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«Bauer sucht Frau» war gestern: In der neusten Castingshow des Fernsehsendes 3plus buhlen Velohändler um die raren Mechaniker als Angestellte. Der Händlerverband SFMGV als offizieller Partner nimmt ab sofort Bewerbungen für die Sendung entgegen.
Nachdem die zweite Staffel der Sendung «Bauer sucht Frau» bereits nicht die gleiche Einschaltquote erreichte wie die erste Serie, hat der private TV-Kanal 3plus seine Pläne für eine dritte Staffel kurzfristig gekippt. Ein neues Format nach ähnlichem Strickmuster soll die Zuschauer nun wieder zurückbringen. Fündig geworden ist 3plus ausgerechnet in der Velobranche. Während der Sendung sollen einige arbeitswillige Velomechaniker verschiedene Geschäfte mit Personalnotstand besuchen. Die Fernseh-Zuschauer können dann live am Bildschirm mitverfolgen, wie die Velohändler um die Gunst ihrer möglichen Angestellten werben und ob sich diese auf das Jobangebot einlassen.
Nachvollziehbare Dramatik
«Die Situation der Fahrradhändler ist vergleichbar mit derjenigen der Landwirte», sagt Programmdirektor Torsten Prenter, «gute Mechaniker sind in der Zweiradbranche etwa ähnlich schwierig zu finden wie Frauen, die bereitwillig auf einen Bauernhof ziehen». Für ausrechend Dramatik sei gesorgt, weil zahlreiche Velohändler gerade jetzt zum Saisonbeginn verzweifelt auf der Suche nach einer helfenden Hand sind, glaubt Prenter. Mit dem Thema können sich nach Ansicht des Fernsehmanagers die meisten Zuschauer identifizieren: «Fast jeder Schweizer besitzt ein Velo und hat sich schon über die langen Wartezeiten für den Frühlings-Service geärgert», weiss Prenter.
Imagegewinn für die Arbeit im Velogeschäft
Als Partner konnte der 3plus den Schweizerischen Fahrrad- und Motorrad-Gewerbeverband (SFMGV) gewinnen. Dieser unterstützt den Sender mit Brancheninformationen und hilft bei der Auswahl der Händler, die sich um einen der arbeitswilligen Mechaniker bewerben wollen. «Für uns ist die neue Castingshow eine ideale Gelegenheit, auf die Nöte der Velohändler aufmerksam zu machen», sagt Verbandssekretär Daniel Schärer. Er hofft, dass der Beruf des Fahrradmechanikers durch die Sendung attraktiver wird und mehr junge Burschen und Mädchen sich für eine Lehre in der Zweiradbranche entscheiden. Natürlich will Schärer bei der Auswahl der Velogeschäfte darauf achten, dass das Velogewerbe auch wirklich gut abschneidet. «Als Eingeständnis an den Sender müssen wir aber auch einige typische „Leider Nein“-Kandidaten vorschlagen», bedauert Schärer.
Velohändler, die auf der Suche nach einem Angestellten sind und deshalb in der Castingshow dabei sein wollen, können sich ab dem heutigen 1. April beim Zentralsekretariat des SFMGV bewerben. Email-Bewerbungen mit einem Foto des Geschäftsführers, des Verkaufsraums und der Werkstatt werden laut Verbandssekretär Schärer bevorzugt behandelt. |