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Olympiafrage komplizierter als je zuvor

Nach dem dritten Platz von Ralph Näf bei den Weltmeisterschaften hat sich die Frage der  Olympia-Selektion bei den Herren nochmals verschärft. Zwar unterstreicht Ralph Näf, dass Sauser, Vogel und Schurter die besseren Karten hätten, doch im Val di Sole hat der Thurgauer wieder bewiesen: Er ist ein Athlet für die grossen Rennen und kann an grossen Meisterschaften regelmässig über sich hinauswachsen.



Die Ausgangslage für Swiss Olympic ist verzwickt: Ihnen stehen für die drei Plätze an den Spielen vier Fahrer zur Verfügung, von denen jeder einzelne für eine Medaille, wenn nicht gar für die Goldene, zu haben wäre. Christoph Sauser und Florian Vogel dürften gesetzt sein. Sauser ist mit seinem Weltmeistertitel das Peking-Ticket nicht mehr zu nehmen. Vogel mit seinem Europameistertitel und der Silbermedaille an den Weltmeisterschaften dürfte auch gesetzt sein. Das Rennen zwischen Nino Schurter und Ralph Näf ist nun aber neu entbrannt. Schurter weist zwar die konstantere und deutlich erfolgreichere Saison auf und hat Näf bisher in jedem Rennen geschlagen, dagegen hat Näf mit zwei WM-Medaillen in der Eliteklasse zwei wertvolle Richtlinien erfüllt und bewiesen, dass er ein Mann für die ganz grossen Wettkämpfe ist.



Erst einmal drüber schlafen

Nationaltrainer Urs Graf gibt sich noch bedeckt. «Nach so einem Rennen wie heute muss man erst einmal darüber schlafen um dann mit einer gewissen Distanz die nötigen Analysen zu machen», meint er nach dem Weltmeisterschaftsrennen am Sonntag. Es werde aber ganz sicher eine sehr schwierige Entscheidung. «Bis zum heutigen Rennen war die Sache eigentlich eindeutig», erläutert er den Selektionsprozess und er hätte dem Olympischen Verband diskussionslos Christoph Sauser, Florian Vogel und Nino Schurter vorgeschlagen. Er werde sich noch in dieser Woche mit dem Olympischen Verband zusammensetzen um dann bis am 4. Juli die definitive Selektion bekannt geben zu können.



Vier Athleten fliegen nach Peking

Es ist nun aber auch klar, dass Swiss Olympic alle vier Athleten mit nach Peking nehmen will um für den Notfall einen medaillenwürdigen Ersatzfahrer stellen zu können. Zwar haben die Fahrer bis vor Kurzem unisono mitgeteilt, dass sie als vierter Fahrer nicht mitreisen würden, da hat sich aber das Blatt nun gewendet. Es ist verständlich, dass Swiss Olympic sich eine solche Chance auf gleich mehrere Olympiamedaillen nicht entgehen lassen will. Und man stelle sich einen Fussballer vor, der nicht mit zu Weltmeisterschaften reist weil er wohl nur auf der Ersatzbank sitzen wird. Ein sehr unrealistisches Szenario. Die Schweizer Mountainbiker haben glücklicherweise gemerkt, dass es bei einem solchen Grossanlass nicht bloss um ihr eigenes individuelles Wohl geht.






Meldung vom 23. Juni 2008 (Autor: red )
 

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