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Swiss Cycling: Nein zur Regionalisierung
Die 137. Delegiertenversammlung vom 19. März wurde zum Waterloo von Swiss Cycling-Präsident Fränk Hofer. Der von Hofer, Verbandführungs und Geschäftsstelle ausgearbeitete Vorschlag einer Regionalisierung wurde von den Delegierten mit 101 gegenüber 63 Stimmen (6 Enthaltungen) verworfen. Fränk Hofer zog in der Folge die logische Konsequenz und gab seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Bis zur nächsten Delegiertenversammlung im Jahr 2006 in Brissago wird der bisherige Vizepräsident und ehemalige Elite-Fahrer Michel Savary Swiss Cycling ad interim führen.



Das von Hofer mit der Unterstützung von Swiss Olympic lancierte Regionalisierungsprojekt sollte den Schweizer Radsport in vier Regionen (West, Mitte, Ost und Süd) unterteilen und damit von den Kantonalverbänden abkommen. Pro Region wäre in einem Teilzeitarbeitsverhältnis ein, dem technischen Direktor unterstellter Regio-Coach beschäftigt worden. Der Vorteil einer solchen Statutenrevision wäre eine, schlankere, den heutigen Bedürfnissen entsprechende, effiziente Organisationsstruktur gewesen mit direkteren Einflussmöglichkeiten der Clubs und Mitglieder auf die Verbandsführung. Profitiert von der Reorganisation hätte hauptsächlich der Sport: Die heute zahlreich benötigten Ehrenamtlichen hätten ihr Engagement vermehrt in den Dienst des Sports (Nachwuchsförderung, Sponsorensuche, etc.) stellen können statt zur Aufrechterhaltung von (kantonalen) Verbandsstrukturen.



Die Regionalisierung scheiterte bereits beim Grundsatzentscheid, ob in die Diskussion zu einer Statutenänderung eingetreten werden soll. Ein «Ja» zu dieser Diskussion hätte nicht die automatische Annahme des Konzepts bedeutet. Anscheinend ist dies einer grösseren Anzahl Delegierten entgangen oder längere Diskussionen waren ihnen bei dem sonnigen Wetter zu abschreckend. Andernfalls ist es beschämend, wenn die Delegierten dermassen wenig Vertrauen in ihren Vorstand besitzen und die Diskussion über einen, während drei Jahren ausgearbeiteten Vorschlag ablehnen. Einig waren sich die Kritiker darin, dass eine Regionalisierung auf sportlicher, jedoch nicht auf politischer Ebene notwendig sei ? wie ein solches Konzept aussehen sollte ist schleierhaft. Weiter sind Floskeln wie «die Zeit sei noch nicht reif für eine Regionalisierung» gefallen. Beinahe lächerlich erscheint die Wortmeldung eines Kritikers nach der Abstimmung: «Es gehe nun darum, eine Arbeitsgruppe zu bilden und ein neues Konzept zu erarbeiten». Und das Rad dreht sich weiter und weiter und weiter - an Ort und Stelle, wie beim Spinning...



Eine undurchsichtige Rolle spielte die Geschäftsprüfungskommission: In ihrem Bericht kritisierte sie Vorstand und Geschäftsstelle stark und ritt teilweise auf Spitzfindigkeiten herum. Kurios erscheint die Tatsache, dass der Bericht der Geschäftsstelle erst am Vorabend der Delegiertenversammlung dem Vorstand unterbreitet wurde. Der Verdacht, dass die GPK mit ihrem Bericht bereits mit dem Abgabetermin negative auf die Abstimmung einwirkte, lässt sich nicht von der Hand weisen.



Es ist für den Schweizer Radsport bedauerlich, dass ein dynamischer Präsident mit frischen, zukunftsweisenden Ideen an der Engstirnigkeit und der Traditionsbesessenheit gewisser Delegierten scheitern musste. Untergegangen in der Kontroverse ist leider auch die gute Arbeit, welche Vorstand und Geschäftsstelle in den letzen Jahren bei der Sanierung des Verbandes geleistet haben. Als Mountainbiker haben wir die bessere Beachtung und Integration unserer Disziplinen nicht zuletzt der heutigen Verbandsführung zu verdanken. Es bleibt zu hoffen, dass sich die innovativen Köpfe im Vorstand und auf der Geschäftsstelle nicht entmutigen lassen und die gute Arbeit fortsetzen. Denn der Schweizer Radsport braucht einen effizienten Verband.



Thomas Knecht

Chefredakteur Ride



Meldung vom 19. März 2005 (Autor: red )
 

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