| Quer-Weltcupfinale: Wenn Belgier sich streiten? |
|
Beim Weltcup-Finale der Querfahrer schien alles für einen weiteren belgischen Triumph zu sprechen. Die Frage war bloss, ob der souveräne Führende im Weltcup, Sven Nijs, oder Bart Wellens, amtierender belgischer und Welt-Meister, sich den Gesamtsieg holen würden. Weil beim Finale doppelte Punkte vergeben wurden, kam aber alles ganz anders: Der Holländer Richard Groenendaal griff früh an, dahinter formierte sich eine Gruppe mit allen starken Belgiern ? und Schweizermeister Christian Heule. Weil Nijs von seinen Landsleuten keinerlei Hilfe bekam und am Schluss gar von fast allen überspurtet wurde, gewann Groenendaal sensationell den Weltcup ? Heule wurde in Pijnacker hervorragender Fünfter. Nachtragende Teamkollegen? Elefanten haben ein gutes Gedächtnis, sagt der Volksmund. Belgische Crosser offenbar auch: Denn vier Jahre, nachdem Nijs seinen Rabobank-Teamkollegen Groenendaal an den Weltmeisterschaften hatte davon ziehen lassen, zahlten es ihm seine belgischen Team-«Kollegen» zurück. Der gesundheitlich leicht angeschlagene Nijs konnte sich im holländischen Pijnacker nach Groenendaals Angriff in Runde Zwei nicht an dessen Hinterrad heften. Statt dessen bekam er im Kampf um Platz zwei immer mehr Konkurrenz aus dem eigenen Land: Am Ende bog fünfzig Sekunden nach dem Solosieger Groenendaal eine Verfolgergruppe auf die Zielgerade ein, um Platz Zwei unter sich auszumachen. Die Zusammensetzung der Gruppe: Nijs, Wellens, vier weitere Belgier und Christian Heule, der seine Quer-Saison mit einer starken Leistung krönte. ?und enttäuschter Sven Nijs Rang Zwei oder Drei hätte Nijs zum Gewinn des Gesamtweltcups gereicht. Wäre da nicht die über vier Jahre alte, offene Rechnung gewesen: Mit Ausnahme des jungen Sven Vanthourenhout sprinteten alle Belgier und Heule um Platz Zwei, so dass Nijs bloss Platz Sieben blieb. So fiel er in der Endabrechnung des Weltcups hinter seinen Teamkollegen Richard Groenendaal zurück. Nijs sparte im Ziel denn auch nicht mit Anschuldigungen, insbesondere an die Adresse weniger prominenter Team-«Kollegen» wie Tom Vannoppen und Wesley Vander Linden: Diese hätten im Weltcup keine Rolle gespielt und ihm dafür den Weg zum Gesamtsieg verbaut. Für den Rest seiner sportlichen Laufbahn werde er für diese Beiden nie mehr einen Finger krumm machen. Unbeeindruckt vom Treiben des belgischen Kindergartens fuhr Christian Heule sein wertvollstes Saisonresultat heraus ? und schob sich in der Weltcup- Endabrechnung noch auf Platz Neun. Weltcup-Finale Radquer, Pijnacker / NL: 1. Richard Groenendaal, NL, in 1:01.59 Stunden 2. Tom Vannoppen, BEL, + 0.51 3. Erwin Vervecken, BEL, gleiche Zeit 4. Bart Wellens, BEL, gleiche Zeit; 5. Christian Heule, SUI, gleiche Zeit; 6. Wesley Vander Linden, BEL, gleiche Zeit; 7. Sven Nijs, BEL, gleiche Zeit; 8. Sven Vanthourenhout, BEL, gleiche Zeit; 9. John Gadret, FRAU, + 0.57; 10. Peter Dlask, CZE, gleiche Zeit. Ferner die Schweizer: 20. Beat Morf, + 2.02; 28. Simon Zahner, + 3.36; 29. David Rusch, + 3.47; 31. Jan Ramsauer, + 4.04 UCI-Weltcup 2004, Gesamtwertung nach vier Läufen: 1. Richard Groenendaal, NL, 310 Punkte 2. Sven Nijs, BEL, 299 Punkte 3. Bart Wellens, BEL, 280 Punkte 4. Ben Berden, BEL, 240; 5. Tom Vannoppen, BEL, 238; 6. Erwin Vervecken, BEL, 229; 7. Francis Mourey, FRA, 190; 8. Sven Vanthourenhout, BEL, 189; 9. Christian Heule, SWI, 179; 10. John Gadret, FRA, 169 Ferner die Schweizer: 21. Michael Baumgartner, 69; 26. Beat Morf, 35; 28. Simon Zahner, 25; 31. Thomas Frischknecht, 22; 33. David Rusch, 20; 41. Jan Ramsauer, 10; 49. David Rusch, 4 www.velonews.com www.radquer.ch |
Meldung vom 16. Februar 2004 (Autor: red ) |







