| Weltcup-Bilanz zur Halbzeit |
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Nach drei von sechs Rennen zeichnet sich im Mountainbike Weltcup langsam aber sicher die diesjährige Leistungshierarchie ab. Während bei den Damen Gunn-Rita Dahle weiterhin den Rennsport nach Belieben dominiert, hat sich bei den Herren neben Julien Absalon eine breite Spitze gebildet, die alle für einen Weltcup-Sieg in Frage kommen. Mit Christoph Sauser und Ralph Näf hat die Schweiz zwei ganz starke Fahrer im Weltcupzirkus während bei den Schweizer Damen ein Notstand an Weltklasse-Fahrerinnen herrscht. Wer schlägt Absalon? Nach drei von sechs Rennen führt bei den Herren Julien Absalon die Gesamtwertung deutlich an - zu Recht. Er ist der konstanteste Fahrer im Feld, hat in Madrid und Spa bei sehr unterschiedlichen Konditionen gewonnen und wurde in der Hitze auf Curaçao zweiter. Hinter ihm sind es zur Zeit vor allem die beiden Multivan Merida-Fahrer Ralph Näf und José Hermida sowie der letztjährige Gesamtweltupsieger Christoph Sauser, die dem Franzosen ans Leder wollen - und auch realistische Chancen dazu haben. Zu ihnen gesellen sich Fahrer wie Fredrik Kessiakoff, Roel Paulissen, Bart Brentjens und seit neuem auch Florian Vogel, die realistische Podestchancen aufweisen. Mit einer derartigen Leistungsdichte sind spannende Rennen vorprogrammiert. Breite Leistungsdichte bei den Herren Interessant ist die Situation für die Schweizer, die neben der Leistungsspitze mit Sauser und Näf starke Fahrer im Rennen haben. So verhinderte einzig ein abgerissener Wechsler in Spa eine Podest-Platzierung von Florian Vogel, der auf Curaçao bereits unter den ersten zehn landete. Erstaunlich ist auch die Entwicklung von Nino Schurter, der die U23-Wertung überlegen anführt, sich von Weltcup zu Weltcup steigert und in Spa mit einem intelligenten Fahrstil das erste mal ein Top10-Resultat erreichte. Setzt der junge Bündner seine Formkurve so fort, dürfte mit ihm demnächst auch noch weiter vorne gerechnet werden. Gute Resultate weist auch der Athleticum-Fahrer Martin Gujan auf, der im Gesamtweltcup auf Platz 17 figuriert - obwohl er auf das Auftaktrennen in Curaçao verzichtet hat. Offen ist die Situation von Thomas Frischknecht, der unbestritten zu den besten zehn Rennfahrern der Welt zu zählen ist, im Weltcup aber bisher vom Pech verfolgt wurde. Nach einem Platten in Curaçao wurde er in Madrid von abkürzenden Fahrern nach hinten gereicht und in Spa fuhr ihm ein Konkurrent nach dem Start ins Hinterrad, worauf Frischi das Rennen entnervt aufgab. Schwierig einzuschätzen ist auch der Churer Silvio Bundi, der mit Christoph Sauser das Cape-Epic und danach den Swisspower Cup in Hasliberg gewonnen hat. Seine Weltcup-Einsätze wollen ihm einfach nicht gelingen während sein Niveau in den Top30 der Welt anzusiedeln sein dürfte. Das Rennen hinter Gunn-Rita Dahle Unspektakulär ist die Situation bei den Damen, wo die Norwegerin Gunn-Rita Dahle die Rennen nach Belieben dominiert und bereits jetzt mit Julie Furtado zur besten Mountainbikerin aller Zeiten zählt. Ihre Konkurrentinnen müssen sich damit begnügen, die restlichen Podestplätze unter sich auszumachen. In Frage für diese Positionen kommen mehrere Fahrerinnen, darunter Sabine Spitz, Marie-Helene Premont, Irina Kalentieva, Marga Fullana, Maja Wloszczowska und Lene Byberg. Als einzige Schweizerin kann Petra Henzi in dieser Gruppe ein ernstes Wörtchen mitreden, bei allen anderen Schweizerinnen wären Podestplatzierungen grössere Überraschungen. Einzig Maroussia Rusca (Achte in Madrid) und Franziska Röthlin (in Spa auf Platz sieben liegend durch Reifendefekt zurückgeworfen) scheinen zur Zeit fähig für ein Top10-Resultat. Unklar ist die Situation von Katrin Leumann, die durch eine Krankheit stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und die auch mental nicht optimal in die Saison startete. Nicht den Erwartungen entsprechen konnte bisher auch die beiden Nachwuchs-Talente Emilie Siegenthaler und Nathalie Schneitter. Während Siegenthaler sich mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber abmüht und ihr Potenzial für diese Saison schwierig einzuschätzen ist, setzte man in Nathalie Schneitter nach ihrem Wintertraining in Neuseeland (zu) hohe Erwartungen, die sie bisher nicht erfüllen konnte. Weltcup Gesamtwertung Herren, nach 3 von 6 Läufen: 1. Julien Absalon, 700 2. Bart Brentjens, 475 3. José Hermida, 460 4. Christoph Sauser, 460 5. Ralph Näf, 450 6. Roel Paulissen, 430 7. Liam Killeen, 352 8. Fredrik Kessiakoff, 308 9. Lado Fumic, 266 10. Filip Merihaeghe, 264 11. Nino Schurter, 264 12. Florian Vogel, 223 17. Martin Gujan, 170 23. Balz Weber, 139 30. Thomas Frischknecht, 120 46. Lukas Flückiger, 68 49. Christof Bischof, 63 61. Gion Manetsch, 46 77. Joris Boillat, 23 86. Marcel Bartholet, 18 96. Yannick Bernascconi, 8 Weltcup Gesamtwertung Damen, nach 3 von 6 Läufen: 1. Gunn-Rita Dahle Flesja, 750 2. Sabine Spitz, 490 3. Marga Fullana, 480 4. Irina Kalentieva, 426 5. Marie-Helene Premont, 405 6. Lene Byberg, 380 7. Maja Wloszczowska, 350 8. Mary McConneloug, 282 9. Nina Göhl, 272 10. Petra Henzi, 250 16. Maroussia Rusca, 186 46. Sarah Koba, 74 51. Franziska Röthlin, 60 54. Daniela Louis, 42 60. Renata Bucher, 34 63. Katrin Leumann, 30 65. Nathalie Schneitter, 26 70. Esther Süss, 23 www.ride.ch/website/bilder_worldcup06.php |
Meldung vom 21. Mai 2006 (Autor: red ) |







