unter www.samuelzbinden.ch.tt.





Meldung vom 13. August 2002 (Autor: red )
 

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