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Bei den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Fort William verteidigt der Australier Sam Hill seinen Weltmeister-Titel vor dem Franzosen Fabien Barel und dem Briten Gee Atherton. Und das vor rund 40'000 frenetischen Zuschauern. Die Schweizer können in der Abfahrtsdisziplin auch bei den Herren keinen Überraschungserfolg melden und klassieren sich allesamt weit hinten. Bester Schweizer ist der anfänglich nicht für die WM nominierte Claudio Caluori auf Platz 29.
Wie schon an vielen Weltcup-Läufen steht auch in Fort William die versammelte Downhillwelt staunend vor dem Grossbildschirm, als Sam Hill die Strecke runterfliegt. Die hohe Geschwindigkeit und die ausserordentlich schnelle Linie sind derart offensichtlich, dass die riesige Zuschauermenge von einer Begeisterungswelle erfasst wird. Mit Fabien Barel erreicht schliesslich nur ein einziger Fahrer eine vergleichbar schnelle Linie und muss sich von Hill nur um sechs Zehntelsekunden geschlagen geben. Die restlichen Fahrer, darunter Downhill-Kaliber wie Greg Minnaar oder Gee Atherton, scheinen gegen diese beiden in einer anderen Liga zu fahren.
Hill holte sich schon im Vorjahr den Titel des Downhil-Weltmeisters, zuvor stand er bei der WM in Lugano in der Juniorenklasse zu oberst. In dieser Saison hat sich Hill an der Spitze des Downhill-Sports etabliert und führt souverän in der Gesamtweltup-Wertung.
Harte Wetterbedingungen auf der Rennstrecke
Das Downhill-Rennen ist geprägt durch leichten Nieselregen und ausserordentlich starken Wind im oberen, waldfreien Streckenteil. «Im Gegenwind musste ich treten wie an einem Cross Country-Rennen, aus den Kurven hats mich fast rausgeblasen und mit Rückenwind wurde ich so schnell, dass ich selbst in Stücken bremsen musste, wo man sonst voll durchbrettert», erläutert Claudio Caluori die Wettersituation in der oberen Streckenhälfte. Alle Fahrer bekunden aber gleiche Wetterbedingungen, das Rennen ist fair und geprägt von typisch schottischem Wetter.
Unbefriedigende Team-Bilanz der Schweizer
Erstaunlich locker steckt man bei den Schweizern die Tatsache weg, dass man in der Weltspitze nichts zu sagen hat. Zwar wäre eine Platzierung eines Schweizers weit vorne im Feld eine Überraschung gewesen und hätte nicht dem bisherigen Saisonverlauf entsprochen, doch der Weg in die vorderen Bereiche der Rangliste wird hart. Die Aussage Caluoris, das Rennen habe unglaublichen Spass gemacht und er sei zufrieden, bester Schweizer zu sein, zeugt nicht vom ausgeprägten «Killerinstinkt» eines Spitzensportlers. Auch die Aussage, man habe in der Schweiz halt keine Strecke wie diese hier in Fort William, die allgemein als eher einfach gilt, ist wohl nicht jene Einstellung, die den Weg an die Weltspitze ebnet.
Interessant ist, dass fast alle Schweizer auf etwa dem selben Niveau fahren. Caluori erzielt auf Hill einen Rückstand 21 Sekunden, Dominik Gspan, Nick Beer oder Sam Zbinden sind nur knapp dahinter klassiert. Für Caluori ist es in diesem Jahr seine letzte Weltmeisterschaft als Rennfahrer, künftig wird er sich stärker im Team-Management engagieren und so dem Downhill-Sport erhalten bleiben.
Skinsuits sind in, Protektoren out
Das Downhill-Rennen bei den Weltmeisterschaften in Schottland zeigt einige weitere interessante Tendenzen im Downhill-Sport auf: Alle Athleten sind mit sogenannten «Skin-Suits» ins Rennen gestartet. Auf einer Strecke wie hier in Schottland verliere man ohne einen solchen windschnittigen Ganzkörper-Anzug bis zu acht Sekunden. «Wer hier in herkömmlicher Downhill-Bekleidung startet, handelt sehr unprofessionell», meint Nationaltrainer Ernst Schurter dazu und versteht die Bekleidungs-Diskussion im Vorfeld der WM nicht. «Hast du schon einmal einen Skirennfahrer gesehen, der in der Abfahrt mit einer normalen Windjacke startet?» fragt Schurter zu diesem Thema selbsterklärend zurück. Der starke Wind in Schottland dürfte den Befürwortern von Skinsuits in die Hand spielen.
Eine wesentlich fragwürdigere Tendenz zeigt sich bei den Protektoren: Viele Australier, Engländer oder Neuseeländer verzichten heute auf Schutzbekleidung. Nur gerade ein Integralhelm wird getragen, beim Rest der Bekleidung bedient man sich in der Abteilung Strasssen-Zeitfahren. Sogar auf Handschuhe verzichten einzelne Fahrer.
Rangliste Mountainbike-Weltmeisterschaften 2007, Downhill Herren
1. Sam Hill (AUS), 4:52.01
2. Fabien Barel (FRA), +0.64
3. Gee Atherton (GBR), +4.37
4. Greg Minnaar (RSA), +7.95
5. Pasqual Canals (ESP), +8.28
6. Matti Lehikoinen (FIN), +8.92
7. Julien Camellini (FRA), +9.10
8. Florent Payet (FRA), +9.50
9. Samuel Blenkinsop (NZL), +9.76
10. Dan Atheton (GBR), +9.98
29. Claudio Caluori (SUI), +21.19
32. Dominik Gspan (SUI), 22.83
34. Nick Beer (SUI), +24.14
40. Sam Zbinden (SUI), +27.14
Rangliste Mountainbike-Weltmeisterschaften 2007, Downhill Junioren
1. Ruaridh Cunningham (GBR), 5:06.82
2. John Swanguen (USA), +2.07
3. Matthew Scoles (NZL), +2.45
4. Mitchell Delfs (AUS), +2.81
5. Joel Bain (AUS), +6.42
19. Patrick Meyer (SUI), +18.68
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