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USA: Bikepolitik mit der grossen Kelle
«Victory in Vietnam» titelte die Online-Ausgabe der Branchen-Zeitung «Bicycle Retailer & Industry News» (BRAIN). Das ist keine um dreissig Jahre verspätete Meldung zu einem der Kriege der Vereinigten Staaten. Vielmehr hat die «New England Mountain Bike Association» (NEMBA) soeben dank vieler Spenden Privater und aus der Bike-Industrie ein Gebiet in Milford/Massachusetts für 210'000 Dollar gekauft. Auf den 47 Acres (etwa 17 Hektaren) soll nun demonstriert werden, wie Wege für verschiedene, nichtmotorisierte Nutzergruppen erstellt werden können.



In den Staaten wurde schon immer mit etwas grösserer Kelle angerichtet - nicht nur bei Pick-Ups und Budgetdefizit, sondern auch beim jüngsten Beispiel in Sachen Bike-Politik. Ein unter den Locals als «Vietnam» bezeichnetes Gebiet in Milford/Massachusetts sollte in die Entwicklungszone umgeteilt und überbaut werden. Das hätte den Zugang der Biker zu diesem Gebiet, das offiziell «Upper Charles River Headwater» heisst, in Frage gestellt. Ein Fall für die NEMBA: Diese begann zuerst in lokalen Umfeld Geld zu sammeln und sicherte sich mit 15'000 US-Dollar auf ein Jahr hinaus die Option auf das Areal, das sich über eine Fläche von 47 Acres (etwa 17 Hektaren) erstreckt.



Eine Viertelmillion für 17 Hektaren Wald

Darauf galt es, innert eines Jahres die Summe von 210'000 US-Dollar zusammen zu bringen, um das Gebiet ganz kaufen zu können. Mit Hilfe zahlloser privater Spender, der IMBA und der Bike-Industrie hat die NEMBA das Geld zusammen gebracht. Und meldet nun, zwei Monate vor Ablauf der gesetzten Zahlungsfrist, den Vollzug der bisher wohl teuersten Massnahme in der Geschichte der Bike-Politik: «Vietnam» gehört den Bikern.



Mit dem Kauf soll nicht nur das Gebiet vor Überbauung beschützt werden, was die Regierung des Bundesstaates Massachusetts ausdrücklich begrüsst. Es ist auch geplant, auf dem Areal ein Netz von Wegen für nichtmotorisierte Erholungssuchende zu erstellen ? und zwar nicht nur für Biker. Die NEMBA will auf dem Gebiet ein Modell für ein umweltverträgliches Trail-Netz errichten. Zudem sollen in «Vietnam» Methoden des Wegebaus ausprobiert und optimiert werden. Zudem soll das Beispiel andere Interessengruppen zu ähnlichen Aktivitäten motivieren.



MOVE gerät angesichts dieser Dimensionen ins träumen. Wie teuer wohl die Hänge am Üetliberg oder am Gurten wären?

Meldung vom 26. Oktober 2003 (Autor: red )
 

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