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Schweiz mit Mini-Team an die WM 2009?

Die Schweiz wird an den Weltmeisterschaften 2009 in Canberra möglicherweise mit einem Miniteam anreisen. Der Radverband Swiss Cycling hat bekannt gegeben, für die Weltmeisterschaften in Canberra nur gerade die Teilnahme von zehn Mountainbikern finanzieren zu können. Der Verzicht auf eine traditionell grosse Delegation erfolgt aus Kostengründen und ist Teil des Sanierungsplans des verschuldeten Radverbands.



Swiss Cycling hat die Delegation für die Weltmeisterschaften mit acht Cross Country- und zwei Downhill-/Four-Cross-Athleten budgetiert. Um trotzdem eine grössere Delegation nach Australien entsenden zu können, will Swiss Cycling für die Weltmeisterschaften eine Kostenbeteiligung der Athleten durchsetzen. Bei den Cross Country-Fahrern setzt man den Betrag für die Beteiligung bei 2500 Franken, bei den Abfahrern hängt der Betrag von der Anzahl Athleten mit erfüllten Selektionskrtierien ab. Mit der Kostenbeteiligung soll jeder teilnehmende Athlet beziehungsweise seine Mannschaft wesentlich zum Budget des Radverbands beitragen.  Dieses unorthodoxe Vorgehen ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass auf Swiss Cycling in den nächsten beiden Jahren enorm hohe Kosten für internationale Wettkämpfe zukommen. Neben den Weltmeisterschaften 2009 in Australien finden diese im darauf folgenden Jahr in Kanada statt, die Cross Country-Europameisterschaften 2010 in Israel belasten die Verbandsfinanzen zusätzlich.



Viele Athleten für wenige Startplätze

Schickt die Schweiz in diesem Jahr bloss eine achtköpfige Cross Country-Delegation zu den Weltmeisterschaften, dürfte es insbesondere für die Damen und für die Nachwuchsklassen eng werden. Geht man von einer Nominierung der Cross-Country-Spezialisten Christoph Sauser, Florian Vogel, Nino Schurter und Ralph Näf aus, wäre damit bereits die Hälfte der Startplätze vergeben. Mit Lukas und Mathias Flückiger, Martin Gujan und Jürg Graf hätte die Schweiz alleine in der Herren-Kategorie vier weitere Spitzenfahrer zur Verfügung. Die Damen oder sämtliche Nachwuchsathleten hätten das Nachsehen. «Wir gehen generell nicht davon aus, dass ganze Kategorien oder Disziplinen fehlen werden», erklärt Swiss Cycling-Geschäftsführer Viktor Andermatt die Ausgangslage. «Jedoch wird die Delegation sicher kleiner sein als letztes Jahr in Italien.»



Kostenbeteiligung auch im Four Cross und Downhill

Noch enger sind die Verhältnisse beid en Downhillern, für die gerade Mal zwei Startplätze budgetiert werden konnten. Auch hier zeigt man sich für Kostenbeteiligungen offen: «Wenn die Athleten bereit sind, einen Teil der Kosten selber zu tragen, kann die Anzahl aufgebotener Personen erhöht werden. Wir haben für die Weltmeisterschaften 10'000 Franken für die Downhiller und Four Crosser zur Verfügung, das reicht für zwei Athleten. Wenn weitere Fahrer mitkommen würden, würde dieser Betrag auf alle Athleten gleichmässig aufgeteilt», erklärt Nationaltrainer Ernst Schurter.



Höchstleistungen für WM-Qualifikation?

So fatal für die einzelnen Fahrer und für die Radsportnation eine solche Minidelegation sein wird, aus sportlicher Sicht dürfte sie das Niveau der Schweizer Mountainbiker weiter anheben. Während die Selektionsphase für die Olympischen Spiele die Schweizer Cross Country-Athleten zu Höchstleistungen und schliesslich zum Dreifachsieg an den Weltmeisterschaften trieb, dürfte der Kampf um die wenigen Startplätze für die Weltmeisterschaften zu einem ähnliche Szenario wie im Vorfeld der Olympischen Spiele führen. Swiss Cycling meldet denn auch, dass die Selektionskriterien für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften deutlich härter ausfallen werden als bisher. Der harte Kampf um die wenigen Startplätze wird die Schweizer Mountainbiker noch schneller machen und der interne Leistungsdruck das Niveau weiter anheben.






Meldung vom 16. April 2009 (Autor: red )
 

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