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Unwürdiges Weltcupfinale in Schladming

Während im April die Organisatoren in Offenburg vorgemacht haben, wie man ein Weltcuprennen attraktiv aufbauen und umsetzen kann, setzen die Organisatoren des Finallaufs in Schladming die Marke in die andere Richtung. Das Rennwochenende zum Abschluss der Weltcupsaison ist geprägt von kaum vorhandenen Zuschauern, einem schlechten Speaker und fragwürdigen Four Cross- und Cross Country-Strecken. Schladming 2008 war für den Mountainbikesport schlechte Werbung.



Die Szenerie im Zielraum während den Cross Country-Rennen ist symptomatisch für das ganze Rennen: Der Zielhang ist eine grosse Baustelle, parkierte Bagger, Baugruben und halbfertige Häuser prägen das Bild. Im Zielraum stehen statt Zuschauer mehrere SUV-Ausstellungsmodelle von Nissan und beim Eintritt ins Renngelände wird man von grimmigen Sicherheitsleuten in Kampfmontur begrüsst. So beugt Schladming jeglicher Renneuphorie vor.



In dieses Bild passen auch die Speaker im Zielgelände. Gelangweilt und scheinbar gänzlich ohne Fachwissen lesen sie von der Anzeigetafel, wer das Ziel passiert. Statt Renneuphorie verbreiten sie eine kollektive Nüchternheit. Jedes Provinzrennen hat heute stimmungsvollere Moderatoren und man stellt mit Unverständnis fest, dass eine wintersporterfahrene Destination wie Schladming bei den Speakern auf unerfahrene Laien setzt.

Harsche Kritik stammt aber auch von Team-Managern. Das Fahrerlager ist über mehrere Stellen verteilt, weitgehend abgeschottet von Zuschauern und einem Weltcuplauf nicht würdig. Eine Frechheit sei die Organisation, so lassen sich einzelne Manager zitieren, einige Teams haben ihren Stand nicht einmal aufgebaut.



Veranstalter wie jene in Schladming leisten dem Mountainbikesport einen Bärendienst. Würden sie mit einer analogen Leistung im Winter den Skiweltcup durchführen, wären sie längst kein Austragungsort der FIS mehr. Die Kritik an Schladming ist nicht neu, trotzdem erhält der Ort in der Steiermark immer wieder den Zuschlag für die Durchführung des Weltcups. Ist es an der Zeit, dass die UCI organisatorische Mängel stärker wahrnimmt und mit einem strikteren Auftreten diesen entgegen tritt. Denn Weltcups wie dieser in Schladming sind für den Mountainbikesport schlechte Werbung.

 






Meldung vom 14. September 2008 (Autor: red )
 

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