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Nach fünf Jahren legt Shimano die Hardcore-Gruppe Saint neu auf. Robustheit steht nach wie vor im Mittelpunkt der überarbeiteten Gruppe für Downhiller und Freerider, doch glänzen die Teile nicht mehr allein damit. Mehrere hundert Gramm Gewichtsersparnis, bissige Vierkolbenbremsen und zahlreiche neue, auf Hardcore getrimmte Features der Crosscountry-Gruppen sind die Highlights der neuen Saint.
Spätestens seit die aktuellen XTR- und XT-Teile auf dem Markt sind, erhielt die Saint Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Das Plus an Stabilität und Pannensicherheit war vielen Parkbikern zu gering im Vergleich zum Mehrgewicht der Saint. Auch glänzten die Allround-Komponenten mit zahlreichen neuen Funktionen, welche auch von Hardcore-Piloten geschätzt wurden. Shimano hat sich die Kritik der Biker zu Herzen genommen und die Saint für das Modelljahr 2009 komplett überarbeitet. Geringeres Gewicht und noch mehr Stabilität standen dabei ganz vorne im Anforderungskatalog an die neuen Komponenten.
Fünfzig Prozent mehr Bremskraft
Viel Arbeit steckten die Ingenieure von Shimano in die Bremsen. Neu besitzt diese vier statt nur zwei Kolben. Dadurch, verspricht Shimano, soll die Bremse rund 50 Prozent mehr Kraft auf die Scheibe bringen als noch der Vorgänger. Für bessere Dosierbarkeit setzt die neue Saint-Disc am Hebel auf die Servo-Wave-Funktion, welche sich bereits bei der XT-Gruppe bewährt hat. Diese sorgt nicht nur für zusätzliche Bremskraft, sondern auch für einen grösseren Abstand zwischen Belägen und Bremsscheibe, wenn die Bremse ruht. Nerviges Schleifen soll dadurch der Vergangenheit angehören. Ebenfalls von der XT übernommen wurde Einstellknopf für die Hebelweite. Dank diesem lässt sich der Abstand zwischen Bremshebel und Griff ohne Werkzeug einstellen.
Shadow-Schaltwerk spart Gewicht
Auch bei den Schaltungsteilen setzt die neue Saint auf zahlreiche Funktionen, die bereits von der XTR- und XT-Gruppe bekannt sind. Diese wurden aber nicht einfach eins zu eins übernommen, sondern zielgruppengerecht noch verstärkt und verfeinert. So ersetzt Shimano am Schaltwerk den Saint-eigenen Achsbefestigungsstandard durch die schlankere Shadow-Bauweise der beiden anderen Highend-Gruppen. Allein durch diesen Wechsel spart die Saint weit über 100 Gramm an Schaltwerk und Nabe. Der grösste Unterschied zu den Shadow-Kettenwechseln der XTR- und XT-Gruppe liegt in einem massiven inneren Parallelogramm-Arm, der für zusätzliche Steifigkeit sorgt. Zusätzlich lässt sich das neue Saint-Schaltwerk an die Zähnezahl der Kassette anpassen, wodurch die Schaltpräzision im rauhen Gelände nochmals verbessert wird. Auf den aktuellen Stand der Technik hat Shimano auch die Schalthebel gebracht. Die Rapidfire-Plus-Shifter verfügen über 2-Way Release (Zeigfingerhebel lässt sich wahlweise auch mit dem Daumen bedienen), Instant Release (Kein Kabel-Leerweg mehr beim Schalten) und eine variable Klemmung, welche es erlaubt, die Schalthebel auf der Innen- oder Aussenseite des Bremshebels festzuschrauben.
Qual der Wahl bei der Zähnezahl
An der Kurbel fällt als Erstes das neue Design mit dem grossen, angeschnittenen Schriftzug und den blassgoldenen Schrauben auf. Auf den zweiten Blick offenbart die Saint auch ihre schlankere Form. Diese soll laut Shimano Gewicht sparen, aber gleichzeitig nochmals mehr Steifigkeit in den Antrieb bringen als das (auch schon praktisch unzerstörbare) Vorgängermodell. Durch die neue Form sollen die Knöchel mehr Platz haben, ohne am Kurbelarm zu streifen. Bei den Kettenblättern kommt Shimano den individuellen Wünschen der Biker sehr entgegen: Die Einfach-Kurbel ist mit fünf verschieden grossen Kettenblättern von 34 bis 42 Zähnen erhältlich. Wer sich hingegen für die Zweifach-Kurbel entscheidet, muss sich mit der Standard-Abstufung 22/36 zufrieden geben. Beide Kurbelvarianten schützt ein neu entwickelter Polycarbonat-Bashguard die Kettenblätter vor Karies. Dank seinem Honigwabendesign soll er gleichzeitig leicht wie auch robust sein.
Neuer Freilauf für schnellere Starts
An den Naben verabschiedet sich Shimano von einer weiteren Spezialität der Saint. Die neue Gruppe ist mit den Standard-Bremsscheiben im Centerlock-Design kompatibel, was die Kombination der Saint-Teile mit Laufrädern oder Bremsen anderer Hersteller vereinfacht. Gleich bleiben die 20 Millimetern Durchmesser der vorderen Steckachse und die Einbauweiten 110 Millimeter vorne sowie wahlweise 135 oder 150 Millimetern am Hinterrad. Dank der neuen Schaltwerksbefestigung ist die hintere Nabe nun kompatibel mit Steckachsen von 10 oder 12 Millimetern Durchmesser. Überarbeitet wurde auch der Freilauf: Dieser erhält Shimanos „quick engagement technology“mit geringerem Leerweg, was einen schnelleren Antritt ermöglicht. Anders als bei den Crosscountry-Gruppen bietet Shimano im Hardcore-Bereich keine Komplettlaufräder an. Auch die Saint ändert daran (noch) nichts.
Für ungeduldige Freaks sicher eine der besten Nachrichten zur neuen Gruppe ist, dass sie bereits in weniger als vier Monaten erhältlich ist. Shimano Europe kündigte an, dass die neuen Teile ab August ausgeliefert werden.
Zur Lancierung der neuen Gruppe hat Shimano kräftig in die Marketingkasse gegriffen und ein Video ins Netz gesetzt. Dieses wurde von den US-Bikefilmern von „the collective“ gedreht und zeigt den Profi-Freerider Thomas Vanderham bei den ersten Tests mit der neuen Gruppe. Neben Informationen zur Entwicklung der Saint bietet der Filmausschnitt auch grossartige Bilder von den Fahrtests.
www.shimano.com www.thecollectivefilm.com/provingground/
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