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Swiss Cycling gibt WM-Richtlinien bekannt
Swiss Cycling hat in diesen Tagen die Selektionsrichtlinien für die Weltmeisterschaften im neuseeländischen Rotorua bekannt gegeben. Aufgrund der hohen Reisekosten wird das Kader deutlich kleiner als in den letzten Jahren, insgesamt werden «nur» 26 Athleten ein Aufgebot kriegen. Besonders eng wird es für die Downhiller und Four Crosser, die zusammen mit nur gerade vier Personen antreten werden.

In den letzten Jahren war die Schweizer Delegation an den Mountainbike Weltmeisterschaften jeweils eine der grössten - und auch eine der erfolgreichsten. Durch die geografische Nähe (Kaprun, Lugano, Les Gets, Livigno) konnte man sich ein grosses Kader leisten und im Sinne der Talentförderung auch Fahrer mitnehmen, bei denen es mehr um Erfahrung als um Medaillenchancen ging.

Jetzt kommt wegen den hohen Reisekosten nach Neuseeland der grosse Dämpfer: Viele (gute) Athleten müssen heuer auf das wichtigste Rennen der Saison verzichten obschon sie die Selektionskriterien erfüllt hätten. Die 26-köpfige Fahrerdelegation ist eine der kleinsten, welche Swiss Cycling je an eine internationale Meisterschaft entsandt hat. Hart ist es insbesondere für die Downhiller, wo gerade mal vier Sportler nach Rotorua reisen werden - Damen, Herren, Elite, Junioren, Downhiller und Four Crosser zusammen.

Mehr Qualität statt Quantität
Swiss Cycling geht gar noch einen Schritt weiter und zieht in Erwägung, die Kontingente nicht voll auszuschöpfen: «Unter dem Motto weniger Quantität dafür mehr Qualität werden die Kontingente nur ausgeschöpft, sofern an der EM/WM Resultate in der ersten Ranglistenhälfte (Junioren, Downhill) bzw. Spitzenresultate (Elite) erwartet werden können.» Allerdings sei man bereit, nicht aufgebotene Athleten, welche die Selektionskriterien aber erfüllen, auf deren eigene Kosten mitzunehmen. Interessant könnte dabei eine allfällige Solidarität unter den Rennfahrern werden: Einer der gut verdienenden Spitzenathleten bezahlt seinen Aufenthalt selber (bzw. sein Team übernimmt die Kosten), macht dafür im Kader aber Platz für einen nicht aufgebotenen Hoffnungsträger.

Schweizermeisterschaften weiterhin obligatorisch
Weiterhin ist die Teilnahme an den Schweizermeisterschaften Pflicht um an die WM (oder EM) reisen zu dürfen. Allerdings werden auch dieses Jahr wieder Ausnahmebewilligungen erlassen - was die Klausel zu einer unfairen und sinnlosen Phrase werden lässt. Während die grossen Fahrer wie Sauser, Frischknecht oder Näf freie Hand haben und entsprechend unregelmässig an den Schweizermeisterschaften starten, sind alle anderen an diese Regelung gebunden. Im Sinne einer Gleichbehandlung wäre es an Swiss Cycling, diese Klausel abzuschaffen oder mit entsprechend konsequenter Haltung durchzusetzen.



Kleines Kader: Hart aber richtig
Mit der Verkleinerung des WM-Kaders hat Swiss Cycling korrekt gehandelt. Es kann nicht angehen, dass ein finanziell angeschlagener Verband jeweils mit dem grössten Kader an Meisterschaften anreist - wo vor allem ein Podestplatz im Zentrum steht. Oder mag sich jemand daran erinnern, wer an der WM in Livigno (in welcher Disziplin auch immer) auf Rang 18 fuhr? Hart trifft es die Downhiller, die mit einem extrem kleinen Kader anreisen werden. Aber gerade in den Abfahrtsdisziplinen standen in den letzten Jahren immer wieder Athleten an der Startlinie, denen kaum je ein Spitzenplatz zuzumuten wäre.

Aufgebot Weltmeisterschaften 2006:
Cross Country
4 Junioren
2 Juniorinnen
6 Elite Herren Elite
5 Herren U23
3 Damen Elite
2 Damen U23

Downhill/Four Cross
3 DH (alle Kategorien)
1 4X (alle Kategorien)

Total: 26 Fahrer

www.swiss-cycling.ch


Meldung vom 09. Februar 2006 (Autor: red )
 

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