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Der Aprilregen ging der Schweizer Velobranche nicht unter die Haut: Trotz nasskaltem Wetter von Ostern bis Auffahrt ziehen Velohändler und –hersteller eine positive Zwischenbilanz zur Saison 2008. Bereits zeichnen sich erste Verkaufstrends ab.
Seit Anfang Mai die Sonne wieder zurückkehrte, will sich die Velobranche nicht mehr über die laufende Saison beklagen. Noch wenige Wochen zuvor hätte es aber anders getönt. Unter dem späten Schnee und reichhaltigen Regen im April litt die Kauflust der Bikerinnen und Biker spürbar, und manche Händler und Hersteller hätten noch keinen geflickten Schlauch auf eine erfolgreiche Saison gewettet. Als Anfang Mai mit der Frühlingssonne jedoch auch die Kunden wieder zurückkehrten, wurde die Stimmung versöhnlicher. Selbst der vorangegangene Regenmonat verlor mit etwas sonniger Distanz seinen Schrecken. «Wir haben unser Umsatzziel für einen Schlechtwettermonat erreicht», sagt beispielsweise Andy Bundi, Inhaber des «Bike Stop» in Winterthur. Velofahren liege aber nach wie vor im Trend und die Biker seien bereit, Geld für Ihr Hobby auszugeben, glaubt Bundi. Einzig das Wetter habe die Kauflust etwas ausgebremst. Für die Händler wurde damit die Hoffnung zu Nichte gemacht, dass sich die Rekordumsätze des letzten Frühlings wiederholen könnten. Daran kann auch der frühe Start im Februar und die stark anziehende Nachfrage seit Anfang Mai nichts mehr ändern.
Unberechenbare Liefersituation
Dass die Saison etwas langsamer startete als im letzten Jahr, hat aber auch Vorteile. Biker, die sich erst jetzt ins Velogeschäft wagen, haben gute Chancen, dort das Bike ihrer Wahl auch noch vorzufinden. Anders als im Vorjahr sind viele Modelle nicht bereits ausverkauft. Neben dem Wetter hängt dies aber auch daran, dass Velohändler grosszügiger eingekauft haben als im Vorjahr. «Die Vororder der Händler lag deutlich über der des Vorjahres», sagt Steven Jonckheere, der bei BMC die Schweizer Händler betreut. Ganz lückenlos findet man zur Zeit aber trotzdem kaum die ganze Bikepalette, die in den Katalogen angepriesen wird. Zahlreiche Hersteller melden, dass bereits einzelne, gut laufende Modelle ausverkauft sind, während von anderen Bikes noch nicht mal sämtliche vorbestellten Exemplare ausgeliefert werden konnten. Hier machen sich die Lieferengpässe der Komponentenhersteller, inbesondere von Shimano, bemerkbar.
Dauerläufer Hardtail
Bisher am meisten gefragt waren die edleren Bikes in den Shops. «Für ausgereifte Technik und gutes Design sind viele bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen», sagt Thommy May vom Rheinfelder Fachgeschäft Füchter. Dabei mache es nur geringe Unterschiede, ob es sich beim Bike der Wahl um ein Mountainbike, ein Hybridbike oder ein Rennvelo handle. Tapfer halten sich die Hardtails im Mountainbikesegment. «Viele Biker mit Rennambitionen setzen nach wie vor auf starre Rahmen», stellt Steven Jonckheere fest. Das geringere Gewicht ist dabei ein wichtiges Argument für das Hardtail, jedoch bei weitem nicht das einzige. Ein weiter Grund für die ungebremse Nachfrage nach starren Bikes sieht Peter Züst, Bike-Produktmanager beim Felt-Importeur Amsler in der Servicefreundlichkeit: «Es gibt nach wie vor viele Biker, die sich vor dem hohen Pflegeaufwand eines Fullies fürchten». Der Kaufpreis hingegen schreckt nur noch wenige vom Kauf eines vollgefederten Bikes ab: «Nach wie vor gibt es zahlreiche Käufer, die sich ein teures Hardtail leisten. Für den selben Betrag erhielen sie auch ein gut funktionierendes Fullie», stellt Züst fest.
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