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Sportler distanzieren sich von Kritik der Fumics

Mit einem offenen Brief gehen viele Sportler auf Distanz zur Kritik der Gebrüder Fumic am Dopingkontroll-System. Mit dem Brief, den auch Schweizer Sportler wie Thomas Frischknecht oder Nino Schurter unterschrieben haben, bekennen sich die Athleten zum Kontrollsystem. Sie müssen den Dopingbehörden immer angeben, wo sie sich aufhalten um von Kontrolleuren auch gefunden werden zu können. Die Brüder Fumic sehen dies als Einschränkung ihrer Persönlichkeitsrechte und weigern sich, ihren Aufenthaltsort wie gefordert anzugeben.





Offener Brief:


Sehr geehrten Damen und Herren,

 

in den vergangenen Wochen und Monaten wurde in verschiedenen Medien mehrfach über die kritische Haltung von Lado und Manuel Fumic gegenüber Einzelheiten des Anti-Doping-Kontrollsystems berichtet. Gegen eine kritische Haltung und entsprechende Äußerungen ist nichts einzuwenden, jeder hat ein Recht darauf auch wenn diese in der Sache

ggf. zweifelhaft sind.

Leider konnte dabei aber der Eindruck entstehen, dass die Mehrheit der deutschen Cross-Country-Biker die Haltung der Fumic-Brüder teilt oder zumindest toleriert. Überdies wurden auch Szenarien beschrieben, die sich mit den Vorschriften und Regularien des Anti-Doping-Systems nicht begründen lassen. 

 

Dem wollen wir hier mit einer Erklärung gegenüber treten. 

 

1. Das Kontrollsystem der WADA/NADA besitzt ggf. durchaus Schwächen, die es zu verbessern gilt. Gleichzeitig aber betrachten wir dieses System als sinnvollen Weg, dem Radsport die angegriffene Glaubwürdigkeit zurück zu geben und den Mountainbikesport als saubere Sportart zu präsentieren.

 

2. Wir sind als Sportler bereit uns mit aller Macht im Anti-Dopingkampf einzusetzen und akzeptieren weit reichende Maßnahmen, auch wenn wir selbst für deren Notwendigkeit keine Verantwortung tragen. Wir tun das, weil wir der Überzeugung sind, dass sich nur so die Chancengleichheit verbessern lässt, Gesundheitsaspekten Rechnung getragen werden und

der Vorbildfunktion des Leistungssports für Kinder und Jugendliche entsprochen wird.

 

3. Wir sind uns darüber im Klaren, dass das Ausfüllen der Whereabout- Formulare, respektive das Updaten im Internet, eine aufwändige Tätigkeit ist. Eine unangemessene Verletzung unserer Persönlichkeitsrechte können wir hier aber nicht erkennen. Schon gar nicht fühlen wir uns dabei behandelt wie Schwerverbrecher. 

 

4. Eine Situation auf der Toilette einer Gaststätte, wie sie Lado Fumic in einem Interview beschrieben hat, ist im Rahmen der bestehenden Regularien ohne weiteres zu verhindern und damit als Argument nicht von Belang. So kann darin auch keine Verletzung der Menschenwürde erkannt werden. 

 

5. Wir werden nicht gezwungen unseren Aufenthaltsort drei Monate im Voraus anzugeben. Im Zweifelsfall ist es Möglich ein Whereabout-Formular unausgefüllt zurück schicken. Dann geht man davon aus, dass man in diesem Zeitraum zuhause ist. Wenn dem nicht so ist, kann man das kurzfristig im internetbasierten ADAMS-System nachtragen, im Notfall inzwischen sogar per SMS.  

 

6. Wir empfinden das Kontrollsystem nicht als „totale Überwachung“. Das System ermöglicht es intelligente Kontrollen durchzuführen. Das erhöht die Chance Betrüger zu entlarven und damit uns saubere Sportler besser zu schützen. 

 

7. Wir sind in der Lage unsere Meinung kund zu tun und scheuen keine öffentliche Diskussion. Deshalb verwahren wir uns gegen den teilweise vermittelten Eindruck, dass wir uns der Haltung von Lado und Manuel Fumic heimlich anschließen und nur nicht den Mut hätten, in ähnlicher Weise öffentlich aufzutreten. 

 

8. Die Haltung und die Äußerungen der Fumic-Brüder haben schon jetzt negative Konsequenzen für uns Mountainbiker was die Wahrnehmung der Öffentlichkeit angeht. Wir wehren uns entschieden dagegen mit dem Vorgehen von Lado und Manuel Fumic in Verbindung gebracht zu werden und uns in der Öffentlichkeit, gegenüber Sponsoren oder gegenüber Verbänden für deren Vorgehen rechtfertigen zu müssen. 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

die unterzeichnenden Sportlerinnen, Sportler und Teamverantwortliche


Sabine Spitz 

Wolfram Kurschat 

Claudia Seidel 

Hanna Klein 

Felix Euteneuer 

Andy Eyring 

Mona Eiberweiser 

Julia Haase 

Markus Schulte-Lünzum 

Markus Bauer 

Katharina Haase 

Andi Weinhold 

Patrik Faller 

Jochen Käß 

Steffen Thum 

Simon Gegenheimer 

Wilko Rochow 

Markus Knott 

Tobias Ullmann 

Peter Rijs Andersen 

Robert Dorn 

Florian Vogel 

Andi Seeli 

Till Marx 

Jürg Graf 

Patrik Gallati 

Tim Böhme 

Torsten Marx 

Stefan Röschl 

Moritz Milatz 

Thomas Frischknecht 

Nino Schurter 

Florian Eschenbach 

Ralf Schäuble 

Nina Wrobel 

Anja Gradl 

Adelheid Morath






Meldung vom 28. Mai 2008 (Autor: red )
 

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