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SPC Perrefitte: Henzi und Péraud gewinnen
Nach den beiden weniger hoch dotierten Läufen von Gränichen und Innertkirchen lockten beim fünften Lauf des «Swisspower Cup» in Perrefitte wieder fette Preisgelder und viele Punkte für die Weltrangliste. Entsprechend stark waren die Rennen besetzt, zahlreiche ausländische Fahrer versuchten ihr Glück im Berner Jura. Bei den Herren belegten diese gleich die ersten sechs Plätze, wobei Jean-Christophe Péraud der schnellste war und seinen Landsmann Cedric Ravanel auf Rang Zwei verwies. Das Rennen der Damen sicherte sich mit Petra Henzi die Favoritin vor der überraschend starken Andrea Huser und der Amerikanerin Sue Haywood.



Die ebenfalls an diesem Wochenende statt findende Hauptprobe auf der Olympiastrecke bei Athen verhinderte, dass in Perrefitte noch mehr Prominenz am Start war. Doch auch so konnte sich die Startliste sehen lassen, denn schliesslich wird der fünfte Lauf des «Swisspower Cup» in der Kategorie E1 geführt ? also gab es neben Preisgeldern auch viele Punkte für die Weltrangliste zu verdienen, und das sorgte für animierte Rennen bei den Herren wie bei den Damen ? allerdings mit unterschiedlichen Erfolgen für die Schweizer Bikeathleten.



Damen: Röthlins Blitzstart, Henzi's Konter

Im Rennen der Damen sorgte zunächst Franziska Röthlin mit einem Blitzstart für Aufsehen: Bis zur ersten Zielpassage hatte sie Petra Henzi eine halbe Minute abgeknöpft. Doch Henzi liess sich davon nicht aus dem Konzept bringen und stopfte die Lücke schon in der zweiten Runde. Bloss in der ersten Runde mit den schnellsten mithalten konnte dagegen Barbara Blatter, die sich noch nicht ganz von der Darmgrippe erholt hatte, wegen der sie in Innertkichen hatte aufgeben müssen. Dafür bot Langstrecken-Spezialistin Andrea Huser eine weitere starke Leistung: Die Brienzwilerin bildete zusammen mit der Amerikanerin Sue Haywood über weite Strecken das Verfolgerduo. In den beiden letzten Runden drehte Huser nochmals mächtig auf und konnte so die frischgebackene PanAm-Siegerin Haywood auf Rang Drei verweisen, während die Schwedin Anna Enocsson Franziska Röthlin noch knapp auf Rang Drei verwies.



Henzi: «Gerüstet für Madrid»

Petra Henzi darf damit dem Worldcup-Auftakt vom kommenden Wochenende in Madrid gelassen entgegen sehen: «Dieser Erfolg in Perrefitte ist natürlich die beste Motivation für Madrid. Es war eine super Strecke mit harten Aufstiegen und technisch anspruchsvollen Downhills. Auf so einem Parcours gut zu fahren und zu gewinnen macht Spass und steigert die Vorfreude auf den Start in den Weltcup noch zusätzlich. Ich bin jetzt definitiv gerüstet!» Während Petra Henzi als Nummer Vier der Weltrangliste auf dem Podest erwartet worden war, darf der zweite Platz von Andrea Huser als die positive Überraschung des Wochenendes gelten. Entsprechend zufrieden war sie: «Das hätte ich nicht gedacht, dass es auch hier so super läuft. Hinter Petra Henzi und noch vor der Nummer neun der Welt auf dem Podest zu stehen, macht natürlich Freude. Trotzdem werde ich jetzt deswegen meine Ziele für die Saison nicht ändern, sondern wie geplant das Schwergewicht auf die Marathons legen!»



Herren: Franzosen dominant, allen voran Péraud

Härteres Brot bekamen dagegen die Schweizer Biker im Rennen der Herren zu kauen: Ohne Fahrer wie Ralph Näf, Thomas Frischknecht, Christoph Sauser, Florian Vogel und Silvio Bundi, die alle in Athen am Start waren, reichte es nur gerade zwei Ridegenossen zu einer Platzierung in den Top Ten. Reto Manetsch war als Siebter der bestklassierte Schweizer, Julien Girard klassierte sich als Zehnter. Gegen den starken Franzosen Jean-Christophe Péraud fand auch die starke internationale Konkurrenz kein Rezept: Péraud fuhr bereits in der Startrunde auf und davon und wurde von der Konkurrenz erst im Ziel wieder gesehen ? auch weil ihm die Strecke in Perrefitte sehr zusagte: «Das ist eine Superstrecke, genau so sollte ein richtiger Mountainbike-Kurs sein. Harte, Kräfte zehrende Aufstiege und technisch schwierige Abfahrten sind hier optimal kombiniert, so macht biken richtig Spass.» Als Péraud gegen Ende des Rennens etwas langsamer wurde, konnte dessen Landsmann Cedric Ravanel etwas näher heran fahren. Dennoch musste auch er Pérauds Überlegenheit neidlos anerkennen: «Jean Christoph war heute nicht zu schlagen. Ich hab zwar am Anfang versucht, seine Pace mitzugehen, musste dann aber die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens einsehen. So konzentrierte ich mich auf die Verwaltung meines Vorsprungs auf den hinten stark aufkommenden Schweden Frederik Kesiakoff.»



Manetsch als Siebter bester Schweizer

Hinter dem «Franzosen-TGV» machte Christoph Sauser's neuer Teamkollege Fredrik Kessiakoff mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere in der Schweiz auf sich aufmerksam. Dabei hielt er seinen stärker eingeschätzten Landsmann Philipp Tavell sicher in Schach und überzeugte mit schnellen Rundenzeiten in der zweiten Hälfte des Rennens. Die Top Five komplett machte der Neuseeländer Kashi Leuchs, der Jochen Käss knapp distanzieren konnte. Bloss fünf Sekunden hinter Käss erreichte mit Reto Manetsch der schnellste Schweizer das Ziel: Damit konnte der Rheintaler mit Gegnern mithalten, die ihm sonst tendenziell überlegen sind ? eine starke Leistung, die Rang Sieben nur ungenügend wieder gibt. Zumal Manetsch mit Frédéric Frech und Yohann Vachette zwei weitere, starke Franzosen distanzieren konnte. Ein Trost für die Ridegenossen ist sicher die Rangliste der U23-Kategorie: Hier konnte Fabio Bernasconi vor Martin Gujan und dem deutschen Moritz Milatz gewinnen



Nachwuchs: Schurter und Schneitter gewinnen weiter

In den Nachwuchskategorien zeigte sich das vertraute Bild: Nathalie Schneitter und Emilie Siegenthaler boten sich im Rennen der Juniorinnen einmal mehr ein höchst unterhaltsames Duell, das Schneitter mit einer starken Schlussrunde knapp für sich entscheiden konnte. Auch bei den Junioren lief das Rennen ähnlich wie vor einer Woche in Perrefitte: Bereits nach der ersten Runde tauchte Nino Schurter solo an der Spitze auf, verfolgt vom starken Franzosen Benjamin Giraud. An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts mehr, den dritten Podestplatz sicherte sich mit einem weiteren starken Rennen Yannick Bernasconi.



Swisspower Cup 2004, Lauf 5 in Perrefitte/BE

Resultat Elite Herren:


1. Jean-Christophe Péraud, FRA, Cycles La Pierre, in 1:41.04 Stunden

2. Cedric Ravanel, FRA, Orbea, + 0.46

3. Fredrik Kessiakoff, SWE, Siemens Mobile-Cannondale, + 1.51

4. Philipp Tavell, SWE, Multivan-Merida-Team, + 2.38

5. Kashi Leuchs, NZL, AGOS-Bianchi, + 3.45

6. Jochen Käss, GER, Team T-Mobile, + 3.57

7. Reto Manetsch, Buchs/SG, Athleticum MTB-Team, + 4.02

8. Frédéric Frech, FRA, Univega Pro Cycling Team, + 4.32

9. Yohann Vachette, FRAU, Scott-Allianz-Michelin, + 4.46

10. Julien Girard, Colombier, X.0-Felt-Gonso, + 5.01



Resultate Elite Damen:

1. Petra Henzi, Rombach, Fischer-BMC, in 1:43.00 Stunden

2. Andrea Huser, Brienzwiler, Papival- BMC-DSR, + 0.37

3. Sue Haywood, USA, Trek-Volkswagen, + 1.03

4. Anna Enocsson, SWE, Multivan-Merida-Team, + 1.58

5. Franziska Röthlin, Kerns, Rocky Mountain-Business Object, + 2.00

6. Nina Göhl, GER, Denkhaus-Castellani, + 2.24

7. Barbara Blatter, Bülach, Specialized Int., + 2.47

8. Daniela Louis, Nesslau, Thömus Bike-Team, + 5.30



Resulate Elite U23:

1. Fabio Bernasconi, Düdingen, Athleticum MTB-Team, in 1:46.19

2. Martin Gujan, Pragg-Jenaz, Team Koba, + 0.56

3. Moritz Milatz, GER, On Tour Pro Team, + 1.04

4. Flavio Derungs, Staffelbach, Univega Pro Cycling Team, + 1.16

5. Daniel Suter, Baar, Gisler-Pouletburg-VMC Schattdorf, + 2.09



Resultate Junioren:

1. Nino Schurter, Tersnaus, Swisspower MTB-Team, in 1.29.43 Stunden

2. Benjamin Giraud, FRA, Cycles La Pierre, + 1.13

3. Yannick Bernasconi, Muraz, Dom Cycle, + 1.27

4. Lukas Kaufmann, Suhr, Fischer-BMC, + 1.38

5. Patrik Gallati, Netstal, RBT Glarnerland-Oel Hauser, + 2.42



Resultate Juniorinnen:

1. Nathalie Schneitter, Lommiswil, Athleticum MTB-Team, in 1:02.43 Stunden

2. Emilie Siegenthaler, Biel, Swisspower MTB-Team, + 0.11

3. Hanna Israel, FRA, La Pomme Marseille, + 0.51

4. Daniela Stünzi, Beggingen, Rocky Mountain-Business Object, + 5.49

5. Gabriela Glaus, Gempenach, Scott-Allianz-Michelin, + 7.13


www.swisspowercup.ch


Meldung vom 17. Mai 2004 (Autor: red )
 

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